Frag Beatrice

Sterilisation des Mannes: Was wird gemacht? Kann man´s rückgängig machen?

Liebe Beatrice,
ich möchte mich gerne bei Dir über Verhütungsmethoden für den Mann informieren, und zwar über die Sterilisation beim Mann.
1) Was wird bei diesem Eingriff genau gemacht?
2) Sollte ein Kinderwunsch da sein, kann dieser Eingriff rückgängig gemacht werden?
3) Ab wann ist nach dem Eingriff ungeschützter Geschlechtsverkehr möglich, ohne die Frau zu schwängern?
4) Gibt es Nachfolgeuntersuchen/ Kontrolluntersuchungen und in welchem Abstand sind diese?
5) Heißt Sterilisation, dass man beim Geschlechtsverkehr keine Flüssigkeit mehr produziert, oder ist die Flüssigkeit eventuell unfruchtbar?
6) Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Sterilisation?
7) Übernimmt die Kasse die Kosten, sollte ein Kinderwunsch bestehen?
8) Wenn nein, was kommen für Kosten auf einen zu?
Viele Grüße, Tristan (32)

Lieber Tristan,
erst mal Grundsätzliches:
1) Bei einer sog. „Vasektomie“ (Sterilisation des Mannes) wird unter örtlicher Betäubung ein kleiner Schnitt in den Hoden gemacht, dann werden die beiden Samenleiter durchtrennt und die Enden abgebunden oder verödet.
Das ist nur ein minimaler Eingriff von ein paar Minuten, also viel weniger aufwändig als die weibliche Sterilisation. Danach kannst du wieder nach Hause gehen. „Nachschmerzen“ sind gering, Sex kannst du fast gleich wieder haben (natürlich erst mal mit Verhütung).
2) Das ist leider wesentlich komplizierter als die Vasektomie. Beim Rückgängig-Machen versucht man, durch einen mikrochirurgischen Eingriff die Samenleiter wieder zusammenzufügen. Je nach Operateur und je nach den körperlichen Bedingungen stehen die Chancen, wieder fruchtbar zu werden, bei ca. 50 bis 60 Prozent (so viel ich weiß).
Deshalb lehnen sehr viele Ärzte eine Sterilisation bei Leuten unter dreißig bzw. ohne Kinder ab.
Eine Alternative bestünde eventuell darin, vor der Vasektomie sein Sperma einfrieren zu lassen.
3) Nach 2 bis 3 Monaten. Das entscheidet der Arzt nach entsprechenden Untersuchungen des Spermas.
4) Ist von Arzt zu Arzt unterschiedlich. Bitte beim Urologen bzw. Operateur deiner Wahl nachfragen.
5) Es gibt genauso viel Flüssigkeit, aber es befinden sich keine Samenfäden mehr drin. Die Fäden machen ja nur einen winzigen Bruchteil des ganzen Spermas aus.
6) Nein, es sei denn, es liegt eine nachgewiesene medizinische Notwendigkeit vor. Kostet aber nicht so arg viel, ich glaub, so zwischen 400 und 500 Euro (inklusive Nachkontrolle-Termine).
7) Die Kasse zahlt auch nicht für ein Rückgängigmachen der Vasektomie, und das wird erheblich teurer.
8) Das ist schwer zu benennen, aber unter Umständen einige Tausend Euro (also fürs Rückgängigmachen).
Herzlichst
Beatrice Poschdenrieder

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