Kann ich ihm helfen, sich von seiner Frau zu trennen?

Liebe Beatrice,
letztes Jahr habe ich (22) meinen Job gewechselt. Einen meiner Kollegen fand ich total unsympathisch; jedoch je länger wir uns unterhielten, desto mehr merkten wir die gleiche Wellenlänge. (Zu diesem Zeitpunkt war er gerade 4,5 Monate verheiratet). Durch viele Gespräche ist ihm bewusst geworden, dass er nur geheiratet hat, weil die Umwelt es langsam mal von ihm erwartet hat, da er schon 39 ist. Wir haben uns also in einander verliebt und haben seit November eine Affäre.
Seine Frau ist ein Mauerblümchen, die ihr Leben zu 100% auf ihn abgestellt hat und nur noch für ihn lebt. Vielleicht ist noch dazu zu sagen, dass seine Frau 30 ist und schon zu „alt“ für ihn. Er ist in seinem Beruf sehr erfolgreich und sagt, er lebt noch das Leben eines 25jährigen, was bei ihr längst nicht mehr aktuell ist. Er weiß, dass er sie nicht mehr liebt, und möchte, dass sie aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Hinzu kommt noch, dass er sehr viel und sie sehr wenig verdient, er sie also finanziell unterstützen müsste.
Emotional bin ich im Moment sein Leben und gebe ihm die Kraft. Aber nun erzählt er bereits seit 3 Monaten, dass sie bestimmt bald ausziehen wird, bzw. ausziehen soll, er ein neues Leben beginnen will, sein Leben so leben möchte, wie er es will und nicht sie.
Er ist sich auch bewusst, dass ich mich auch schnell wieder von ihm trennen kann, er hat ihr schon gesagt, dass die beiden keine Zukunft zusammen haben, sie ist natürlich am Boden zerstört. Aber letztlich passiert nichts. Sie zieht nicht aus, weil sie es ja auch gar nicht will. Er schiebt irgendwelche Dinge, Entscheidungen gegen sie immer wieder vor sich her, da er nicht den richtigen Zeitpunkt findet. Er redet von Scheidung, hat aber doch nicht den Mut.
Was meinst du, wie kann ich ihm helfen? Wird er es Überhaupt tun bzw. schaffen, sich von ihr zu trennen? Soll ich mir eine Frist setzen, bis wann ich dieses Doppelspiel noch mitmache und sich nicht offensichtlich was ändert? (Sie weiß nichts von uns, aber er belügt sie ohne Ende). Auch des Geldes wegen möchte er, dass das Ganze glatt über die Bühne geht. Das funktioniert doch eh meist nicht, oder? Ist das Ganze hoffnungslos und ich sollte mich erstmal zurückziehen bis er seine Dinge geregelt hat?
Vielen Dank für Deine Hilfe,
Deine Janine (22)

Liebe Janine,
wie kannst du ihm helfen? Eigentlich gar nicht, außer ihm zu zeigen, dass du bereit bist, eine dauerhafte und gute Beziehung mit ihm einzugehen, falls er es schafft, sich zu trennen. Aber du darfst dich auf keinen Fall in seine Entscheidung einmischen und schon gar nicht irgendwelche Aktionen starten, wie: seiner Frau was zu stecken. Das alles ginge nach hinten los.
Okay, ein wenig indirekten Druck kannst du machen: indem du ihm klar machst, dass du dieses Doppelspiel und das Dasein als Schattenfrau nicht mehr lange aushältst. Setz ihm erst mal kein Ultimatum, aber mach eines mit dir selber ab. Wie lange bist du noch bereit zu warten? Wie lange hältst du es noch aus, ohne wirklich zu leiden?
Wenn du merkst, dass es dich nur noch runterzieht, dann musst du anfangen, dich zu lösen. Und dich zurückziehen. Oft ist der Rückzug der Geliebten für den Gebundenen ein entscheidender Schritt, wo er merkt: aha, jetzt wird´s ernst, jetzt muss ich mich entscheiden, denn sonst verliere ich sie. Aber es kann genauso auch anders laufen, nämlich dass er sich dann sang- und klanglos wieder in seine Ehe fügt. Du musst also deinem Gefühl folgen und das tun, was dir selbst gut tut.
Du fragst:
“Wird er es überhaupt tun bzw. schaffen, sich von ihr zu trennen?”
Im Prinzip sieht´s ganz gut aus für dich, aber man kann nie wissen. Bitte lies dazu hier in der Rubrik “Affären” herum, da findest du viele Briefe mit Anhaltspunkten, u.a. folgende Briefe:

* Wird er seine Frau für mich verlassen?

* Nur Geliebte, das macht mich kaputt!

* Wann wird er sich endlich von seiner Familie loseisen?

* Mein älterer Geliebter hält mich hin! Erst große Liebe, Versprechungen, nun…

Auch in einem meiner Youtube-Videos geht´s um das Thema (ich verrate ungefähr in der Mitte den Hauptgrund, warum Gebundene sich nicht für die Geliebte trennen):

Alles Gute
Beatrice Poschenrieder