Erstes Mal mit 32: Es war so leidenschaftlich, dass er ganz verwirrt ist (Teil 1)

Hallo Beatrice,
ich bin vor zwei Monaten 32 geworden und habe mich kürzlich mit dem ersten Mal (ich war schon immer etwas spät dran!) nachträglich selbst beschenkt. Es war ein diskretes Abenteuer in einem Hotel, wie ich es in meiner Phantasie ausgemalt habe; mit einer 26-jährigen, die ich über das Internet kennen lernte. Sie war genau mein Typ (natürlich, einfühlsam, hemmungslos-leidenschaftlich) und es war ein Volltreffer, eine unvergessliche Stunde mit so viel Glücksmomenten! Allerdings hat es mir sehr viel Überwindung gekostet, aber ich wollte meinen Ängsten und Hemmungen nicht mehr länger aus dem Weg gehen und habe die direkte Konfrontation gesucht. Bisher war ja außer freundschaftlichen Kontakten und harmlosen Flirts nichts gewesen, auch weil ich mich auf mein ehrgeiziges Ziel, akademische Ausbildung, voll konzentrieren wollte.

Jedoch waren die nächsten Tage ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits ging ein Traum in Erfüllung, andererseits wusste ich nicht mehr genau, wer ich wirklich bin und was mich überkam. Bisher konnte ich mich nie so richtig fallen lassen und hatte Ängste und Hemmungen. Eigentlich bin ich ein eher ruhig-zurückhaltender Typ und wohl auch ein sensibles Muttersöhnchen. Aber ich ging voll ab, als sich unsere Lippen berührten, genoss heiße Zungenküsse, war ganz wild auf ihre Brüste, machte nach einer Massage aus purer Neugier zuerst Französisch bei ihr (irgendwie träumte ich davon!), so weit ich kam, ließ mich dann von ihr oral verwöhnen (irgendwie ein sehnlicher Wunsch!), wurde dann abgeritten und kam schließlich, indem ich sie von hinten nahm, zum Orgasmus. Irgendwie lief ein Programm in mir ab und ich konnte es nicht mehr stoppen. Mir war überhaupt nichts peinlich, hatte fast keine Schamgefühle und auch unsere Kommunikation war von Offenheit, Spontaneität, Humor und auch Vertrautheit geprägt, obwohl wir uns vorher noch nie real begegnet sind.

Meine Frage ist nun, ob sich bei mir nur aufgestaute Bedürfnisse entluden oder ich soeben eine völlig neue Eigenschaft meiner Persönlichkeit entdeckt habe…?
Wie könnte ich diese für die Zukunft nutzen?
Oder spielte auch der Frust eine große Rolle, weil ich seit längerer Zeit beruflich in der Warteschleife stecke und jetzt mal ein Ventil brauchte?
Muss ich mir ein schlechtes Gewissen machen, weil Bezahlung im Spiel war (sie ist nicht wirklich professionell, verdient sich aber nebenbei was zu ihrem Studium dazu!) und ich eine aufregende Unterrichtsstunde bekam?
Gehört gegenseitiges Französisch (bei uns als langes Vorspiel) heute wirklich zum Standardprogramm oder muss ich mich schämen, dass ich beim ersten Mal gleich so intim mit dem anderen Geschlecht gewesen bin? (Sie ist also so eine Art Callgirl.)
Und soll ich über mein Abenteuer Andeutungen im Familien- bzw. Freundeskreis machen (ob sie es überhaupt glauben?) und mich etwas öffnen oder soll ich alles für mich behalten?
In gespannter Erwartung deiner Antwort
Peter (32)

