Wie geht ein richtig guter Kuss?

Was ist gutes und schlechtes Küssen?

Der Kuss ist das Tor zur Erotik – aber nur, wenn er gut gemacht wird!

Frage:
Ich fürchte, ich habe zu wenig Ahnung, wie richtig gutes Küssen geht. Ich meine natürlich Zungenkuss, nicht Küsschen. Kannst du mir ein paar Tipps geben?

Antwort:
In einer alten Ausgabe einer Frauenzeitschrift habe ich etwas sehr Gutes zu dem Thema gefunden – schöner könnte ich es selber nicht beschreiben:
“Ein guter Kuss ist eine Vorspeise. Er soll Lust machen auf mehr… Könner starten auch den heißesten Kuss mit weichen, aber geschlossenen Lippen und nicht wie ein hechelnder Hund, dem schon die Zunge aus dem Maul schlabbert. Die kommt frühestens zum Einsatz, nachdem sich die beiden Lippenpaare betastet und sich die Lippen des Partners auf sanften Druck hin geöffnet haben.
Im Mund des/ der Geküssten verhält sie sich wie ein guter Gast, der weiß, wie weit oder wann er gehen sollte. Sie hat weder was am Zäpfchen zu suchen, noch dient sie der oralen Hausdurchsuchung… Auch – vornehmlich männliche – Küsser, die durch monoton-mechanische Stoßbewegungen mit der Zunge den Koitus imitieren, servieren damit einen ebenso phantasielosen Appetizer (= Appetithappen) wie jene Küsser/innen, die ihre Zunge in den Mund des Partners schieben und dort bewegungslos parken.
Dagegen sehr anregend: mit der eigenen Zunge die des anderen umspielen und seine Mundwinkel abtasten – dort sitzen besonders viele Nervenenden. Eher Geschmackssache: das Saugen an der Zunge. Die einen macht´s geil, andere empfinden es als höchst unangenehm bis schmerzhaft. Bei allem Zungeneinsatz nicht vergessen: Geküsst wird auch mit den Lippen, sie sollten ständig in Bewegung bleiben.”

Bravo, jedes Wort ist wahr!
Was ich selber noch dazu ergänzen möchte: Ein Kuss wird erst dann perfekt, wenn die beiden Beteiligten auch miteinander spielen können, sich ein wenig necken und locken, aber dabei immer jede kleinste Bewegung des Partners registrieren und darauf eingehen. Zartes Herumprobieren ist meist sehr sehr süß, z.B. behutsames Saugen oder Knabbern an den Lippen des anderen.
Was übrigens auch ziemlich abtörnend sein kann außer Zungenparken, Mundvergewaltigung und Koitus-Imitierer, sind Leute, die harte Lippen haben (angespannte Mundmuskulatur), Leute, die sabbern (bitte ab und zu die Spucke einziehen!) und Leute, die sich aus lauter Angst, was falsch zu machen, nie richtig rantrauen. Denn wenn beide Beteiligten im Kussfeuer sind, darf´s ruhig mal heftig zugehen!
Und wenn jemand nicht nach deinem Geschmack knutscht? Gib ihm/ihr ruhig ein paar humorvolle Hinweise oder zeig ihm/ihr, was du dir drunter vorstellst!
Eine weitere Anleitung zu gutem Küssen und wie man/ frau es dem Partner am besten näherbringt, gibt es in meinem Buch «Sex für Faule und Gestresste: So holen Sie mehr aus Ihrem Liebesleben – mit weniger Aufwand!».
Beatrice Poschenrieder