Frag Beatrice

Wie sicher sind Scheidenzäpfchen? Zusätzlich Kondom oder Diaphragma nehmen

Hallo Beatrice,
ich habe einen neuen Freund, mit dem ich gerne schlafen möchte, aber ohne Kondom, denn davon bekomm ich meistens so ein Brennen und Jucken in der Scheide, naja und mein neuer Freund mag sie überhaupt nicht… Deswegen habe ich mir gestern Scheidenzäpfchen in einer Apotheke gekauft… Und jetzt wollte ich dich fragen, ob die sicher sind! Und WIE sicher sie sind!
Auf der Packungsbeilage steht, dass sie, wenn man sie richtig anwendet, sicher sind! Aber normalerweise heißt es doch, dass chemische Verhütungsmittel nicht sehr sicher sind…
Es wäre sehr lieb, wenn du mir antworten könntest…
Dankeschön, Annalena (17)

Liebe Annalena,
klar steht auf der Packungsbeilage, dass sie, wenn man sie richtig anwendet, sicher sind – ist ja vom Hersteller geschrieben, und der will sein Produkt verkaufen. Leider muss man jedoch sagen, dass die Zäpfchen nur dann einen einigermaßen sicheren Schutz gewähren, wenn man sie zusammen mit einem anderen Verhütungsmittel anwendet, z.B. Kondom oder Diaphragma. Allein angewandt, sind sie zu unsicher – Versagerquote bis zu 25 Prozent!
Versucht es auch mal mit Kondomen aus Kunststoff statt Gummi (Latex), denn die Kunststoffkondome machen normalerweise in der Scheide kein Brennen oder Jucken.
Wenn ihr keine Kondome mögt, wäre ein Diaphragma eine gute Sache. Es besteht aus einer Gummihaut, die kuppelförmig über einen elastischen Ring gespannt ist. Zum Einführen drückt man es zwischen den Fingern zusammen und schiebt es tief in die Scheide (wie einen Tampon). Losgelassen, öffnet es sich und bildet eine Scheidewand zwischen Vagina und Muttermund. Man kann es schon zwei Stunden vor dem Akt einlegen. Zwischen Samenerguß und Herausnehmen müssen mindestens 8 Stunden liegen. Aber sie dürfen bis zu 24 Stunden im Körper bleiben.
Zuverlässig ist das Diaphragma nur, wenn man zusätzlich ein spermienabtötendes Gel oder Scheidenzäpfchen anwendet. Versagen kann es auch, wenn es vor statt über dem Muttermund liegt (kann man ertasten), wenn die Größe nicht stimmt (muss von einer Fachperson angepaßt werden) oder wenn sie sich durch tiefe Stöße o.ä. verschieben. Deshalb ist es wichtig, dass man sich die Anwendung genau erklären lässt (vom Frauenarzt oder bei einer „Pro Familia“-Stelle oder im Frauenzentrum) und das Einlegen vor dem „Ernstfall“ ein paar mal übt.
Herzliche Grüße
Beatrice Poschenrieder

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