Lieber Peter,
ich gratuliere dir, dass du dich überwunden hast, deine Jungfräulichkeit aktiv zu beenden, und zu deinem gelungenen und genussvollen Ersten Mal! Nicht viele können sich einer so erfreulichen Bettpremiere rühmen.
Ferner möchte ich dir versichern, dass ich an deiner Beschreibung nichts Beunruhigendes finden kann. Du fragst: „ob sich bei mir nur aufgestaute Bedürfnisse entluden oder ich soeben eine völlig neue Eigenschaft meiner Persönlichkeit entdeckt habe … Oder spielte auch der Frust eine große Rolle, weil ich seit längerer Zeit beruflich in der Warteschleife stecke und jetzt mal ein Ventil brauchte?“
Weder noch. Es ist völlig normal und sogar wünschenswert, dass man sich vom Feuer der Leidenschaft forttragen lässt und Dinge tut, die einen im „nüchternen“ Zustand erröten ließen! Und ja, gegenseitiges Französisch gehört bei den meisten Leuten zum Liebesspiel – bei manchen immer, bei anderen gelegentlich.

„Muss ich mir ein schlechtes Gewissen machen, weil Bezahlung im Spiel war … und ich eine aufregende Unterrichtsstunde bekam?“
Nein, im Gegenteil (siehe auch mein Eingangssatz). Manche Männer in deiner Situation mögen ernüchternde und abschreckende Erlebnisse haben, wenn sie in billigen Absteigen mit billigen Frauen landen. Aber du hast ja offenbar weder Kosten noch Mühen gescheut, um für dein erstes Mal eine passende Gefährtin und eine passende Lokalität auszusuchen.

„Wie könnte ich diese für die Zukunft nutzen?“
Die positive Erfahrung, dass Sex etwas Schönes ist und ganz leicht geht und dass Intimität mit einer anderen Person nichts Erschreckendes haben muss, sollte dich dazu motivieren, dich der Frauenwelt weit mehr zu nähern und zu öffnen, als dies bisher der Fall war. Dass du dabei auch ein paar Körbe und Schlappen einstecken wirst, solltest du von vornherein einkalkulieren. Wie in jedem Bereich des Lebens muss man auch in der Liebe durch „trial and error“ Erfahrungen sammeln und erst mal lernen.
Sprich: Häng deine Hoffnungen und Gefühle jetzt bloß nicht an käufliche Mädchen (und mögen sie auch noch so nett sein), sondern mach dich auf die Suche nach einer Frau, die dich liebt.
Im Übrigen schließt eine akademische Laufbahn den Kontakt zum anderen Geschlecht keineswegs aus, sondern lässt sich sehr gut vereinbaren. Das Vergraben in Arbeit ist allerdings ein probates Mittel, um sich vor allzu intimen Kontakten zu schützen. Zum Beispiel weil man Angst vor Misserfolg, Ablehnung, Verletzung hat; weil man sich für zu wenig liebenswert hält.

Du fragst noch,
„soll ich über mein Abenteuer Andeutungen im Familien- bzw. Freundeskreis machen … und mich etwas öffnen oder soll ich alles für mich behalten?“
In dem Fall rate ich allerdings nicht zur Öffnung. Du und ich und etliche andere, wir mögen das locker sehen, aber es gibt immer noch sehr viele Leute, die käufliche Liebe von vornherein verdammen. Grade im Familienkreis fehlt da oft das Verständnis, und auch im Freundeskreis wirst du hier und da Ablehnung ernten. Ich rate dir: Erzähl es niemandem, nicht mal deinen künftigen Partnerinnen, sondern hüte es als dein süßes kleines Geheimnis. Naja, immerhin mit einer Person durftest du es teilen: mit mir… 😉

Sehr viele Tipps zum Knüpfen von Kontakten und Beziehungen findest du hier auf der Webseite unter der Rubrik „Kennen lernen“
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Sex-Tipps gibt´s hier in den entsprechenden Sex-Rubriken und in meinen Sexratgebern, z.B. «Stöhnst du noch oder kommst du schon?: Der sichere Weg zum Orgasmus».

Ich wünsche dir, dass alles gut wird
Beatrice Poschenrieder

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