Frag Beatrice

Plötzliche Überempfindlichkeit an Penis, Hoden und Brustwarzen

Liebe Beatrice,
meine letzte Beziehung ist bereits 6 Monate her. Die ersten Wochen nach der Trennung hatte ich keinen großen Sex-Entzug, doch in den letzten 2 Monaten ist es so, dass meine Hoden und der Penis (und sogar die bei mir eher unempfindlichen Brustwarzen) ziemlich empfindlich sind. Wenn ich meine Hoden berühre, entsteht ein großer Druck, und morgens wache ich häufig mit einem Steifen auf. Es wird erst dann für ein paar Tage besser, wenn ich einen feuchten Traum habe.
Nun meine Fragen:
1. Wie schaffe ich es, diese Hyper-Sensibilität herunterzufahren?
2. Mein Bettlaken ist ständig voll. Macht es Sinn, vor dem Schlafengehen den Penis zu umwickeln (mit einem Taschentuch, oder so) oder gar ein Kondom überzuziehen? Gibt es da andere Möglichkeiten??
Liebe Grüße, Fabian (27)

Hey Fabian,
ich hätte da erst noch paar Fragen:
1) „Wenn ich meine Hoden berühre, entsteht ein großer Druck“: Wenn du sie WIE berührst? Bitte genauer werden!
2) Tun die Hoden manchmal weh? Wenn ja, wann und wie oft?
3) Hast du bemerkt, ob sie sich in der Größe verändert haben?
4) Gab es bei dir vor dem Auftreten des Problems irgendwelche Veränderungen, die evtl auf deinen Hormonhaushalt einwirkten? z.B. Gewichtszu- oder abnahme, mehr / weniger Sport, Ernährungsumstellung, mit Rauchen aufgehört, Stress, Medikamente (welche?), Drogen (welche?) o.ä.?
(Die Trennung liegt meines Erachtens schon zu weit zurück.)
5) Onanierst du? Wenn ja, wie oft? Wenn nein, warum nicht?
6) Kam diese Überempfindlichkeit schon mal bei dir vor? Wenn ja, wann?
Herzlichst, Beatrice
 

Liebe Beatrice,
vielen Dank für die rasche Antwort! Nun zur Beantwortung Ihrer Rückfragen:
1) Ich berühre und drücke gerne leicht meine Hoden, vor allem nachts im Bett.
2) Tun die Hoden manchmal weh? Nein, weh tun sie nicht.
3) Ob sie sich in der Größe verändert haben? Ich denke, nein. Nur wenn ich morgens mit einem Steifen aufwache, wirken sie häufig sehr prall.
4) Irgendwelche Veränderungen, die evtl auf meinen Hormonhaushalt einwirkten?
Es gab keine gravierenden Änderungen in den letzten Jahren. Mein Gewicht ist unverändert, ich treibe regelmäßig Sport, habe noch nie geraucht und nehme keine Medikamente oder gar Drogen zu mir. Ich habe vielleicht ein wenig mehr Stress, da demnächst meine Prüfungen an der Uni anstehen. Der Stress hält sich aber noch in Grenzen.
5) Nein, ich onaniere nicht, weil ich hoffentlich bald wieder eine Freundin habe. Nachts im Bett streichle ich mich gerne ein wenig und berühre sanft meine Hoden. Dadurch schlafe ich meistens gut ein.
6) Kam diese Überempfindlichkeit schon mal vor?
Bei der Überempfindlichkeit muss ich unterscheiden:
– Die Hoden spielten beim Liebesspiel schon immer eine große Rolle. Wenn sie von meiner Partnerin berührt oder gedrückt wurden, stieg meine Erregung stark an. Das ist jetzt noch ein wenig stärker, wenn ich sie nachts berühre.
– Der Penis war vorher normal empfindlich, aktuell ist er noch etwas empfindlicher.
– Die Brustwarzen waren vorher eher weniger empfindlich/erregbar. Zur Zeit werden sie praktisch von allein hart.
Eine derartig starke Sensibilität gab es vorher noch nie.
Herzlichst, Fabian

Lieber Fabian,
im Frühling spielen bei vielen Leuten die Sexualhormone verrückt – vielleicht liegt deine plötzliche Überempfindlichkeit einfach nur daran. Klingt nämlich danach.
Auf jeden Fall ist es ein verbreitetes männliches Phänomen, was man umgangssprachlich mit „er hat Druck“ umschreibt. Dein Körper wird diesen Druck teilweise los, indem er dir nächtliche feuchte Träume beschert. Die meisten Männer lassen den Druck einfach raus, nämlich durch onanieren. 97 % aller Männer zwischen 16 und 60 onanieren regelmäßig, denn es ist etwas völlig Normales – warum du nicht?
Die Natur hat diesen „Druck“ und den Onanierdrang der Männer eingerichtet, um dafür zu sorgen,
1) dass das Sperma immer schön frisch ist (je älter das Sperma, desto weniger fruchtbar),
2) dass der männliche „Fortpflanzungsapparat“ in Schuss bleibt (z.B. bei Männern, die weder Sex haben noch onanieren, erlahmt die Beckenbodenmuskulatur zum Teil, was zur Folge hat, dass sowohl Orgasmus als auch Ejakulation lahm werden),
3) dass der Hormonhaushalt in Schuss bleibt (regelmäßige sexuelle Aktivitäten, auch an sich selbst, fördern die Bildung von männlichen Hormonen).

Mach deinen Sex nicht davon abhängig, ob du eine Freundin hast. Hilf dir selbst und hab Spaß dran. Hör auf, bloß an deinen Hoden rumzuspielen, denn das ist ja, als ob dir eine Frau nur Vorspiel gibt und dich erregt, ohne dass du dann Befriedigung erlangst. Gönne dir diese Selbstbefriedigung! Das Bettlaken schonst du übrigens, indem du dabei ein Taschentuch bereithältst oder tatsächlich ein Kondom überziehst oder es einfach im Badezimmer tust.
Ich rate jedoch davon ab, vor dem Schlafen ein Kondom anzuziehen, um die „feuchten Träume“ aufzufangen, denn das würde den Bakterienwuchs unter der Vorhaut und in der Harnröhre anfachen und somit Entzündungen begünstigen.

Die überempfindlichen Brustwarzen kannst du übrigens mit betäubenden Salben eincremen, die du in jeder Apotheke bekommst, aber vielleicht ist das auch gar nicht mehr nötig, wenn du ein paar Tage hintereinander von eigener Hand deinen „Druck“ loswirst.
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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