Löst ein Vater von vier Kindern sich je aus seiner Ehe? War mein Ultimatum richtig?

Hallo Beatrice,
ich (36) habe seit ca. 3 Jahren ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann (44). Es fing alles auf der “Just for fun”-Basis an und wurde dann superernst, als es vor ca. einem 3/4 Jahr rauskam. Seine Frau hat ihn nicht rausgeworfen, sondern will, dass er bleibt und die Ehe rettet. Er liebt sie nicht, aber kann sich auch nicht für mich entscheiden. Nach langem Hin und Her habe ich ihm ein Ulimatum gesetzt von ca. 8 Wochen… denn ich bin der Meinung, dass er es in dieser Zeit schaffen sollte, sein weiteres Leben zu planen und Lösungen zu finden. Er sagt mir ständig, dass er mich sehr liebt (Topf-/Deckel-Version), ich die Liebe seines Lebens bin, er sich nicht vorstellen kann ohne mich zu leben usw.… was mir übrigens genauso geht!
Er hat ein Kind aus erster Ehe (18 Jahre) und drei aus zweiter Ehe (7, 9 und 11 Jahre alt).
Er streitet ständig und heftig mit seiner zweiten Ehefrau und hat Ängste vor der Entscheidung, vor allem wegen seiner Kinder aus zweiter Ehe… weil er diese abgöttisch liebt (natürlich auch das erste Kind) und alles für diese tut (Freizeitgestaltung, Brote für die Schule schmieren etc.)…

Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich so jemand aus seiner jetzigen Situation trennt, trotz Trennungs- und Kindesverlustängsten? (Er meint – und das glaub ich auch – dass seine jetzige Frau uns die Hölle auf Erden bereiten würde…)
War es richtig, ein Ultimatum zu setzen, oder sollte man lieber die Zeit für sich entscheiden lassen???
Über eine Antwort wäre ich dir sehr dankbar
Sanne (36)

Vielleicht will er bei seiner Familie bleiben

Er hat vier Kinder mit seiner Frau, der verlässt seine Familie doch nie im Leben!

Liebe Sanne,
du fragst:
“War es richtig, ein Ultimatum zu setzen, oder sollte man lieber die Zeit für sich entscheiden lassen?”
Nun ja, drei Jahre sind mehr als genug, um sich zu entscheiden, von daher war das Ultimatum richtig.
Allerdings sind 8 Wochen eventuell etwas kurz. Du könntest dir überlegen, es zu verlängern, je nachdem, wann du es gestellt hast und wie sehr dich das Warten zerquält.
Wenn das Ultimatum schon mehr als halb um ist und er noch nicht mal Schritte zur Entscheidung eingeleitet hat, wäre eine Verlängerung nicht gut, weil das Ultimatum dann unglaubwürdig wird.
Wenn du es ihm erst vor ein, zwei Wochen gestellt hast, könntest du ihm evtl sagen, dass du ihm 3 Monate gibst, weil dir klar geworden ist, wie wahnsinnig schwer so eine Entscheidung ist, wenn man Kinder hat (denn es ist de facto so! Vor allem wenn die Kids noch recht klein sind!). Habt ihr schon mal in aller Ausführlichkeit darüber geredet, wie ihr das mit den Kindern praktisch umsetzen würdet, wenn ihr ein offizielles Paar wäret? Also z.B. inwieweit du seine Kinder in dein/euer Leben und dein Herz lassen würdest?
Wenn nein, dann bitte ihn um ein Gespräch und hol das nach.

Falls dich jedoch jeder weitere Tag des Wartens und der Ungewissheit zu sehr quälen würde, dann belasse es bei den 8 Wochen. Das ist zumindest lang genug, um eine tendentielle Entscheidung zu treffen.
Gut wäre auch, wenn du jemanden mit Kindern kennen würdest, der eine ähnliche Scheidung hinter sich hat und der das alles mit euch beiden durchsprechen würde (z.B. was da erst mal auf einen zukommt, aber dass es am Ende doch alles nicht so schlimm ist, und dass es alle möglichen Lösungen gibt).

Bitte schau dazu auch folgendes Video von mir:

Alles Gute!
Beatrice Poschenrieder