Kennen gelernt im Internet, er wohnt weit weg: Wo soll ich ihn treffen?

Hallo liebe Beatrice!
Ich habe jetzt schon fast zwei Jahre Kontakt mit einem 22-Jährigen aus dem Internet. Wir smsen, whatsappen, telefonieren, sehen uns per Webcam, usw., kurz gesagt verbringen wir den halben Tag in irgendeiner Form zusammen.
Er ist ein sehr netter junger Mann, ich vertrau ihm, und auch meine Eltern (!) sind vom ihm begeistert, da sie ihn von kurzen Telefongesprächen etc. kennen.
Auch Telefonsex, Ausziehen vor der Kamera und ähnliches haben wir schon hinter uns (natürlich ohne Eltern), und langsam verspüren wir das große Bedürfnis, uns endlich mal zu treffen. Da über 600 km zwischen uns liegen, ist das ein kleines Problem.
Darum diese Fragen an Dich:
1.) Soll ich ihn zu mir nach Hause einladen?
2.) Soll ich ihn besuchen?
3.) Sollen wir uns an einem uns beiden fremden Ort treffen?

Zu Vorschlag 1.): Das wäre möglich, möchte ich aber nur, wenn meine Eltern nicht da sind, was leider nicht so oft vorkommt. Und: Besucht er mich, muss ich Stadtführer, ect. spielen und hab sozusagen die Leaderposition. Gefällt mir irgendwie auch nicht.
Zu 2.): Nicht schlecht, sogar sehr gut, nur gibt´s da wieder ein Problem: Er hat eine Freundin… ja… ähem, von der er es nicht schafft sich zu trennen (mag sein, oder auch nicht).
Zu 3.) Wäre spitze (keine Angst, er will mich nicht vergewaltigen oder ähnliches, dafür kenne ich ihn viel zu gut), aber da stellt sich für mich die Frage, ob meine Eltern das erlauben.

Verzwickt, hm? Würd mich freuen, wenn du mir ein kleines Lichtchen ins Dunkel machen könntest :o)
Verena (16)

Hi Verena,
also ich muss doch mal sagen, das mit seiner Freundin macht mich stutzig… Das klingt für mich verdächtig nach einem der hunderttausend Typen, die sich neben ihrer “echten” Partnerin eine nette kleine Internetbeziehung halten und eigentlich gar nicht wirklich vorhaben, sich von der echten zu trennen. Sei vorsichtig mit deinen Gefühlen! Und glaub ihm nicht alles!

So, jetzt zum Treffen. Ich würde das erste Treffen nicht so pompös oder umständlich gestalten, denn möglicherweise stellt ihr fest, dass die Chemie doch nicht so stimmt.
Ich rate dir, den bequemsten und sichersten Weg zu gehen, nämlich Nummer 1. Lade ihn nur auf ein bis zwei Tage ein. Ich selber fände es sogar besser, wenn deine Eltern da sind, denn Eltern haben oft einen verdammt guten Riecher, ob ein Kerl das Töchterchen glücklich oder unglücklich machen wird; außerdem seid ihr dann nicht so aufeinander fixiert und könnt es entspannter angehen – und deine Eltern scheinen ja sehr nett zu sein. Zudem erwartet er dann nicht unbedingt, dass du mit ihm schläfst. Ich finde nämlich, du solltest noch keinen Sex mit dem Typen haben, sondern ihn dir erst mal in Ruhe anschauen, ihn wieder ziehen lassen und dann deine Gefühle prüfen. Wenn du mit ihm intim wirst, hängst du bis zum Scheitel drin in der Geschichte, während er wieder nach Haus fährt zu seiner Freundin (und dir dann erzählt, dass er sich nicht trennen kann!). Und du sitzst da mit dem fetten Liebeskummer und fühlst dich benutzt.
Okay, das war also mein Senf dazu
Beatrice Poschenrieder