Ich fühle mich schlecht, weil meine Freundin nicht kommt

Frage:
Meine Freundin kommt beim Sex mit mir einfach nicht zum Orgasmus, obwohl ich mich schon bemühe! Sie sagt mir zwar, dass für sie das Schönste “daran” ist, mich so nah bei sich zu spüren, aber ich habe trotzdem ein Problem damit und denke, vielleicht ist sie heimlich gefrustet und zeigt es mir nicht, um die Situation nicht zu verschlimmern? Was kann ich machen, um diesen Druck von mir zu nehmen?

Antwort:
Bei vielen Frauen erfordert es halt viel Fingerspitzengefühl, Rumprobieren und auch eine gewisse Lockerheit, damit die Gipfelfahrt klappt. Aber vielleicht bringst du das schon mit und es geht trotzdem nicht? Vielleicht ist deine Freundin einfach noch nicht so weit und hat irgendwelche inneren Anspannungen, und wenn du sie indirekt unter Druck setzt, indem du ihr unbedingt einen Orgasmus verschaffen willst, wird es nur schlimmer?
Als Tipp von mir, wie du den Druck von dir und ihr nehmen kannst: Möglichst viel Information zum Thema “weiblicher Orgasmus und entsprechende Stimulation” ist nie verkehrt.
Bitte schau unbedingt meine Youtube-Video-Reihe „Die 12 häufigsten Gründe, warum sie nicht kommt“ – es hat mehrere Teile, unten am Ende meiner Antwort findest du schon mal Teil 4, in dem ich u.a. davon spreche, wie einer Frau die Unsicherheit und der indirekte Druck seitens des Mannes den Höhepunkt erschweren.
Auch mein Orgasmus-Ratgeber “Stöhnst du noch oder kommst du schon?: Der sichere Weg zum Orgasmus” bringt dich und euch auf jeden Fall weiter!

Sind Frauen gefrustet, wenn sie nicht zum Orgasmus kommen? Manche schon, manche nicht. Kommt auch drauf an, ob sie nie kommen oder zu selten und ob´s am mangelnden Einsatz des Mannes liegt, dass da zu wenig passiert. Ich erzähl mal meine persönliche Version, weil ich glaube, dass es vielen Frauen so geht: Als ich sehr jung war, bin ich so gut wie nie gekommen (weder beim Akt noch beim Vorspiel), aber ich fand Sex an sich ganz schön, sonst hätt ich´s ja nicht gemacht. Wie deine Freundin war ich so ziemlich zufrieden damit, Zärtlichkeit und die Nähe meines Freundes zu genießen.
Dann kam ein Lover, der den Bogen raushatte, mich regelmäßig abheben zu lassen, wobei er auch sehr geduldig war, denn es dauerte damals sehr lange bei mir. Nach ihm hatte ich einige Lover, die sich keine Mühe machten, den Bogen rauszukriegen, aber da ich zu schüchtern war, ihnen zu sagen, wie´s geht, konnte ich ihnen auch nicht böse sein, und war froh, wenn´s per Zufall mal klappte. Sex machte trotzdem Spaß (meistens).
Dann kam die Zeit, wo ich selbstbewusst war, meinem jeweiligen Partner zu sagen, was ich brauche: Wenn er das beachtet, komme ich immer und es dauert auch nicht lange. Wenn ich dann oft leer ausgehe, bin ich zu Recht ein bisschen gefrustet, verständlich, oder?
Gute Bergfahrt wünscht
Beatrice Poschenrieder