Er schläft immer nur kurz mit mir und macht es sich von Hand, auf harte Art

Warum unterbricht er den Verkehr mit seiner Freundin immer und befriedigt sich selbst? Kann er anders nicht kommen? Für sie ist das unbefriedigend und irritierend

Hallo Beatrice,
ich bin seit einem Jahr mit meinem Freund (38) zusammen. Mein Problem ist, er kommt beim Geschlechtsverkehr nicht in mir. Am Anfang der Beziehung dachte ich, er hätte Angst, dass ich schwanger werden könnte. Allerdings hatte ich vor acht Monaten eine Gebärmutteroperation und kann seitdem definitv nicht mehr schwanger werden. Dieser Grund ist also auszuschließen. Es hat sich aber dadurch nichts verändert.
Es läuft fast immer gleich ab: Er dringt in mich ein, alles ist erstmal gut, aber so ca. nach 5 Minuten zieht er seinen Penis raus, befriedigt sich dann mit der Hand selbst, reibt in einer irrsinnigen Geschwindigkeit und hochkonzentriert an seinem Penis. Diese enorme Geschwindigkeit finde ich erstaunlich und zugleich beängstigend.
Er möchte zudem dabei sehen, dass ich mich “fingere”, das erregt ihn und dann kommt er auch, d.h. er spritzt mir oder sich auf den Bauch.
Allerdings bringt mir das “Fingern” selbst gar nichts, ich tue ihm aber den Gefallen, weil es ihn offensichtlich erregt und er das braucht.

Statt mich zu befriedigen, will er immer zusehen, wie ich mich selbst befingere!


Diese Geschwindigkeit, die er beim Masturbieren an den Tag legt, bekomme ich auch selbst dann nicht hin, wenn ich versuche, ihn mit der Hand zu befriedigen. Auch da nimmt er ihn irgendwann in die Hand und macht das selbst “fertig”.
Er ist auch beim Verkehr sehr schnell erschöpft. Er macht sehr schnelle und heftige Stöße und braucht dann immer mal wieder kurz einige Sekunden Pause zum Durchschnaufen. Kann es daran liegen, dass er eine so tolle Geschwindigkeit braucht, die er nur masturbierend und nicht beim Verkehr erreichen kann?
Andererseits habe ich auch überlegt, ob ich ihm evtl. zu weit bin und er zu wenig spürt, um in mir zu einem Orgasmus zu kommen? Im Vergleich zu meinen anderen Partnern, wo ich dieses Problem noch nie hatte, ist mein derzeitiger Freund eher klein gebaut. Am besten spüre ich ihn von hinten, das ist auch mittlerweile seine bevorzugte Stellung. Aber auch das bricht er dann ab. Seit wir uns kennen, ist er glaube ich nur 2-3 mal in mir gekommen, Tendenz eher sinkend.
Allerdings muss ich auch sagen, dass sein Interesse, mit mir zu schlafen, die letzten Monate auch nachgelassen hat. Kann es daran liegen, dass er zuwenig Lust beim Geschlechstverkehr mit mir verspürt, weil er Schwierigkeiten hat, dabei einen Orgasmus zu erreichen?
Ich finde das mittlerweile belastend, denn in dem Moment, wenn er seinen Penis raus zieht und es selbst “fertig” macht, weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll und wie ich damit umgehen soll. Ich weiß zwar, dass die Mehrzahl der Frauen beim Geschlechtsverkehr nicht unbedingt einen Orgasmus haben (mich eingeschlossen), ich habe dies aber noch nie bei Männern gehört und erlebt.

Warum kann er nicht in mir kommen? Was kannst Du mir raten?
Carina (43)

Antwort an Carina:
Also dieser Sex klingt ziemlich… darf ich das sagen? ziemlich gruselig. Ich hab das Gefühl, er ist gar nicht richtig bei dir, geht kaum auf dich ein, sondern zieht eine Art Programm ab. Während du ja durchaus auf ihn eingehst.
Weißt du, was “konditionieren” bedeutet? Einen Vorgang so lange wiederholen, bis er zum Automatismus wird, und zwar so sehr automatisch, dass man ihn nicht mehr richtig mit dem Willen beeinflussen kann.
Dein Freund scheint sich selbst auf eine bestimmte Art von Sex konditioniert zu haben, indem er eine Zeitlang SEHR viel zu Pornos onaniert hat (oder er tut es immer noch). Wie komm ich da drauf?
Er kommt fast nur noch durch die eigene Hand, und zwar durch eine ganz bestimmte Technik – obendrein eine recht “harte” Technik, denn durch häufigen Gebrauch muss eben die Dosis stärker werden. Und er kommt fast nur noch, indem er Pornos guckt. Dieses Sich-selbst-spritzen-sehen und dass du dich dabei befingern musst, das sind typische Porno-Elemente. In Pornos sieht man die Männer fast nie anders kommen als außerhalb der Frau. Und dieses Sich-Selbst-Befingere vor dem Mann, das bringt den meisten Frauen in der Realität so wenig wie dir. Aber die Pornomiezen machen das dauernd.

Ich denke nicht, dass es daran liegt, dass du zu weit sein könntest – da du das Problem sonst nie hattest. Selbst wenn dein neuer Freund etwas kleiner gebaut ist: Glaub mir, die meisten kommen trotzdem in der Frau.
Man kann ja z.B. bestimmte Stellungen anwenden, wo die Frau enger wird.
Ich hatte mal einen Freund, der wirklich extrem schmal gebaut war. Trotzdem kam er sogar, wenn er in der Missionarsstellung ganz langsam stieß. Aber sein Penis war eben noch sensibel und nicht halbtaub durch Überbeanspruchung und Konditionierung auf Pornobilder.

Auf meinen Seiten gibt es schon ziemlich viele Briefe, die deine Themen berühren. Bitte geh mal in die Rubriken “Sexfrust”, “Orgasmus” und “Erektion/ Erguss”. In diese Rubriken musst du richtig reingehen und die Titel von oben bis ganz unten durchgehen und dann die Briefe lesen, die für dich interessant klingen.
Oder kürze es ab und hol dir mein Buch
Sexbewusstsein: So finden Sie erotische Erfüllung
– darin gibt es u.a. ein großes Kapitel darüber, was man seinem Partner sexuell zumuten kann und was nicht und was Männer dazu bringt, beim Sex ein “Programm” durchzuziehen. Hierzu gibt es auch zwei Youtube-Videos von mir (siehe unten).

Also was rate ich dir?
1) Mach beim Sex nicht Dinge, die dir nicht auch selbst WIRKLICH gefallen.
2) Rede offen und ausführlich mit ihm, trau dich, ihm frank und frei zu sagen, was dir an eurem Sex nicht gefällt, was dich irritiert, was dir fehlt, was du gern anders hättest.
Hab keine Angst, dass er dich dann weniger gern hat. Wenn er dich liebt und wirklich mit dir zusammen sein will, nimmt er dich ernst und wird anfangen, mit dir darüber zu kommunizieren, wie man den gemeinsamen Sex befriedigender gestalten könnte.
Vielleicht nicht sofort (kann sein, dass er erst mal irritiert und verunsichert ist, sich kritisiert fühlt), aber sehr bald.
Liebe Grüße
Beatrice Poschenrieder