Meine Freundin isst kaum noch was, hängt das von ihrem Mangel an Selbstvertrauen ab?

Hat meine Freundin eine Essstörung, ist sie magersüchtig?

Sie ist schon so dünn und denkt immer noch, sie wäre zu dick!

Hallo Beatrice,
es geht um meine Freundin. Sie ist das schönste und liebste Mädchen, das ich je kennengelernt hab, nur leider glaubt sie mir das absolut nicht. Sie findet sich fett und hässlich und schämt sich deswegen immer noch vor mir, also sie mag sich mir nicht nackt zeigen (wir sind 8 Monate zusammen). Zum Beispiel hat sie sich seit einiger Zeit in den Kopf gesetzt, unbedingt 50 kg zu wiegen bei 1,68 cm, und sie isst deswegen jeden Tag noch weniger. Ich mach mir schon echt Sorgen, dass sie krank wird oder irgendwann umkippt. Ich weiß nicht, ob das damit zusammenhängt, aber sie traut sich auch nur wenig zu, und wenn sie mal was gut kann, will sie´s nicht wahrhaben.
Kann ich irgendwas machen, dass ihr Selbstvertrauen besser wird? Oder wie kann ich sie dazu bringen, selbst was zu ändern? Denn sie weiß das ja, aber sie meint, sie weiß wiederum nicht, wie sie´s ändern soll, und es ist ihr unangenehm mit mir darüber zu sprechen.
Bitte hilf mir, ich weiß nicht mehr weiter…
Alex (18)

Lieber Alex,
sicherlich hängt ihre verschobene Körperwahrnehmung und der Drang nach Dünn-Sein mit einem Zuwenig an Selbstvertrauen zusammen, aber das wird es nicht allein sein – es geht bei ihr in Richtung Essstörung, Magersucht, Selbstwahrnehmungsstörung, und das hat immer mehrere Ursachen und Auslöser, die oft extrem schwer auszumachen sind.
Du kannst ihr ein bisschen helfen, indem du nicht müde wirst, ihr immer wieder zu sagen, wie hübsch sie ist, wie wertvoll, was sie alles kann usw.; vielleicht kannst du ihr auch helfen, einen Kurs zu finden, in dem man mehr Selbstvertrauen lernt – zum Beispiel Volkshochschulen (teil auch Familienzentren) bieten sowas an.
Aber was noch wichtiger wäre: ein Gespräch mit einer Therapeutin, die sich mit Essstörungen auskennt. 50 kg bei 168 cm, das ist zu wenig! Bitte sie klar, deutlich und freundlich, dass sie das macht; biete ihr an, ihr bei der Suche nach einer Therapeutin und beim Terminmachen zu helfen und sie dorthin zu begleiten. Wenn sie abwehrt, bitte sie in zwei Wochen nochmal. Stellt sie dann immer noch auf Abwehr, dann mach DU einen Termin und geh hin (z.B. um zu erfahren, wie du dich am besten verhalten kannst).
Alles Gute
Beatrice Poschenrieder