Frag Beatrice

Birgt zu viel oder extremes Onanieren langfristige Risiken, kann es mir schaden?

Seit 23 Jahren onaniert er 3 – 6 mal am Tag: Um Druck loszuwerden, zur Stressentlastung, aus Langeweile, … Ist das bedenklich?

Ist es schädlich, wenn ein Mann viel Porno ansieht und viel onaniert?

Hallo Beatrice!
Im Gespräch mit Freunden sowie im Gespräch mit meinen Freundinnen kam immer heraus, dass sie mich für sexuell sehr aktiv halten, genaugenommen zu aktiv oder überaktiv. Aber es ist doch eh so, dass ein Mann auch in einer festen Beziehung Selbstbefriedigung betreibt, da meistens die Männer mehr Lust haben als die Frauen – so auch bei mir! Ich befriedige mich etwa seit meinem 14. Lebensjahr jeden Tag zwischen 3-6 mal und aus unterschiedlichen Motivationen heraus. Am Morgen, weil einfach eine unerträgliche Erektion da ist, sogar während meiner Arbeit, um danach wieder einen klaren Gedanken zu fassen, sowie nach der Arbeit als Stressbewältigung und manchmal aus Langeweile oder aus Lust auf meine Partnerin, wenn ich zu dieser Zeit eine hatte. Ich habe auch immer noch Spaß daran mich selbst zu befriedigen. Ich denke pausenlos an Sex und stelle mir in meiner Phantasie Frauen in meinem Umfeld vor, die mir gefallen und wie es wohl mit denen wäre, oder lass mich, was aber seltener ist, durch Filme inspirieren.
Meine Frage ist, ob das irgendwelche Konzequenzen im Alter hat, da der Mann mit seinem Ejakulat sehr viel Energie abgibt?
Ich habe in einem Buch von Stephen T. Chang “Das Tao der Sexualität” gelesen, dass ein normaler Erwachsener etwa ein Esslöffel voll Samen (also Ejakulat) pro Selbstbefriedigung verliert und das einem Nährwert von 2 Rindersteaks, zehn Eiern, sechs Orangen und 2 Zitronen gleichkommt. Ich habe mich beim ersten Lesen vor 8 Jahren darüber totgelacht, aber man macht sich dann halt den einen oder anderen Gedanken, wenn man ins gesetzere Alter kommt. Habe mich auch schon mal belesen mit der Technik der Injakualation!
Ich habe auch mal ausprobiert, ein paar Tage ohne Selbstbefriedigung auszukommen, aber nach 3 Tagen habe ich das Gefühl, dass ich mich auf Wesentliches nicht mehr richtig konzentrieren kann, und lauf mit einem Dauerständer durch die Gegend.

Kurzum: Gibt es Studien, die von extremer Selbstbefriedigung (wie es bei mir der Fall ist), abraten?
Gruß, Oliver (37)

Hi Oliver,
also dass man mit dem Ejakulat sehr viel Energie abgibt, stimmt NICHT! Wenn dem so wäre, würdest du das schon längst merken, u.a. daran, dass du ganz wenig Energie hast (also dauernd schlapp und müde bist) und schneller als andere in deinem Alter alterst. Wobei deine Energie durchaus schlecht sein kann, aber das liegt nicht am ejakulieren, sondern an dem, was zu deinem übermäßigen Onanieren führt, nämlich eine innere Anspannung.
Und das mit dem Nährwert von “2 Rindersteaks, zehn Eiern,…” usw. ist totaler Quatsch. Das kannst du sofort vergessen. Wenn das wahr wäre, wären fast alle Pornodarstellerinnen ziemlich dick.

Du meinst, “dass ein Mann auch in einer festen Beziehung Selbstbefriedigung betreibt”.
Nein, das ist so nicht richtig. Es trifft nur auf rund die Hälfte zu.

Du fragst: “Gibt es Studien, die von extremer Selbstbefriedigung abraten?”
Ich kenne solche Studien nicht, aber ich selbst würde davon abraten, wenn entweder körperliche Schäden eintreten oder wenn es den Betreffenden seelisch oder sonstwie belastet oder negative Folgen für ihn hat, etwa auf seine Paarbeziehung oder seine sozialen Beziehungen. Ob das bei dir der Fall ist, weiß ich ja nicht, aber ich finde 3 bis 6 mal Onanieren am Tag wirklich sehr viel, und es würde mich stören, weil es nicht nur Zeit kostet, sondern weil du dich auch zu viel auf Sex konzentrierst und wahrscheinlich zu wenig auf andere Dinge, die ebenso wichtig sind. Im Leben geht`s nun mal nicht nur um Sex! Ferner kann ich mir vorstellen, dass deine Neigung für eine echte, gute Liebesbeziehung nicht grade gut ist, weil du deinen Körper und dein Gehirn auf die Stimulation deines “Solo-Sex” trainierst statt auf die Interaktion mit einer Partnerin. Die Folgen davon beschreibe ich sehr genau in meinem Buch “Sex für Faule und Gestresste: So holen Sie mehr aus Ihrem Liebesleben – mit weniger Aufwand!“,
dort findest du auch eine Anleitung, wie man den Drang reduzieren kann.

Ganz unten bei den “Verwandten Beiträgen” findest du etliche Briefe, die die Folgen von zu viel Onanie aufzeigen!

Bei dir ist es bereits eine Sucht: erstens die Häufigkeit, zweitens dass du das Onanieren wie eine Medizin und als Beruhigungs- und Allheilmittel brauchst (z.B. bei den meisten Alkoholikern ist das mit dem Alk auch so), drittens deine Aussage “Ich habe auch mal ausprobiert, ein paar Tage ohne Selbstbefriedigung auszukommen, aber nach 3 Tagen habe ich das Gefühl, dass ich mich auf Wesentliches nicht mehr richtig konzentrieren kann…” Bitte lies dazu den Beitrag «Ab wann ist man süchtig, ist es eine Sucht?»

Ferner stellt sich die Frage, warum du auf eine gewisse Art “sexbesessen” bist. Oft ist es bei Männern, denen es ähnlich geht wie dir, so, dass sie mit dem vielen Sex etwas anderes verdrängen – etwas, das unangenehm ist und dem man sich eigentlich stellen müsste…
Kannst ja mal in dich gehen, ob das auf dich zutreffen könnte und was dahintersteckt. Ein Gespräch mit einem Fachmann (Sextherapeuten) wäre sicherlich auch ganz nützlich und erkenntnisreich …
Einen Hinweis dazu, was dahintersteckt, findest du in diesem YouTube-Video – der Hinweis ist ziemlich weit hinten im Video, wo es um den “Sexbesessenen” geht:


Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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