Sie streichelt sich beim Sex mit mir selbst, ich find´s erniedrigend! NEUE ANTWORT

Hi Beatrice,
ich hab vor einigen Tagen das erste Mal mit meiner Freundin (18) geschlafen. Sie hatte vor mir schon ein paar Freunde, mit denen sie Sex hatte, ich erst eine Freundin, bin also nicht so erfahren.
Jedenfalls hat sie sich beim Sex am Kitzler gestreichelt, da sie sagt, es gehe sonst nicht oder wäre einfach nicht so schön. Nun möchte ich wissen, ob dies eine Seltenheit ist oder ob es normal ist. Sie ist dann auch zweimal gekommen, wobei sie sich nur am Anfang stimuliert hat.
Ich weiß zwar, dass die Nerven in der Scheide innen nicht so sensibel sind wie der Kitzler, aber trotzdem finde ich es irgendwie „erniedrigend“, dass sie sowas machen muss im Bett mit mir. Denn der Sex muss ja nicht mit jedem genau gleich sein, und was ich mit ihr erlebt habe, war auch eher Quicky-mäßig, also irgendwie keine Luststeigerung.
Sie hatte früher bei den anderen auch immer das Problem, dass es ihr nicht gefiel und sie einfach nur wollte, dass ihr Freund endlich fertig ist.
Wie kann ich ihr nun beibringen, dass ich nicht auf diese Quickie-Nummer stehe und lieber etwas mehr Lust reinbringen würde? Vielleicht wäre es dann auch nicht mehr nötig, dass sie sich stimuliert, denn das könnte ich ja im Vorfeld übernehmen.
Ich wollte auch das mit dem Lecken vor dem Sex versuchen, was sie jedoch nicht wollte, da sie Angst hatte, dass sie da stinken könnte.
Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, das Kondom früh genug anzuziehen und sie danach noch etwas mit der Hand zu erregen, bevor ich in sie eindringe?
Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
THX im vorraus, Namenlos (21)

Hi Namenloser,
du schreibst:
„…hat sie sich beim Sex am Kitzler gestreichelt, da sie sagt, es gehe sonst nicht oder wäre einfach nicht so schön. Nun möchte ich wissen, ob dies eine Seltenheit ist oder ob es normal ist“…
Weder noch, also es ist weder selten noch “normal” im Sinne von “alle tun das”, sondern einige Frauen tun das eben, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass der Partner es nicht so drauf hat, sie genügend zu erregen, und/oder weil der reine Verkehr sie nicht zum Orgasmus bringt. Ungünstig bei euch beiden ist, dass deine Freundin vor dir wohl nur Männer hatte, die es nicht so gut verstanden, ihr Lust zu bereiten. Zusätzlich könnte es sein, dass sie es scheut, ihrem jeweiligen Partner beizubringen, wie er ihr Lust bereiten kann.

Du findest es „irgendwie erniedrigend, dass sie sowas machen muss…“
Na hör mal! Die meisten Männer (aber eher die erfahreneren) finden es sexy, wenn eine Frau selber Hand an sich legt, denn erstens müssen sie das dann nicht machen, zweitens sieht es erotisch aus, drittens hat so die Süße zuverlässig ihren Orgasmus (was ja für Frauen nicht grade ne Selbstverständlichkeit ist!).
Was soll daran erniedrigend sein!!?? Du siehst es nur aus deiner eigenen Warte, fühlst dich vielleicht als „Versager“ oder so, dass nicht DU es bist, der sie befriedigt, aber sie sieht das ganz anders. Für sie selbst ist das der einfachste und zuverlässigste Weg zum Höhepunkt. Vielleicht hat sie auch bei dir noch Hemmungen, dir genau zu erklären wie´s geht. Vielleicht denkt sie auch, es würde zu lang dauern, es dir zu verklickern, weil du eben noch nicht so erfahren bist. Was diese beiden Punkte betrifft, musst du eben einfach mit ihr reden und sie fragen, ob du nicht mal diesen Part übernehmen kannst – also sie während des Verkehrs zusätzlich mit der Hand stimulieren, oder auch – wie du schon angedeutet hast – sie bereits vorher mit der Hand oder dem Mund erregen (bzw. befriedigen). Wenn sie befürchtet zu „stinken“, soll sie sich eben direkt vorher waschen, dann wird sie auf keinen Fall riechen.
Siehe auch unter der Rubrik „Kitzler & Co“ der Brief „Ist es für einen Mann wirklich angenehm, eine Frau zu lecken?

Du fragst:
„Wie kann ich ihr nun beibringen, dass ich nicht auf diese Quickie-Nummer stehe und lieber etwas mehr Lust reinbringen würde…“
Ganz einfach: Indem du die negativen Botschaften weglässt („ich stehe nicht auf das und das… dies und jenes gefällt mir nicht… finde ich erniedrigend…“ usw.) und die positiven betonst („Ich fänd´s schön, wenn wir den Sex ein bisschen lustvoller und länger gestalten könnten“, „Ich würde gern mal was Neues ausprobieren“, „Magst du mir nicht beibringen, wie ich dir Lust machen kann“ usw.).
Zeig einfach, dass du bereit bist zu lernen, und dass du wirklich gern lernen möchtest, wie du ihr Spaß im Bett bereiten könntest. Und hör bloß auf, in so „Versager“-Kategorien zu denken. Superlover fallen genauso wenig vom Himmel wie Supersportler.
Obendrein kannst du auch einfach von dir aus ein paar Sachen ausprobieren, z.B. ein paar neue Streicheltechniken, oder mit der Zunge erst mal nur um den Genitalbereich herumgehen, bis sie ganz kirre und gierig wird usw.
Zudem kannst natürlich auch DU es übernehmen, sie während des Verkehrs am Kitzler zu streicheln, aber das hängt auch davon ab, ob die jeweilige Stellung das erlaubt und ob du die richtige Streicheltechnik hast.
Jede Menge Tipps zu all diesen Punkten liefern meine Bücher
«Stöhnst du noch oder kommst du schon?: Der sichere Weg zum Orgasmus» und
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„Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, das Kondom früh genug anzuziehen und sie danach noch etwas mit der Hand zu erregen, bevor ich in sie eindringe?“
Ja durchaus. Versuch´s einfach mal, vielleicht musst du ein paarmal üben, bis es reibungslos klappt, aber vom Prinzip her ist es machbar.
Viel Spaß (oder Erfolg?)
Beatrice Poschenrieder