Wie kriege ich ihn dazu, ein paar Verhaltensweisen zu ändern?

Frage:
Mein Partner hat ein paar Verhaltensweisen und Macken, die sich in unserer Beziehung immer wieder sehr störend auswirken und die mich immer wieder fuchsig machen. Leider ist er ziemlich stur und kritikresistent, will sich von mir nie “was sagen lassen”, fühlt sich superschnell in eine Ecke gedrängt, wenn ich ihn zu etwas bewegen will; insgesamt geht er zu wenig auf mich ein. Aber vielleicht stelle ich es auch falsch an?
Wie kann ich es schaffen bzw. wie bewege ich ihn dazu, dass er blödes Verhalten lässt und sich ein Stück weit mehr auf die Beziehung einstellt?

Antwort:
In dem “Programm”, das ich jetzt vorschlage, geht nicht um schnödes Ändern seines Partners, sondern auch der eigenen Verhaltensweisen und der ganzen Atmosphäre in der Beziehung. Allerdings müssen Sie dafür sehr konsequent und auch geduldig sein. Ich geb Ihnen jetzt nur mal ein paar Anhaltspunkte.

Das Grundprinzip ist, dass Sie die „Strategien“ oder Mechanismen, mit denen Sie bis jetzt versucht haben, Ihre Beziehung zu ändern / Ihren Partner zu etwas zu bewegen, aufgeben, wenn sie nicht funktioniert haben, und etwas anderes anwenden (mehrere Versuche mit verschiedenen Ansätzen). Und dass Sie die Dinge, die sich auch danach noch nicht geändert haben, akzeptieren als Eigenheit Ihrer Partnerschaft und sich damit arrangieren.
Zur Einführung schauen Sie bitte mein YouTube-Video “Mann ändern”.

Es geht los…
Sobald ein Mann spitzkriegt, dass Sie ihn ummodeln oder zu unerwünschten Handlungen bringen wollen, macht er auf stur. Die erste Regel lautet also:
• Lassen Sie ihn Ihre Änderungstricks nicht merken. Denn
A) lässt sich ein echter Kerl nichts (oder wenig) von einer Frau sagen und hat seinen eigenen Kopf,
B) will er ja um seiner selbst willen geliebt werden,
C) kommt er selber bestens klar damit, wie er ist. Behalten Sie also immer im Auge, dass er denkt, er wolle es selbst. Wie Sie das hinkriegen, verrate ich gleich.

• Denken Sie lösungsorientiert. Verschwenden Sie keine weitere Zeit damit, nach den Ursachen zu forschen, warum er so (egozentrisch / respektlos / …) geworden ist. Die Erkenntnis “Seine Erziehung / die Schwiegermutter / unsere Machogesellschaft hat ihn verdorben” nützt Ihnen nichts. Auch Schuldzuweisungen an ihn sind reine Energieverschwendung. Ändern Sie sich, dann ändert auch er sich. Schauen Sie nach vorn…
Überlegen Sie vorher, wie Sie das gewünschte Verhalten am besten auslösen. Tun Sie das, was Erfolg verspricht, und nicht das, was eine spontane Regung Ihnen eingibt.

• Setzen Sie sich ganz genaue Ziele. Wünsche wie “hätte er nur mehr Zeit für mich” sind zu pauschal. Sie müssen konkretisieren, etwa: “Ich möchte, daß er jeden zweiten Tag mindestens eine Stunde mit mir gestaltet, ohne dabei etwas anderes zu tun, z.B. fernsehen.”
Teilen Sie die Ziele in kleine Schritte auf (“heute abend 15 Minuten Kuscheln und Streicheln”) und realisieren Sie einen nach dem anderen. Wenn Sie zuviel auf einmal wollen, besteht Schiffbruchgefahr.
Und formulieren Sie positiv! Also statt “wäre er nur nicht so oft abwesend” lieber “ich möchte, dass er mehr mit mir unternimmt.”
Er kommt Ihnen eher entgegen, wenn er genau weiß, was Sie von ihm wollen – und wenn Sie nicht gleich zuviel verlangen.
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie wollen, nicht auf das, was Sie nicht wollen. Überlegen Sie nicht, wie er sein sollte, sondern was konkret er tun soll. Das ist seine Sprache.

