Wir haben seit 25 Jahren Sex, aber sie verweigert mir Oralsex und Hundestellung

Sehr geehrte Frau Poschenrieder,
ich möchte mich mit einer Bitte um Rat an Sie wenden.  Das Problem, um das es geht, besteht bei anderen Ehepaaren so oder in ähnlicher Form auch. Diese Erkenntnis habe ich aus vertraulichen Gesprächen mit guten Freunden mitbekommen. Leider sind die Freunde entweder zu prüde oder zu feige, um sich hierzu Rat zu holen. Ich habe auch lange überlegt, ob ich Ihnen ohne Tabus die Situation schildere.
Seit über 24 Jahren bin ich (50) gut und zufrieden verheiratet. Es soll auch so bleiben. Ich möchte mit meiner Ehefrau (48) gemeinsam alt werden. Wir haben zwei  Kinder, die längst erwachsen sind.
Unser Sexualleben ist im Wesentlichen gut. Wir haben mindestens zweimal in der Woche  Geschlechtsverkehr. Leider ist nach den Jahren alles etwas zur Routine geworden. Meine Ehefrau mag keinen Oralsex und nicht von hinten (vaginal oder anal ) genommen werden. Sie verweigert mir diese Praktiken immer wieder. Sie besteht nicht auf der Missionarsstellung, doch ist sie der Meinung, beim Geschlechtsverkehr müssen sich die Partner in die Augen sehen.  Oralverkehr lehnt sie wegen entstehender Krankheiten im Mund- und Rachenraum ab.
Wie soll ich mich verhalten? Ich würde gern einmal die beschriebenen Praktiken ausprobieren. Den Verkehr mit einer Prostituierten lehne ich dabei ab, weil er ohne Leidenschaft der Frau erfolgt und nur der Finanzen wegen durchgeführt wird. Mir gefällt hierbei auch die ganze Atmosphäre und das zum Teil widerliche Ambiente nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine normale Frau zeitweilig meine Geliebte werden würde, nur um mit den erwähnten Praktiken zu experimentieren. 
Wie sollte ich überhaupt eine solche Frau kennen lernen. Es dürfte unmöglich sein, Frauen daraufhin direkt anzusprechen. 
Wie schon erwähnt möchte ich auch meine Ehe auf keinem Fall gefährden. Deshalb wende ich mich vertrauensvoll um einen Ratschlag an Sie, als Fachfrau für derartige Themen.
Vielen Dank im voraus für Ihre Ratschläge.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus (50)   
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Lieber Klaus,
ich werde Ihnen auf keinen Fall raten, sich eine Geliebte zuzulegen oder zu einer Prostituierten zu gehen, denn das würde in der Tat Ihre Ehe gefährden – und das sollten Sie nicht riskieren, da es eine wirklich gute Ehe zu sein scheint.
Stattdessen sollten Sie alles ausprobieren, was es an Möglichkeiten gibt, um zu schauen, ob Ihre Frau doch noch das eine oder andere mögen könnte. Denn als absolut positiv kann ja vermerkt werden, dass Sie beide, obwohl schon ein Vierteljahrhundert zusammen, immer noch so ein reges Sexualleben haben! Nach so langer Zeit noch „mindestens zweimal in der Woche“, Junge Junge!
Wobei man da auch mal schauen müsste, ob Ihre Frau evtl nur deshalb so häufig mit Ihnen schläft, weil sie denkt, das gehöre zu den Aufgaben einer guten Ehefrau oder dass ihr Mann sonst unzufrieden sei oder fremdgehen könnte. Denn in dem Fall gibt eine Frau nur das „Minimal-Programm“.
Ich sag mal gleich: „anal“ können Sie wahrscheinlich vergessen; denn wenn Ihre Frau Ihnen sogar die ganz normale Stellung von hinten sowie Blowjobs verweigert, dann ist Analsex utopisch.

In der Regel ist es so: Je lustvoller und erregter eine Frau beim Liebesspiel wird, desto mehr ist sie bereit zu geben und sich auch so relativ „normalen“ Wünschen zu öffnen wie Oralsex und Hundestellung. Insofern könnte es sein, dass Ihre Gattin eben kein besonders hohes Lust- und Erregungslevel erreicht. Aber um zu klären, ob es so ist und wie man das ändern könnte, müsste ich stundenlang mit Ihnen hin- und herschreiben, das würde den Rahmen dieser kleinen Beratung sprengen.
Sie können erst mal folgendes machen:
1) Fragen Sie Ihre Frau ganz offen, ob sie beim Sex überhaupt ein hohes Erregungsniveau erreicht und was Sie tun könnten (bzw was am gemeinsamen Sex geändert werden müsste), um es zu erhöhen. Dabei dürfen Sie keinerlei Bezug auf Ihre eigenen Sexwünsche nehmen – Ihre Frau weiß ja eh, dass Sie sich das wünschen, und jedes erneute Aussprechen setzt sie unter Druck und verringert ihre Lust darauf.
2) Besorgen Sie sich mein Buch „Sex für Faule und Gestresste“ (9,90 Euro); darin finden Sie Hintergrundinfos und Tipps, was bei Frauen auf die Lust drückt und wie man die Erregung erhöhen kann, und es gibt einen Extra Teil für Männer, in dem es explizit darum geht, wie man es schaffen kann, „Spezialwünsche“ erfüllt zu bekommen.

Übrigens finde Sie in dem o.g. Buch im Kapitel mit den Stellungstipps auch drei Stellungen, in denen Sie die Frau von hinten nehmen, aber sich dabei trotzdem ins Gesicht schauen können. Das wäre mal ein guter Anfang.

Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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