Ständiges Onanieren zu Pornos, Sexkontakte, Fetisch-Kram: Normaler Sex geht nicht mehr!

Inas Freund verbringt seine ganze Freizeit mit Pornos und Selbstbefriedigung. Sogar beim Sex mit ihr will er lieber, dass beide es sich selbst besorgen!

Hallo Beatrice,
da ich in meiner Beziehung ein größeres Problem habe, bin ich auf der Suche nach Antworten hier auf deine Seite gestoßen. Also: Ich kenne meinen Freund (31) schon seit 7 Jahren. Wir waren vor unserer jetzigen Beziehung schon einmal zusammen und wohnen nun seit ca. einem Jahr wieder zusammen.
Getrennt hatten wir uns vor ca. 3 Jahren. Damals war unsere Beziehung eigentlich sehr schön, wir hatten oft und meist guten Sex (ich muss dazu sagen, dass mein Freund einen Nylon-/ High Heels-Fetisch hat, den ich akzeptiert habe und ihm zuliebe auch oft Nylons etc. getragen habe, bzw. trage).
Ich hatte mich damals u.a. von ihm getrennt, weil ich bemerkt hatte, dass er IMMER, wenn ich nicht bei ihm war, Pornos gesehen und dazu masturbiert hatte. Außerdem hatte ich in seiner damaligen Wohnung Hefte mit Sex-Kontaktanzeigen gefunden, die man so nur in Sexshops kaufen kann. Ich hatte nicht verstanden, warum er sich in unserer Beziehung in Sexshops herumtrieb und vor allem nicht, dass er Kontaktanzeigen las. Außerdem konnte ich nicht verstehen, dass man sich über mehrere Stunden am Tag Pornos ansehen und dazu masturbieren muss.
Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich alles andere als prüde bin, ich habe gerne Sex, auch öfter am Tag und habe auch nichts dagegen neue Dinge auszuprobieren. Ganz im Gegenteil, ich habe ihn immer wieder zu neuen Sachen motiviert und ihn gebeten, mir seine Phantasien zu erzählen, um sie evtl. auszuleben.

Beispiel-Webseite: Frauen treffen für Erotikkontakt

Auch auf dieser Sexkontakte-Webseite treibt er sich regelmäßig herum

Naja, wir hatten uns getrennt und vor gut einem Jahr trafen wir uns wieder, wurden erneut ein Paar, bald darauf zogen wir zusammen. Bevor ich einzog, hatten wir lange Gespräche über das, was früher war, geführt und er hatte mir hoch und heilig versprochen, dass er keine Kontaktanzeigen mehr lesen würde und dass das mit dem Masturbieren auch nicht mehr so sei.
Gut… es dauerte keine zwei Monate und ich fand heraus, dass er sich im Internet auf diversen Sexkontaktseiten angemeldet hatte, bzw. bereits bei meinem Einzug angemeldet war, und immer wenn ich nicht im Haus war, sah er sich Kontaktanzeigen und/oder Pornos an. Ich bin fast ausgeflippt, weil ich mich so hintergangen gefühlt habe. Besonders, weil wir uns doch VOR meinem Einzug über meine Abneigung dies bezüglich unterhalten haben.
Er schwor mir Abstinenz… und er hielt sein Wort wieder nicht.
Irgendwann wollte er mich dafür verantwortlich machen, weil ich nicht oft genug Nylons tragen würde. Ich verstand die Welt nicht mehr. Hinzu kommt, dass wenn wir Sex machen, er sich lieber selber befriedigt und mir dabei zusehen will, wie ich es selber mache. Zum eigentlichen Geschlechtsverkehr kommt es dadurch nur selten. Lieber will er mich “anspritzen”… Ich habe oft mit ihm darüber geredet, vor allem, weil der Sex mit ihm haupsächlich wie in den Pornos abläuft und er irgendwie vergessen zu haben scheint, wie “richtiges Miteinender-Schlafen” funktioniert.

Bei einem letzten Gespräch gestand er mir, dass er, als er so 18 Jahre alt war, nie mit den Jungs um die Häuser ziehen wollte, sondern lieber zuhause Pornos sah. Als ich ihn nach dem Grund dafür fragte, sagte er, dass er Probleme mit seinem kleinen Penis (er hat einen sehr kleinen Penis, mit dem ich allerdings kein Thema habe) gehabt hätte und immer noch haben würde. Aus Angst, von einem Mädchen/ Frau ausgelacht zu werden, habe er sie lieber gemieden und es sich vor den Pornos selber gemacht. Dazu sagte er noch, dass daher bestimmt die Vorliebe für Nylons und Schuhe entstanden sei. Und dass er ein wenig Angst vor dieser (er nannte es selbst so) “Dunklen Seite” an sich hätte, weil sie sich immer mehr ausprägen würde und Schuhe und Nylons quasi zu einem Muss werden. Das hat mir Angst gemacht.
Hinzu kommt jetzt auch noch eine Vorliebe für Latex und “Natursekt”, die er gerne mit mir ausleben würde. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll – es fühlt sich an wie ein Fass ohne Boden. Ich kann machen, was ich will, aber er fordert immer mehr! Und selbst wenn ich ihm mehr gebe, weiß ich, dass er, sobald ich das Haus verlasse, masturbiert. Das stört mich sehr, weil ich es nicht als normal empfinde, dass man die ganze Zeit, die man für sich hat, mit Masturbieren verbringt.

