Er säuft sehr viel und nötigt mich dann zu Porno-Sex

Hallo Beatrice!
Mein Problem ist, dass mein Freund sich laufend Pornos ansieht. Er verlangt dann von mir Sachen, auf die er sonst nicht kommen würde, da er es nur sieht, wenn er genügend Alkohol getrunken hat. Aber er verändert sich dann so! Sonst ist er liebevoll, zärtlich und geht auf meine Bedürfnisse ein, da es sehr schwierig ist, mich zu erregen. Ich wurde mit 14 Jahren vergewaltigt und kann daher Männern sehr schwer vertrauen und habe immer Angst, es passiert wieder.
Nachdem er sich sowas angesehen hat, wird er grob, will mich von hinten nehmen und denkt nur an sich. Ich komme mir dann vor wie ein Stück Fleisch. Ich fühle mich, als schläft er dann nicht mit mir, sondern mit der Person aus dem Pornovideo, das heißt, ich fühle mich dann auch irgendwie betrogen und benutzt. Ich habe ihn schon darauf angesprochen, wie ich mich dabei fühle, aber er streitet alles ab und gibt mir die Schuld, ich soll mich nicht so haben, das würden doch alle Männer machen.
Wie kann ich lernen, dass ich nicht eifersüchtig werde (habe mir selber so etwas angesehen, mir ist schlecht geworden und ich musste mich übergeben) und dass unsere Beziehung nicht so stark belastet wird? Ich liebe ihn doch. Brauche ich eine Therapie, um meine Vergangenheit nochmal zu verarbeiten, da ich wirklich ne Störung habe? Wie kann ich seine Bedürfnisse besser erkennen? Dann braucht er keine Pornos mehr, wenn ich so bin wie die Frauen in den Filmen.
Sabine (29)

devote Frau bei Sexspielchen

Unter Alkohol schaut er Pornos und meint, was er da sieht, müssten wir auch machen

Hi Sabine,
ich hätte da noch ein paar Fragen:
1) Hattest du schon mal eine Therapie oder Beratung wegen der Vergewaltigung? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, hat´s geholfen?
2) Seit wann seid ihr zusammen?
3) Wie oft kommt es vor, dass er trinkt, Pornos kuckt und dich dann so behandelt?
4) Was sind das für Pornos?
5) Wo kommen die her? Geliehen? Seine eigenen? Aus´m Internet?
6) Wie oft habt ihr Sex, der schön oder okay für dich ist?
7) Warum schläfst du überhaupt mit ihm, wenn er getrunken hat und Pornos guckt?
8) Hat er ein Alkoholproblem? Wie oft und wieviel trinkt er?
Bis dann, Beatrice

Erst einmall Hallo
Zu 1. Ja, hatte ich mit 14 Jahren, meine Mutter hat mich dazu überredet. Mein Vater saß deswegen 2 Jahre im Gefängnis.
Zu 2. Wir sind 7 Jahre zusammen.
Zu 3. Ungefähr 2 mal die Woche, manchmal auch 3mal.
Zu 4. Was ich mitbekommen habe, drehen sich seine Pornos um anal, Teenies und Orgien.
Zu 5. Eigentlich von allem alles (Internet, Geborgte DVD´s, ausgeliehene und eigene Pornos).
Zu 6. Wenn ich davon ausgehe, dass wir 7 Jahre zusammen sind und 7mal die Woche Sex haben müssen: In den 7 Jahren hat es mir 4 mal gefallen.
Zu 7. Weil er kein Nein akzeptiert.
Zu 8. Eigentlich jeden Tag, braucht ungefähr ne halbe Flasche Schnaps gemixt mit Cola. Er sagt, er braucht es zum Einschlafen.
Ich bitte dich um Antwort. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.
Sabine

Liebe Sabine,
zuerst etwas zu deiner ersten Mail:
„Nachdem er sich sowas angesehen hat, wird er grob, will mich von hinten nehmen und denkt nur an sich. … als schläft er dann nicht mit mir, sondern mit der Person aus dem Pornovideo, das heißt, ich fühle mich dann auch irgendwie betrogen und benutzt“.
So würden fast alle Frauen empfinden!

Du fragst:
„Wie kann ich lernen, dass ich nicht eifersüchtig werde (habe mir selber so etwas angesehen, mir ist schlecht geworden und ich musste mich übergeben) und dass unsere Beziehung nicht so stark belastet wird?
Wie kann ich seine Bedürfnisse besser erkennen? Dann braucht er keine Pornos mehr, wenn ich so bin wie die Frauen in den Filmen.“
Meine liebe Sabine, du brauchst das weder zu lernen noch seine Bedürfnisse erkennen (er zeigt sie ja ohne jegliche Hemmung!!). Und bitte werde NIEMALS wie die Frauen in den Filmen. Dein Freund ist derjenige, der falsch liegt und der die Beziehung kaputtmacht, nicht du.

Ich denke, es wäre gut, wenn du so bald wie möglich wieder eine Therapie machst oder zumindest zu einer Frauenberatung gehst. Und zwar nicht nur, um die Schäden in den Griff zu kriegen, die der Missbrauch angerichtet hat, sondern VOR ALLEM: damit du das nötige Selbstvertrauen und den Mut kriegst, dich gegen deinen Freund zu wehren!!!
Denn was er macht, ist schrecklich, schauderhaft und gemein. Was er im Suff tut, ist tatsächlich: sexuelle Nötigung, also wieder eine Art Vergewaltigung! Er vergewaltigt dich zwei- bis dreimal die Woche! Grade er müsste wissen, dass man das grade einer Frau wie dir NIEMALS ANTUN DARF!!! Das ist so schauderhaft, dass ich kaum Worte dafür finde. Warum lässt du dir das antun??! Du sagst, er sei „sonst liebevoll und zärtlich“ – aber er säuft ja jeden Tag! Vor allem: er vergewaltigt dich ja nicht nur 2- 3mal die Woche, sondern er bedrängt dich dauernd zum Sex, obwohl er genau spüren müsste, dass dir der Sex nicht gefällt! Und der Gipfel ist noch, dass er dir einredet, du hättest dich nur und alle Männer seien so. Was für ein gequirlter Bockmist. Und der Alkohol gibt ihm die billige Ausrede, seine aggressiven Sexwünsche einfach an dir auszuleben. Aber er weiß genau, was er tut, denn er ist ein schwerer Alkoholiker und wird gar nicht mehr richtig besoffen.
Du sagst, er akzeptiert kein Nein – ich bitte dich, was soll an diesem Mann „liebevoll“ sein??? Entschuldigung, ich muss mich mal wieder aufregen. Meine Fresse, was gibt es bloß für unsensible, egoistische Menschen. Ich bin sicher, du wärst besser dran ohne ihn, dann wärst du auch endlich mal diesen ständigen Sex-Druck los.

Auf jeden Fall braucht da jemand noch dringender eine Therapie als du: nämlich er. Wie gesagt, er ist ein schwerer Alkoholiker, und ich finde ihn auch in sexueller Hinsicht ziemlich gewalttätig.
Aber natürlich liegt es auch sehr an dir, ihm da endlich einen Riegel vorzuschieben, und zwar radikal.
Bitte lass dir das nicht länger antun.
Um eine Beratungsstelle und eventuell einen Therapieplatz für dich zu bekommen, schau dir bitte meinen diesbezüglichen Hinweis an in dem Brief «Wurde als Kind jahrelang missbraucht, nun kam heraus, dass mein Mann auf Kinder abfährt!» (Stichwort “Dajeb”)

Ich wünsche dir Kraft und Mut
Beatrice Poschenrieder