So – jetzt die zehn Zauberstrategien, um das Beste aus Ihrem Schatz zu holen. Welche die richtige für Ihren Fall ist, müssen Sie nach Gefühl entscheiden. Haben Sie Geduld, wenn´s nicht gleich funktioniert, geben Sie ihm mindestens zwei Wochen zu reagieren. Nur wenn Ihre Beziehung in Gefahr ist, versuchen Sie gleich eine andere Methode.

1) Formulieren Sie Ihre Bedürfnisse knapp, deutlich, einfach und freundlich. Wenn Sie zuviel drumherumquatschen, geht´s bei ihm zum einen Ohr rein und zum andern wieder raus. (Und hüten Sie sich vor negativen Erwartungen und Zynismus à la “du wirst zwar wieder die ganze Woche für deine Kumpels verplant haben, aber vielleicht hast du ja mal die Gnade, mir ein paar Stündchen zu widmen” – das erzeugt gleich Widerstand!)
Falls Ihre klare und nette Bitte nicht fruchtet, probieren Sie einfach eine der folgenden Methoden.

2) Quengel- und Totquatsch-Stop. Männer haben eine Allergie gegen alles, was nach Bevormundung riecht, und Ihre ausschweifenden Wortkaskaden, wiederholten Hinweise oder gutgemeinten “Ratschläge” empfinden sie als Besserwisserei oder Nörgeln. Und damit haben sie auch gleich einen guten Grund, sich zu widersetzen. Geben Sie ihnen diese Chance erst gar nicht. Wenn Ihr Partner sagt: “Hör auf zu nörgeln / mich zu belehren”, dann tun Sie genau das. Das schafft schon mal eine positive Grundlage für die beste Strategie:

3) Aktionesisch. Je genauer Sie wissen, wie er tickt, denkt und fühlt, desto besser können Sie dort einhaken, was ihn interessiert und motiviert – und was ihn abschreckt! Etwa Diskussionen. Eine Sprache, die alle Männer verstehen, ist “aktionesich”: Handeln statt quatschen. Wenn er zum Beispiel immer mindestens eine halbe Stunde zu spät kommt, dann sind Sie eben nach 15 oder 20 Minuten weg. Wenn er am Wochenende zu wenig mit Ihnen unternimmt, verplanen Sie Samstag und Sonntag mit anderen Leuten. Das fällt anfangs schwer, aber ist besser als Dauer-Frust. Schwärmen Sie ihm hinterher vor, wie nett Sie es hatten – vielleicht kriegt er dann Lust, das nächste Wochenende „nett“ mit Ihnen zu verbringen!

4) Positive Verstärkung. Wenn er etwas in Ihrem Sinne tut, reagieren Sie positiv. Durch Freude, Gut-Drauf-Sein, Lob, Komplimente, Zärtlichkeit… Selbst wenn Sie seine Tat für selbstverständlich halten oder sein Entgegenkommen geringer ausfällt als Sie sich erhofft haben: Bitte auf keinen Fall eine Schnute ziehen, sondern jedes Schrittchen in Ihre Richtung honorieren – und zwar sofort, damit sein Unterbewusstsein es mit etwas Gutem verbindet. (Aber machen Sie´s nicht zu offensichtlich!)
Kritisieren Sie ihn nicht, wenn er es nicht ganz in Ihrem Sinne tut.
Belohnen Sie ihn, selbst wenn er es nicht besonders verdient hat – etwa weil sein Beziehungsbeitrag schon längst fällig war.
Wichtig: Die Belohnung muss nach seinem Geschmack sein – und nicht ich IHREM!!

5) Sorgen Sie dafür, dass er im Bett nicht zu kurz kommt. Sexuell befriedigte Männer sind, da das für die meisten ein wichtiger Bereich ist, eher bereit, dann ihrerseits viel zu geben – wo auch immer.

