Was passiert beim Frauenarzt, bei einer gynäkologischen Untersuchung?

Hallo Beatrice!!
Ich habe eine für mich sehr wichtige Frage an dich. Ich nehme seit ca. 1 1/2 Jahren die Pille. Der Frauenarzt hat sie mir wegen meiner Haut verschrieben. Bis jetzt musste ich mich noch nicht untersuchen lassen, weil ich noch relativ jung bin. Als ich jedoch das letzte Mal da war, hat er gesagt, dass er mich nun mal “richtig” untersuchen will bzw. muss. Ich habe davor sehr große Angst, weil ich das einfach peinlich und unangenehm finde. Der Termin der Untersuchung rückt immer näher, deswegen bitte ich dich, mir möglichst schnell zu antworten. Meine Frage ist im Grunde ganz einfach: Was passiert bei einer gynäkologischen Untersuchung?? Tut das weh??? Wie lange dauert so etwas??
Ich wäre dir sehr dankbar
Caroline (16)

Was passiert bei einer gynäkologischen Untersuchung

Ich habe Angst vor der Untersuchung beim Frauenarzt!

Hi Caroline!
Wenn es dir sehr peinlich ist, dass ein Mann in deinen Unterleib schaut, dann ist es dein gutes Recht, den Termin abzusagen und dir eine Frauenärztin zu suchen. Ich selber hatte früher einen männlichen Frauenarzt und fand das immer ein bisschen unangenehm, aber seit ich eine weibliche Gynäkologin habe, macht es mir gar nichts aus, meine intimsten Teile untersuchen zu lassen. Ich habe auch das Gefühl, Frauen sind da (im Durchschnitt) etwas feinfühliger und gehen auch besser auf einen ein – weil sie ja die ganze Problematik aus eigener Erfahrung kennen.
Also wenn du lieber zu einer Frau gehen möchtest: Du bist deinem Arzt keineswegs verpflichtet. Allerdings musst du dann den Termin so schnell wie möglich absagen. Einfach nicht hingehen, das geht nicht.
Also was passiert bei der gynäkologischen Untersuchung?
Du kommst rein, der Arzt begrüßt dich, fragt nach dem Grund deines Besuchs (bei dir z.B. “Erst-Untersuchung”). Dann bittet er dich, in eine Kabine zu gehen, dich untenrum auszuziehen und wieder vorzukommen. Dann kletterst du auf den gynäkologischen Stuhl – das ist eine Art gepolsterter Liegestuhl mit zwei Halterungen für die Knie. Die sorgen dafür, dass deine Beine ein wenig nach oben und auseinander gehalten werden, damit der Arzt bequem in deinen Unterleib reingucken kann. Der Stuhl ist das Doofste an der Untersuchung, aber man gewöhnt sich dran. Die Atmosphäre ist ja so sachlich-medizinisch, dass Scham da nicht viel Platz hat.
Und dann schaut er mit einem Spekulum in deine Scheide (ein guter Gynäkologe wärmt es vorher an, damit es nicht kühl ist). Das ist ein längliches Metallinstrument, das er sanft einführt und womit er das Innere der Scheide und den Muttermund sehen kann. Keine Angst, es tut normalerweise nicht weh! Allerdings je verkrampfter du bist, desto unangenehmer kann es werden; versuch also zu entspannen und dich auch mental zu beruhigen.
Kann sein, dass er einen Abstrich macht – das heißt, noch während das Spekulum in deiner Scheide ist, geht er mit einem langen Holzstäbchen rein und kratzt ein paar Zellen von der Schleimhaut, die da drinnen alles auskleidet. Auch das tut nicht weh – du wirst es kaum spüren, denn in der Vagina gibt es ja kaum schmerzemfpindliche Nerven.
Die meisten Frauenärzte schauen sich die Zellen schon mal unterm Mikroskop an, ob irgendwelche verdächtigen Anzeichen drin sind. Und/Oder er schickt den Abstrich an ein Labor, wo sie genau untersucht werden.
Kann auch sein, dass er noch mit dem Ultraschall reingeht, um zu sehen, ob mit deinen Eierstöcken und der Gebärmutter alles in Ordnung ist. Oder dass er sie von außen ertastet.
Und die meisten Ärzte werden fragen, ob sie deine Brüste abtasten dürfen (um eventuelle Knötchen oder andere Unregelmäßigkeiten zu erspüren).
Tja, in der Regel war´s das. Dauert nur ca. 10 Minuten. Es ist viel weniger schlimm als beim Zahnarzt, und wie gesagt: Scham muss nicht sein. Frauenärzte/ innen sehen tagtäglich die Intimzonen vieler Frauen, und sie haben keinen persönlichen Blick, sondern einen medizinischen.
Gehen musst du schon, denn nach 1 1/2 Jahren Pilleneinnahme ist es höchste Zeit. Bring´s hinter dich! Das erste Mal ist ein bisschen doof, danach wird´s dir nichts mehr ausmachen.
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder