Mein Geliebter ist meine große Liebe, doch der Sex mit meinem Mann ist erfüllender

Liebe Beatrice!
Bin verheiratet, habe eine Tochter (14). Mein Mann und ich haben uns vor ein paar Jahren auseinandergelebt, er hatte fast keine Zeit für mich und unsere Tochter. Ich nahm mir vor 2 Jahren eine eigene Wohnung, gehen ließ er mich damals aber nicht wirklich. Er besuchte mich, verwöhnte mich, bekochte mich… und holte mich wieder zurück.
In Punkto Sex haben wir uns immer sehr gut verstanden, bei ihm kann ich mich total gehen lassen, er ist einfühlsam und achtet liebevoll darauf, dass ich auch auf meine Kosten komme. Somit haben wir gelernt, mit viel Zärtlichkeit und Kennenlernen unserer Körper, dass wir fast gemeinsam zum Orgasmus kommen, wenn wir miteinander schlafen.
Für mich ist das das Größte an Genuss, Erfüllung, auf diese Art zu kommen, alles andere (fingern, lecken, Sexspielzeuge) nehmen wir zur Abwechslung auch, aber ich bin wie fixiert, eben zu kommen, während ich ihn in mir spüre.

So, nun habe ich vor über einem Jahr einen Mann kennengelernt, mit dem mich zwischenzeitlich seelisch und geistig sehr viel verbindet… er ist auch verheiratet, aber seit Jahren mit seiner Frau auf partnerschaftlicher / freundschaftlicher Ebene zusammen (sie weiß von mir).
Diesen Mann liebe ich und er liebt mich, wir treffen uns so oft es geht, wenn wir zusammen sind, sind wir selig, glücklich, ausgeglichen. Er möchte mit mir leben, sich von seiner Frau trennen, ich bin seine Traumfrau. Mit ihm bin ich ICH… Wir sind fast telepathisch verbunden, und jede Minute, die wir nicht zusammen sind, ist ein Leiden auf emotionaler Ebene – für beide Seiten.
„wir
Nun kommt das Problem. Meinen Mann und mich verbinden unsere gemeinsame Tochter, das Finanzielle sowie dieser für mich erfüllende Sex. Bei meinem Geliebten: wir treffen uns meist im Auto, gehen saunieren, fein essen oder suchen uns Waldstückchen (er sagt, er will mir mehr bieten, und ich weiß, ich müsste nur ja sagen) – wir haben sehr heißen Sex, sind dauernd scharf aufeinander, nur habe ich das Gefühl, ich kann mich bei ihm nicht fallen lassen. Wir haben auch schon darüber geredet, dass ich Probleme habe, in verschiedenen Stellungen zu kommen (trotz zusätlicher Klit-Stimulation klappt das nicht). Er nimmt sich zwischenzeitlich auch viel mehr Zeit, aber ich habe es bisher erst 3 mal geschafft, mit ihm beim GV zu kommen. Es ist wie eine Blockade da.
Anfangs unserer “Beziehung” wusste ich, dass er ein Defizit hat an Sex… drum habe ich nicht auf mich geachtet, wollte, dass es ihm gut geht, und habe keine Forderungen gestellt. Er brachte mich mit Fingern, Oralsex und Sexspielzeugen zum Orgasmus.
Ich hatte dagegen ja zuhause den Sex, den ich brauche, holte mir diesen Sex von meinem Mann.

Nun bin ich hin- und hergerissen… einerseits wäre meine Entscheidung gefühlsmäßig getroffen: zu meinem Geliebten… nur fehlt eben das gewisse *i*-Tüpfelchen, der Sex, den ich sooo brauche.
Und da hätte ich Angst, dass ich in dieser neuen Beziehung in punkto Sex unzufrieden sein werde, und wieder auf die Suche gehen, bzw. zu meinem Mann gehen würde… oder wie auch immer.
Wo liegt bei mir denn der Knackpunkt? Siehst du als Außenstehende da besser herein?

Ich würde mich freuen, von dir eine Antwort zu erhalten. Vielen Dank im voraus, für die Zeit, die du dir dafür nimmst.
Liebe Grüße, Astrid (43)

Liebe Astrid,
du schreibst über deinen Geliebten:
„Diesen Mann liebe ich und er liebt mich, wir treffen uns so oft es geht, wenn wir zusammen sind, sind wir selig, glücklich, ausgeglichen. Er möchte mit mir leben, sich von seiner Frau trennen, ich bin seine Traumfrau. Mit ihm bin ich ICH… Wir sind fast telepathisch verbunden, und jede Minute, die wir nicht zusammen sind, ist ein Leiden“
Mann, eine vergleichbar tolle Beschreibung einer einmaligen Liebe hab ich schon lang nicht mehr gehört! Und Astrid, in unserem Alter noch so etwas zu finden, einen tollen Mann, mit dem du dich auf emotioneller, geistiger UND körperlicher Ebene gut verstehst – also das ist wie ein Sechser in Lotto.
Ich finde, so eine Liebe wiegt schwerer als die anderen Argumente.
Du schriebst:
„Meinen Mann und mich verbinden unsere gemeinsame Tochter, das Finanzielle sowie dieser für mich erfüllende Sex.“
Nun, das Finanzielle sollte die geringste Rolle spielen – Liebe ist viel wichtiger, und du würdest es später bitter bereuen, wenn du deinen Geliebten gehen ließest.
Deine Tochter, das ist eher ein Argument, und das versteh ich, dass das Bauchweh macht – aber andere getrennte Paare kriegen es auch gut hin, außerdem ist deine Tochter schon ziemlich groß.
Aber mir scheint, der Sex ist dein größtes Problem: „Da hätte ich Angst, dass ich in dieser neuen Beziehung in punkto Sex unzufrieden sein werde, und wieder auf die Suche gehen, bzw. zu meinem Mann gehen würde“.
Ich hingegen denke, es ist das kleinste Problem. Erstens, was nützt dir das perfekte Zusammenspiel mit deinem Mann, wenn du eigentlich einen anderen begehrst?
Zweitens, ich denke, es ist zu beheben.
Wenn ich das richtig verstanden habe, hattet ihr bisher (fast) keinen Sex in einem richtigen Bett in einer ungestörten Wohnung. Kein Wunder, dass du dich nicht fallen lassen kannst! Und kein Wunder, dass es mit den Stellungen und dem Fein-Tuning nicht richtig klappt!
Die allerbeste Grundvoraussetzung habt ihr schon: er kann dich per Hand, Mund und Toys zum Kommen bringen. Es wird auch irgendwann gehen, wenn er in dir ist.
Dabei könnten dir übrigens noch etwas sehr helfen: Mein Orgasmus-Ratgeber „Stöhnst du noch oder kommst du schon?: Der sichere Weg zum Orgasmus“. Darin findest du unter anderem Stellungen und Tipps, wie du beim Vaginalverkehr besser zum Höhepunkt kommen kannst.

Wie auch immer: Ich rate dir sehr dazu, zu diesem Mann ja zu sagen.
Liebe Grüße
Beatrice Poschenrieder
 

Liebe Beatrice
ja, es ist schon so, dass ich mich noch nie so zu einem Mann hingezogen gefühlt hab. Auf jeder Ebene. Dieser Mann ist mein Glück. Eigentlich habe ich mich ja schon für ihn entschieden.
Gestern meinte er, er ließe mir Zeit, wichtig ist nur, dass ich ihn liebe und will… auf ein paar „Monate“ früher oder später komme es nicht drauf an.
Er ist selbstständig, seine Frau ist nicht berufstätig – auch er muss einen großen Schritt machen, das weiß ich, aber dazu ist er bereit.
Er will lieben, leben …und das kann er nur mit mir, einen Rückschritt macht auch er nicht mehr, indem er den einfachen Weg geht und bei seiner Frau proforma bleibt.

Du hast recht, mein Liebster und ich hatten noch nie die Gelegenheit, uns richtig in einer ungestörten Umgebung zu lieben – wobei wir letztens mit dem Auto in die Garage gefahren sind, also ungestört von jeglichen Zuschauern, die Heckklappe auf… Kerzchen, Kuscheldecke, Musik… und da war er so einfühlsam, hat das Vorspiel so lang rausgezögert, bis ich bettelte, dass er in mich eindrang, und kurz vor ihm einen Orgasmus erleben durfte.
Am Freitag endlich werden wir die ganze Nacht zusammen verbringen… gemeinsam morgens aufwachen dürfen – unser Liebesnest ausbauen… Und ich freue mich schon so riesig darauf, und ich denke, dass wir uns da noch näher kommen können als bisher.
Liebe Grüße
Astrid