Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren – und daher Orgasmusprobleme?

Liebe Beatrice,
es geht darum, dass ich Orgasmusprobleme haben und nicht mal weiß, ob ich je zum Orgasmus gekommen bin. Schrecklicherweise geht es dabei nicht nur um den Sex mit meinem Partner, sondern auch wenn ich es selbst bei mir versuche.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich Selbstbefriedigung noch nicht so lange mache (vielleicht seit zwei Jahren) und eher selten. In letzter Zeit jetzt etwas öfter (so alle 3 Wochen), weil ich mir deinen Orgasmusratgeber „Stöhnst du noch oder…“ besorgt habe.

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob ich eine schlechte Einstellung zu Sex habe. Ich glaub aber, daran liegt es nicht. Ich hab gerne Sex, abgesehen von dem Sex mit einem, mit dem ich vor 3 Jahren zusammen war, aber zum Glück war das nur für 4 Monate und ich hab´s beendet. Jetzt habe ich einen neuen Freund, mit dem es im Bett besonders schön ist, er ist einfühlsam, zärtlich, geduldig… nur ich bin ungeduldig, denn ich komme einfach nicht, egal ob beim Verkehr oder wenn er mich mit der Hand oder der Zunge erregt!
Bin jetzt durch dein Buch darauf gekommen, dass es wahrscheinlich daran liegt, dass ich Angst vor dem Orgasmus habe! genaugenommen, die Kontrolle zu verlieren! Du rätst in deinem Buch, man solle die Ursachen herausfinden. Aber da bin ich etwas ratlos.

Übrigens ist es so, dass beim Sex mit meinem Freund manchmal etwas passiert, das ist, wie wenn sich in meinem Unterleib etwas zusammenzieht, und die Beine und der Bauch sind dann auch ganz angespannt; es fühlt sich schön an, aber es ist nur ganz kurz, und nicht so ein großes mächtiges Erlebnis, wie es zum Beispiel in „Shades of Grey“ beschrieben wird.

Bitte rate mir etwas…
Paula (23)

Liebe Paula,
du schreibst: >>Übrigens ist es so, dass beim Sex mit meinem Freund manchmal etwas passiert, das ist, wie wenn sich in meinem Unterleib etwas zusammenzieht, und die Beine und der Bauch sind dann auch ganz angespannt; es fühlt sich schön an, aber es ist nur ganz kurz, und nicht so ein großes mächtiges Erlebnis, wie es zum Beispiel in „Shades of Grey“ beschrieben wird.<< Tja, das eine ist Literatur, das andere Realität. So ein Riesen Mords Gedöns wie in „Shades of Grey“, so mit „ich zerspringe in Tausend Splitter“, erleben viele Frauen in echt gar nie und andere nur ganz selten. Hingegen das, was du beschreibst, klingt durchaus nach einem kleinen, ganz normalen Orgasmus. Vielleicht noch nicht so groß und so entspannend, wie er sein könnte, wenn du diese Angst vor Kontrollverlust nicht hättest, aber immerhin – es ist doch wunderbar, dass es überhaupt möglich ist! Hab mehr Geduld mit deinem Körper. Er wird im Laufe der Zeit eine immer bessere Orgasmusfähigkeit entwickeln, und dein Kopf wird die Kontrolle immer mehr aufgeben, je vertrauter dir das Gefühl und der ganze Vorgang wird. Klar könntest du das mit einer „erfolgreichen“ Masturbation fördern und beschleunigen. Die Frage ist, warum hast du selbst dabei Angst vor Kontrollverlust? Was könnte passieren? Wohnst du irgendwo, wo andere dich hören können (z.B. WG), und befürchtest, du könntest zu laut werden und die andern hören es? Wenn ja, dann warte eine ruhige Stunde ab, in der du ganz allein zuhaus bist. Dann wirst du – falls der Orgasmus klappt – mitkriegen, dass du selbst bei einem fetten Höhepunkt durchaus noch in der Lage bist, deine Laute, Bewegungen usw. zu kontrollieren – gesetzt den Fall, du willst es. Wenn Leute ihren Orgasmus beschreiben als „ich gerate völlig außer mich“ oder ähnlich, dann ist das nur, weil sie WOLLEN, dass sämtliche Kontrolle fern bleibt. Ferner schreibst du, dass du noch nicht lange masturbierst. Tja, in manchen Dingen muss man halt länger üben und herumprobieren, bis man den richtigen Dreh raus hat und alles funktioniert. Ich rate dir, alle Übungen in meinem Buch zu machen (lesen allein reicht nicht!). Und vielleicht auch mal mit etwas Vibrierendem zu experimentieren. Alles Gute Beatrice Poschenrieder

Nach oben scrollen