In den ersten Wochen war er so überschwänglich, jetzt kaum noch. Liebe weg?

Liebe Beatrice,
vor einem Jahr hat mich mein Mann nach 12jähriger Ehe wegen einer anderen Frau verlassen und mit Sicherheit noch aus anderen Gründen. Wir haben 2 Söhne, der kleine war damals 4 Monate. Ihm war das zu viel, obwohl es ein Wunschkind auch seinerseits war.
Nun habe ich einen Mann, 39 Jahre, kennengelernt, vor 8 Wochen. Er wohnt 350 km von mir weg. Wir haben am Anfang sehr viele Telefonate geführt, wodurch wir uns sehr nahe kamen, als wir uns dann gesehen haben, wurde das Gefühl stark auf beiden Seiten intensiviert. Wir telefonieren sehr oft. Er meinte sogar, er wolle mich irgendwann heiraten, denn so ein Gefühl hätte er noch nicht gehabt. Er plante sogar mit mir die Urlaubszeit zu verbringen. Dies lies allerdings nach einiger Zeit auf seiner Seite etwas nach. Er meinte, er müsse sich wieder mehr auf die Arbeit konzentrieren, da er durch seine Trennung vor 1 Jahr fast nichts gemacht habe (er ist freiberuflich tätig) und er wolle jetzt sein Leben wieder in den Griff bekommen, auch wegen uns. Hört sich ja gut an. Nur, er meint, manchmal würde er sich wieder so ins Berufliche reinsteigern, dass er das Private vergisst.
Wenn ich jetzt die Urlaubszeit anspreche, meint er, er müsse es noch mit seiner Familie absprechen, was ich auch verstehen kann, er hat eine Tochter. Mit seiner Ex-Frau läuft nichts mehr, da bin ich mir sicher. Ich habe nur das Gefühl, dass er mich irgendwie nicht richtig in sein Leben einbeziehen will. Er schreibt nur noch selten SMS oder ruft an. Morgens gar nicht mehr. Abends meistens spät und gestern Abend hatte ich das Gefühl, er schreibt während unseres Telefonats SMS.
Fakt ist, dass er mich verunsichert. Er ist auch oft müde, kommt nicht in seinen Bioryhtmus, so meint er, und ist oft träge. Allerdings nicht, wenn er bei mir ist. Er meint, er hat eben viel Stress. Am letzten Wochenende hat er es wohl möglich gemacht, dass er Freitag kommt, obwohl er Samstag wieder auf Messe musste. Ich weiß, das ist alles toll, und doch bin ich verunsichert. Er meinte aber auch dann am Samstagmorgen, er brauche auch Zeit für sich, vielleicht für 1 Woche ins Kloster ohne alles??? Er erzählt auch irgendwie seinen Eltern nicht richtig von uns, da meint er, es brauche alles seine Zeit.
Was mich so verunsichert, ist, dass er am Anfang alles Mögliche wollte, und jetzt habe ich das Gefühl, er zieht sich zurück. Er meint, es liegt am Stress. Bin ich zu fordernd? Möchte ich zu viel nach dieser kurzen Zeit? Aber es war doch alles seine Idee. Ich fand es natürlich toll, dass sich jemand so intensiv um mich bemüht. Weiß jetzt irgendwie nicht, wie ich mich verhalten soll. Meine Gedanken kreisen ständig um ihn. Irgendwie glaube ich, dass man gerade bei einer Fernbeziehung auch eine Perspektive benötigt. Ist es dafür zu früh? Immer wenn er da war, meldet er sich öfter, aber wenn 2 Tage vergangen sind, wird es wieder weniger.
Danke und liebe Grüße
Diana (34)

Liebe Diana,
alles, was du beschreibst, ist relativ normal. Viele Männer stürzen sich am Anfang begeistert auf eine Frau und holen ihr das Blaue vom Himmel, und wenn die Frau dann anbeißt, relativiert sich „das Blaue“ schnell wieder.
Das Ungünstigste, was eine Frau machen kann, ist, den Mann beim Wort zu nehmen und drauf zu pochen oder ihre Erwartungen darauf aufzubauen.
Besser ist, es so zu sehen: Viele Männer sind in der Liebe wie kleine Jungs – schnell zu begeistern, aber auch schnell wieder „auf dem Boden“. Auch dieses „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist leider typisch für manche Männer.
Auf jeden Fall: Bei den meisten Männern braucht es viel mehr als 8 Wochen, um sie dauerhaft zu begeistern und zu binden.
Hab Geduld, nimm dir die Zeit, dir diesen Knaben in aller Ruhe und Gelassenheit genau anzusehen – das bist du vor allem dir selber schuldig. Es geht ja nicht so sehr darum, „was will er“, sondern „Was willst du? Ist er der Richtige? Fühlt sich die Zeit mit ihm gut an?“ usw.. Zum Beispiel kann es sein, dass sich herausstellt, dass sein Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein so groß ist, dass es nicht mit deinen Vorstellungen von einer guten Beziehung vereinbar ist (merkwürdig z.B. sein Ausspruch mit dem Kloster).
Nimm dir dafür mindestens drei Monate Zeit. In meinem Buch „Mister Aussichtslos: 12 Männertypen, die Sie sich sparen können“ enthält ein Kapitel die acht „Goldenen Regeln“, die einer Frau helfen, am Anfang gelassen zu bleiben und sich vor den typischen Anfangsfehlern zu bewahren – zum Beispiel sich zu schnell in etwas hineinzustürzen, bevor man den Partner gut genug kennt. Diese Regeln kann ich nur jeder Frau wärmstens ans Herz legen, die sich in eine neue Beziehung begibt. (Info zum Buch siehe unten.)
Und frag dich auch mal, ob etwas an deiner Art dazu führt, dass er sich nicht mehr so oft meldet. Vielleicht machst du indirekt ein klein wenig Druck? Wenn das auch nur im Ansatz stimmen könnte, dann lass es sofort bleiben und mach das Gegenteil: Zieh dich zurück, mach dich ein bisschen rar.
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder
„Mr.

Ist dein neuer Kandidat vielleicht ein Typ Mann, mit dem du nicht glücklich werden wirst? Woran du das schon zu Anfang erkennst, plus Expertenkommentare, findest du in meinem Ratgeber (11,90 Euro).

Meine YouTube-Videos zum Buch: https://www.youtube.com/watch?v=okvch201Ojs und https://www.youtube.com/watch?v=cjSKeCDWNiQ

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