Vielleicht weißt du einen Rat – ich weiß nicht mehr weiter. Er sagt immer, dass er mich liebt und ich der einzige Mensch auf dieser Welt bin, mit dem er zusammen sein möchte – warum bekommt er sich dann nicht in den Griff, wenn er doch weiß, dass es mich verletzt?
Ina (31)
„Sexbewusstsein“

 

Was ist sexuell “normal”, was nicht? Wieso spielt das eine Rolle? Was kann man dem/r Partner/in im Bett zumuten, und wie bringt man es rüber? Diese Fragen und viele mehr beantwortet mein kluger Ratgeber “Sexbewusstsein: So finden Sie erotische Erfüllung”!

 

Antwort an Ina:
Ich sag mal gleich: Großes Oh je!
Also: An sich finde ich es nicht schlimm, wenn ein Mann Pornos anguckt und dazu masturbiert. Aber wenn er es exzessiv und in seiner ganzen Freizeit tut – ach du große Schei…!
Aber noch schlimmer finde ich, dass er bei Sexkontaktseiten angemeldet ist und sich dort aktiv umsieht. Und am allerschlimmsten finde ich, was du hier beschreibst:
«Irgendwann wollte er mich dafür verantwortlich machen, weil ich nicht oft genug Nylons tragen würde. … Hinzu kommt, dass wenn wir Sex machen, er sich lieber selber befriedigt und mir dabei zusehen will, wie ich es selber mache. Zum eigentlichen Geschlechtsverkehr kommt es dadurch nur selten. Lieber will er mich ‘anspritzen’… weil der Sex mit ihm wie in den Pornos abläuft und er vergessen zu haben scheint, wie “richtiges Miteinender-Schlafen” funktioniert.
Hinzu kommt jetzt auch noch eine Vorliebe für Latex und “Natursekt”, die er gerne mit mir ausleben würde. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll – es fühlt sich an wie ein Fass ohne Boden. Ich kann machen, was ich will, aber er fordert immer mehr! Und selbst wenn ich ihm mehr gebe, weiß ich, dass er, sobald ich das Haus verlasse, masturbiert.»

Liebe Ina, was ich jetzt sage, ist nicht nett, aber es ist die Wahrheit: Dein Freund hat eine ausgeprägte sexuelle Störung, unter anderem eine Sexsucht, eine Onanie-Sucht und eine Porno-Sucht. Da draußen laufen Hunderttausende von Männern herum, die mit dir eine liebevolle Sexualität teilen würden; für die DU im Mittelpunkt des Sex stehst und nicht irgendwelcher Porno-Scheiß! Die mit dir zärtliches, seelenvolles, leidenschaftliches Liebe-Machen teilen würden statt so eine selbstbezogene seelenlose Triebabfuhr, wie sie dein Freund abzieht.
Und vor allem merkt er nicht mal, was für eine armselige Nummer er da abzieht! Im Gegenteil, er drängt dich dauernd zu neuem Porno-Kram, als wär´s das Normalste der Welt, und wenn du zu wenig mitmachst, kriegst du´s auch noch vorgehalten.

Du merkst an:
«Das stört mich sehr, weil ich es nicht als normal empfinde, dass man die ganze Zeit, die man für sich hat, mit Masturbieren verbringt.»
Jawoll, da hast du recht. In der Tat zeigt sich auch hierin die Störung.

«Er sagt immer, dass er mich liebt und ich der einzige Mensch auf dieser Welt bin, mit dem er zusammen sein möchte – warum bekommt er sich dann nicht in den Griff, wenn er doch weiß, dass es mich verletzt?»
Weil es zwanghaft ist, eine echte Sucht. Weil es sich verselbständigt hat. Weil er´s nicht mehr im Griff hat. Er hat sich seit seiner Jugend über einen sehr langen Zeitraum auf so eine Art von Sex konditioniert. Und weil er (unbewusst) Angst vor zweisamem Sex hat.
Und dass es dermaßen zwanghaft geworden ist, dass er viele viele Stunden damit verbringt und sogar seine Beziehung gefährdet, zeigt, dass es nicht nur an der Konditionierung liegt, sondern dass die Ursachen viel tiefer liegen. Er kompensiert nicht nur den kleinen Penis, sondern auch noch was anderes (vermutlich u.a. einen Mangel an Liebe in der Kindheit und an Selbstliebe).
Du vermutest richtig, wenn du sagst, es ist ein Fass ohne Boden und dass er, egal was du gibst, immer mehr fordert. Das ist sehr typisch für eine Sucht. Er sagt es ja sogar über sich selbst: dass diese dunkle Seite sich immer mehr ausprägen würde. (Über kurz oder lang hättest du mit ihm den reinsten Sexterror, und er würde dir auch noch fremdgehen.)
Das kann er nie und nimmer aus eigener Kraft stoppen, und du schon gar nicht.
Das kann nur eine sehr gute und sehr intensive Therapie. Und wenn, dann wird es Jahre dauern. Und selbst dann gibt es keine Garantie, dass dieser Zwang weg geht.
Leider kann ich dir eine Entscheidung nicht abnehmen.
Mehrere sehr interessante Kapitel zu diesen Themen gibt es in meinem Buch “Sexbewusstsein: So finden Sie erotische Erfüllung” (Infos siehe unten).
Liebe Grüße
Beatrice Poschenrieder

Hier das Youtube-Video zum Buch: