Fragen zur Vorhaut und zur Beschneidung

Hallo Beatrice!
Mal ne Frage. Wenn ich mit meinen Freunden beim Sport bin und wir uns nachher immer duschen, dann vergleichen wir schon mal ab und zu die Größe und Länge der einzelnen Pennise. Mir ist aufgefallen, dass ein paar meiner Freunde einen etwas anderen haben als ich. Denn bei mir hängt die Vorhaut ca. 1 bis 1,5 cm über die Eichel. Bei manchen anderen ist es nicht so. Bei denen schaut die Eichel raus. Kann es sein, dass sie etwa als Kleinkind beschnitten wurden oder was? Bringt das Vorteile? Reibt es so nicht in den Unterhosen?
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Hinnerk (20)

Wenn die Vorhaut zu kurz ist, wurde man dann beschnitten?

Bei manchen bedeckt die Vorhaut die Eichel nur zu einem kleinen Teil…

Hi Hinnerk,
genauso wie Penisse sind auch Vorhäute so unterschiedlich wie Gesichter. Manche haben eben eine lange Vorhaut (wie du), manche eine kurze. Das hängt oft auch davon ab, wie groß der Penis im schlaffen Zustand ist. Im steifen Zustand gleicht sich das dann ungefähr an, denn dann zieht sich die Vorhaut ohnehin zurück und befindet sich dann mehr oder weniger unter der Eichel (und ist oft gar nicht mehr zu sehen).
Manche Männer haben von Natur aus eine so kurze Vorhaut, dass die Eichel ein wenig herausguckt, bei anderen ist es vielleicht eine Teil- oder Ganzbeschneidung (die z.B. bei starker Vorhautverengung gemacht wird oder aus religiös-kulturellen Gründen).
Du fragst:
„Bringt das Vorteile?“
Das ist unterschiedlich. Die meisten Männer, die im Kleinkindalter beschnitten wurden, kennen sowieso keinen Unterschied und kommen mit ihrem beschnittenen Penis genauso klar wie die Unbeschnittenen.
Ein Vorteil ist sicherlich, dass es hygienischer ist bzw. die Hygiene weniger aufwändig ist, weil keine Vorhaut da ist, unter der sich Ablagerungen bilden können.
Sehr viele Frauen empfinden es als Vorteil, dass ein Beschnittener besser riecht, besser schmeckt und besser aussieht. Allerdings sollte die Optik kein Grund sein, sich von der Vorhaut zu trennen. Viele behaupten auch, dass Beschnittene beim Verkehr länger durchhalten, weil die Eichel durch das ständige Freiliegen unempfindlicher wird. Dies wird allerdings von Beschneidungsgegnern als Nachteil genannt. Sie sagen, dass dadurch die Empfindungsfähigkeit des Penis vermindert wird und außerdem die hin- und hergleitende Vorhaut ja auch ihren Teil zur sexuellen Lust beiträgt.
Das stimmt zwar, ich muss dazu allerdings sagen, dass fast alle beschnittenen Männer, die ich kenne, dies nicht als Nachteil empfinden. Sie sagen, sie hätten mindestens genauso viel Spaß am Sex. Nur einer beklagte sich auch drei Jahre nach der Beschneidung (er musste im Alter von 42 wegen einer chronischen Hautentzündung beschnitten werden) über Empfindungseinbußen; ich erklärte ihm dann “Re-Sensibilisierungs-Übungen” (die empfehle ich noch öfter, wenn der Penis durch zu viel Onanieren unsensibel geworden ist) und er berichtete mir nach zwei Monaten, er habe wieder seine volle Sensibilität im Penis.
(Diese Übungen stehen auch in meinem Buch “Sex für Faule und Gestresste: So holen Sie mehr aus Ihrem Liebesleben – mit weniger Aufwand!“, siehe unten.)

„Reibt es so nicht in den Unterhosen?“
Wenn man nicht im Kleinkind-Alter, sondern erst später beschnitten wird, ist dies in der ersten Zeit (in den ersten paar Wochen bis Monaten) tatsächlich ein Problem. Aber, wie mir berichtet wurde, verliert sich dieses unangenehme Gefühl allmählich, da die Nerven sich dran gewöhnen. Außerdem kann man in der ersten Zeit ein Penisfutteral tragen, die Eichel einschmieren oder ähnliches tun, um die Reibung zu reduzieren.
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder