Kurz vorm Zusammenziehen ging er fremd und steckte mich mit Tripper an (Teil 2)

((Hier die Fortsetzung des Briefes «Kurz vorm Zusammenziehen ging er fremd und hat mich mit Tripper angesteckt!», ZWEI WOCHEN SPÄTER))

Hallo Beatrice,
ich möchte mich ganz ganz herzlich für Deine Hilfe bedanken, denn ich war wirklich so verzweifelt, wie man es sich nur vorstellen kann. Es ist sehr hilfreich für mich gewesen, die Meinung einer unbeteiligten Person zu hören, denn dass man mit sowas nicht bei seinen Freunden ankommen kann, erklärt sich wohl von selbst.
Meinem Freund habe ich nun – erst mal – vergeben. Denn er ist wirklich nicht der Typ, der mir normalerweise fremdgehen würde. Er schaut nicht mal anderen Frauen auf der Straße hinterher. Da es nun eine Aktion war, die ansonsten nicht viel mit seinem Charakter zu tun hat (außer, ich hätte mich völlig in ihm getäuscht, aber das kann nur die Zukunft zeigen), bin ich noch mit ihm zusammen. Es wäre etwas anderes, wenn ich das Gefühl hätte, er würde ständig andere Frauen anbaggern. So aber hat er etwas sehr Außergewöhnliches getan, das ist so dermaßen neben der Reihe, dass er es glaub ich nicht nochmal machen wird.
Von meiner Idee der Paartherapie bin ich erstmal ab. Eigentlich würde ich das alles gerne wieder vergessen. Sollte es irgendwann dazu kommen, gebe ich Dir gerne einen Bericht. Ansonsten ist er im Moment gestraft genug, dass ich ein wenig neutral bin und nicht ständig vor ihm stehe und ihm versichere, wie wunderschön es bei ihm ist… das wäre normalerweise meine Reaktion auf das Zusammenziehen gewesen.
Deine Wanja (29)

Mein Freund hatte eine Geschlechtskrankheit, nicht von mir

Er war so zerknirscht, dass er mich mit Tripper angesteckt hat, dass ich ihm verziehen habe


Liebe Wanja,
danke für deine Rückmeldung. Es ist gut, dass du versuchst, ihm allmählich zu verzeihen, und ich hoffe, dass die Zeit diese Wunde heilen wird.
Trotzdem solltest du diesen einen Punkt im Auge behalten, den ich dir nannte als möglichen Grund sowohl für seinen Ausrutscher als auch seine geringe Libido: dass er eventuell eine unterbewusste Angst davor hat, sich ganz tief einzulassen. Und vielleicht du auch? (Ich weiß ja nicht, von wem von euch beiden es ausgeht, dass ihr auch vor dem “Eklat” so wenig Sex hattet…?)
Grade für so etwas wäre eine Paartherapie gut, oder wenigstens ein, zwei Probestunden bei einer Paarberatung. Bitte macht es, obwohl jetzt wieder alles einigermaßen gut scheint! Denn gezielte Beratung wird dir nicht nur helfen, WIRKLICH darüber hinwegzukommen und wieder Vertrauen aufzubauen; sondern da kann man auch mal drangehen zu schauen, warum bei euch die Lust auf Sex so ungleich verteilt ist und wie man das besser hinkriegen könnte (okay, diesen Aspekt musst du ihm nicht auf die Nase binden, wenn du ihn zur Beratung bittest) und ob da versteckte Näheprobleme oder die sog. “emotionale Verschmelzung” (klingt nett, ist aber nix Gutes) dahinterstecken.
Zwei Buchtipps hierzu:
Die Psychologie sexueller Leidenschaft
Sexbewusstsein: So finden Sie erotische Erfüllung

Bitte lies dazu außerdem:
Mein Freund war im Bordell, warum?
Die Vorstellung, dass er mit dieser Frau heißen Sex hatte, macht unser Liebesleben kaputt
Mein Mann war im Puff und geilt sich mit Pornos auf

Alles Gute
Beatrice Poschenrieder „"