6) Ignorieren Sie unerwünschtes Verhalten. Jede Form von Beachtung, auch negative, bestärkt ihn. Gerade wenn Sie Provokationen beharrlich übersehen, hört er schließlich damit auf. Betonen Sie seine Stärken, übersehen Sie seine Schwächen. Wenn Sie ihn wirklich einmal zurechtweisen müssen, etwa weil er Sie verletzt hat, dann tun Sie es klar, schnell und versöhnlich. Sobald Sie es überziehen, sieht er nur Sie kritisch statt sich selber.

7) Tun Sie nichts. Es ist oft wie bei einer Wippe: Je mehr der eine tut, desto weniger tut der andere. Wenn Sie also diejenige sind, die immer das Reden, den Haushalt, die Freizeitplanung übernimmt, dann überwinden Sie sich, das für eine Weile sein zu lassen. Halten Sie so lange durch, bis er reagiert. Oft bekommt er erst so Gelegenheit, das Thema auf seine Art anzugehen.

8) Kopieren Sie seine Untugenden und setzen Sie karikaturistisch noch einen drauf. Beispiel 1: Er versucht, Ihnen was zu verbieten. Verbieten Sie ihm im Gegenzug noch mehr, und zwar humoristisch-übertrieben, so dass er merkt, wie albern sein eigenes Verhalten ist.
Beispiel 2: Er ist knickrig, Sie werden zum absoluten Pfennigfuchser. Und zwar so lange, bis er eine großzügigere Einstellung gewinnt.

9) Tun Sie etwas Unerwartetes. Statt immer auf dieselbe (erfolglose) Art zu reagieren, wenn er Ihnen gegen den Strich geht, tun Sie etwas, was Sie noch nie getan haben. Es kann auch was völlig Abgedrehtes oder Absurdes sein, etwa, laut loszulachen oder ihm den nackten Hintern zeigen. Oder das komplette Gegenteil dessen, was Sie sonst immer getan haben.
Beispiel 1: Ihr Süßer verbringt immer mehr Zeit mit seinen Kumpels statt mit Ihnen, Sie warten auf ihn, jammern und nölen. Die Kehrtwendung: Sie zeigen viel Verständnis, dass er bei seinem Streß die Ablenkung durch die Freunde brauche, die Entspannung durch das Bier, und er müsse sich nicht beeilen, zu Ihnen zu kommen. Denn Sie haben sich schon für die ganze Woche mit Freundinnen verabredet (tun Sie´s wirklich!!!).
Beispiel 2: Er macht Ihnen zu viele Vorschriften. Anstatt beleidigt zu sein, sich zu rechtfertigen oder zurückzuschlagen, können Sie zweierlei tun: Erstens ihm im ruhigen Ton sagen, dass er das lassen soll, zweitens sich eine kreative Lösung überlegen, die ihm helfen kann, sein Vorschriften-Machen in Frage zu stellen.

10) So tun als ob. Wenn Sie zum Beispiel an seiner Liebe zweifeln, dann tun Sie, als ob Sie sich seiner Zuneigung absolut sicher sein können, oder verhalten sie sich wie am Anfang, als Sie beide frisch verliebt waren. Erwarten Sie Gutes, denken Sie positiv, dann tritt es auch eher ein – nicht zuletzt, weil Sie eine ganz andere Ausstrahlung haben.
Fangen Sie an, ihn wieder zu schätzen; erstellen Sie eine (geheime) Liste seiner guten Eigenschaften und konzentrieren Sie sich wieder mehr darauf statt auf seine schlechten. Machen Sie den Anfang, und er wird automatisch nachziehen!
Wenn Sie Ihren Partner von vornherein in eine Schublade stecken und negative Erwartungen haben, programmieren Sie den Misserfolg vor.
Und erlauben Sie ihm auch mal, anders zu sein. Ein Mann eben.

Und was, wenn eine der Methoden gefruchtet hat? Zurücklegen und auf den Lobeeren ausruhen? Bloß nicht! Immer schön dranbleiben und weitermachen. Das selbe gilt auch für Rückschläge – begegnen Sie ihnen mit Kreativität und Optimismus.

Ich hoffe, Sie haben die Kraft und die Geduld, sie zu realisieren!
Alles Gute wünscht
Beatrice Poschenrieder