Seit 3 Jahren will er für mich seine Frau verlassen, jetzt kriegt sie ein Kind von ihm!

Eigentlich wollte er seine Frau verlassen, aber jetzt bekommt sie ein Kind von ihm

Wird er sich je von seiner Frau trennen? Sie ist schon im 7. Monat schwanger!

Hi Beatrice,
ich hoffe, du kannst mir zu meinem Problem auch einen guten Rat geben! Vor 3 Jahren habe ich im Internet einen Mann (37) kennen und lieben gelernt. Von Anfang an wusste ich, dass er verheiratet ist (seit mittlerweile 15 Jahren zusammen und davon 5 Jahre verheiratet) und wir haben sehr sehr schnell nach einigen Nachrichten und Gesprächen festgestellt, dass uns etwas Besonderes verbindet. Nach dem ersten Treffen war dann auch irgendwie alles klar: der erste Kuss, und schon war´s um uns geschehen… Es wurde dann schon so, dass wir uns wie ein Paar verhielten, jeden Tag telefonieren usw.; treffen ging allerdings selten, da uns 500 km voneinander trennen.
Aber irgendwann kam der Tag, an dem seine Frau es rausfand; dann war erst mal Schluss, aber er kam dann doch nach einer Woche wieder bei mir an und – um´s mal kurz zu machen – so ging das fast 3 Jahre lang: er konnte/wollte sich nicht trennen von ihr, nicht aus Liebe zu ihr, sondern der Gewohnheit wegen, und ich hatte/habe trotzdem meinen Stolz bewahrt und bin ihm NIE hinterhergerannt. Gut, ich bin denn doch immer wieder weich geworden, weil ich denke, wir ziehen uns nun mal wie die Magneten an und wir sind uns so ähnlich in vielen Dingen…
So, nun zum eigentlichen Problem: Jeder (inkl. seiner Geschwister und Freunde, teils auch unsere gemeinsamen Freunde, die mich sogar statt seiner Frau befürworten) weiß von mir; und er sagt, er habe IHR und auch vielen anderen gestanden, dass nur ICH in seinem Kopf bin und er sie nicht mehr liebt. ABER sie ist im 7. Monat schwanger von ihm (er wollte, nachdem das mit ihm und mir angefangen hatte, nie ein Kind haben mit ihr, es ist ein „Unfall“ und sie hat ohne sein Wissen die Pille weggelassen). Als er mir vor 5 Monaten gestand, dass sie schwanger ist, habe ich das Vertrauen zu ihm verloren, und er hat dann gebettelt und ohne Ende angerufen und mich angefleht, ich solle ihm eine Chance geben, er würde es packen, sie wolle auch, dass er auszieht, er würde ja auch suchen nach einer Wohnung und mit mir neu anfangen. Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich dann „okay“ gesagt und er müsse sich jetzt auch schon echt den Arsch aufreißen und ich könne nicht sofort ja sagen, sondern ich wolle abwarten.
Wir haben viele gute Gespräche geführt über die Zukunft, er redete mitunter sogar davon, mit mir evtl. später mal ein Kind zu haben. Aber er hat sich immer noch keine eigene Wohnung genommen.
Jetzt wollen wir trotz meiner inneren Zweifel ein Wochenende zusammen verbringen, weil er mich so gern
endlich wiedersehen möchte, es wird natürlich auch zum Sex kommen; ich möchte ihn ja auch wiedersehen weil ich schon Sehnsucht habe. Aber gestern hatten wir ein nicht so schönes Telefongespräch, in dem sich rausstellte, dass er Angst habe, nach der Geburt seines Kindes „wackelig“ zu werden… Das war dann doch wieder ein Hammer für mich.
Er meinte, es ginge ihm nicht um seine Frau, sondern um das Kind – dass er es vielleicht dann doch jeden Tag um sich haben möchte… Sprich (so denke ICH, nicht er), es könnte vielleicht sein, dass er dem Kind zuliebe wieder auf heile Welt macht und sie zusammenbleiben. Er sagt aber, er will es wirklich mit mir versuchen, aber ich müsse auch verstehen, dass es für ihn nach so langer Zeit mit ihr nicht so einfach wird, den endgültigen Schlussstrich zu ziehen, und wenn das Kind da ist, für ihn ein Mega-Einschnitt wird – inzwischen ist er nun doch neugierig auf´s Baby geworden.
Ich finde das mit dem „Angst haben, dass ich das Kind doch um mich haben will“ zum Kotzen und vor allem dem Baby gegenüber so assi (was hat das Kind davon, wenn die Eltern sich nicht mehr lieben???). Und jetzt weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich tun soll… Geduldig sein und abwarten, was nach der Geburt passiert, oder lieber ihn endgültig in den Wind schießen? Ich bin so hin- und hergerissen… Soll ich seinen Worten trauen oder nicht?!?
Frauke (31)

Liebe Frauke,
ehrlich gesagt, für mich in der neutralen Position klingt der Mann leider nach einem Dampfplauderer: viele schöne Worte und Versprechungen, nichts dahinter. Wenn er es drei Jahre lang nicht geschafft hat, seine Frau zu verlassen, obwohl er sie angeblich nicht mehr liebt – meinst du, er tut es, wenn so was Verbindendes wie ein Kind da ist?! Ich kann´s mir nicht so vorstellen. Hab eher das Gefühl, du verschwendest deine wertvollsten Jahre. Und was nützen dir seine Liebesschwüre und die wohlmeinenden Worte anderer Leute, wenn er weiterhin in seiner Ehe kleben bleibt?
Außerdem: Wenn eine Ehefrau solche Mittel anwendet wie, heimlich die Verhütung wegzulassen, um den abtrünnigen Gatten durch ein Baby wieder stark an sich zu binden, meinst du etwa, die wird ihn kampf- und klaglos gehen lassen, wenn das Kind auf der Welt ist und er sich dann überlegt, dass er jetzt mal auszieht und zu dir überwechselt? Nee nee, die wird mit allen Mitteln um ihn kämpfen. Und sie wird höchstwahrscheinlich gewinnen.

Noch eins. Um dich nach dem Schock mit der Schwangerschaft wieder auf seine Seite zu ziehen, erzählte er dir, er nehme sich eine eigene Wohnung. Tja, was ist daraus geworden? Stattdessen labert er nun davon, dass er das Kind vielleicht JEDEN TAG um sich haben möchte, wenn es mal da ist. Damit sagt er dir indirekt, dass er nie mit dir zusammenziehen wird (denn dann könnte er sein Kind ja auf keinen Fall jeden Tag sehen). Er will, dass alles so bleibt, wie es ist: Er behält seine Ehe, du bist die sporadische Geliebte.

Ich schätze, du erzählst mir das mit “er redete davon, mit mir evtl. später mal ein Kind zu haben” und “es wird natürlich auch zum Sex kommen” an dem anstehenden gemeinsamen Wochenende, weil du ein bisschen überlegst, auch einfach die Verhütung wegzulassen und es zu riskieren, schwanger zu werden, damit seine Frau nicht mehr alleine dieses gewichtige Band auf ihrer Seite hat. Ich kann dir nur heftigst davon abraten!!! Tu es nicht, es würde für dich ganz übel ausgehen.

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Alles Gute
Beatrice Poschenrieder