Sex Fragen : Sexlust
Sie wünscht sich Zärtlichkeit ohne Sex
Christine, 38
Hallo Beatrice,
immer wieder schaue ich mal bei dir rein. Ich finde deine Ratschläge immer
wieder super! Nun habe ich selbst mal ein Problem: Mein Mann und ich haben
eigentlich ein schönes Sexualleben. Er nimmt sich viel Zeit, ist zärtlich
und gibt mir eigentlich alles, was ich brauche. Allerdings stört mich
zunehmend, dass wir wohl nicht in der Lage sind, mal "nur" miteinander
zärtlich zu sein (auch erotisch), ohne dass es gleich zum "vollen
Programm" kommt. Oft ist mir einfach danach, nackt neben ihm zu liegen
und ihn zu liebkosen oder mich von ihm liebkosen zu lassen. Das kann ja
durchaus auch sehr prickelnd sein, insbesondere wenn man immer mal wieder an
bestimmten erogenen Zonen "vorbeikommt". Ich schließe auch gar nicht
aus, dass es dann doch noch zum eigentlichen Akt kommt, aber der würde dann
m.E. noch viel besser (zumindest für mich). Aber sobald ich ihm sage, ich
möchte nur Zärtlichkeit und habe zu mehr keine Lust, habe ich das Gefühl, er
streichelt mich mehr oder weniger lustlos bzw. gelangweilt. Er streitet das natürlich ab, aber trotzdem ist es so. Sobald er davon ausgeht, dass wir anschließend Sex haben, liebkost er mich ganz anders.
Mich stört einfach, dass er sich nach zärtlichem Vorgeplänkel immer an einer Stelle "festbeißt", bei der es kein Zurück mehr gibt, d.h. er macht mich dermaßen heiß, dass ich ihn ganz will, obwohl ich es eigentlich nicht will :-)) Das hört sich jetzt ziemlich kompliziert an, was? Ich meine, ich ärgere mich hinterher oft, dass es dazu gekommen ist, obwohl ich eigentlich gar nicht wollte. Na ja, ich hab´s jetzt mal versucht zu erklären und hoffe einfach, dass du nachvollziehen kannst, was ich damit sagen will und uns einen Rat geben kannst.
Im voraus schon mal vielen Dank und liebe Grüße
Christine
Mich stört einfach, dass er sich nach zärtlichem Vorgeplänkel immer an einer Stelle "festbeißt", bei der es kein Zurück mehr gibt, d.h. er macht mich dermaßen heiß, dass ich ihn ganz will, obwohl ich es eigentlich nicht will :-)) Das hört sich jetzt ziemlich kompliziert an, was? Ich meine, ich ärgere mich hinterher oft, dass es dazu gekommen ist, obwohl ich eigentlich gar nicht wollte. Na ja, ich hab´s jetzt mal versucht zu erklären und hoffe einfach, dass du nachvollziehen kannst, was ich damit sagen will und uns einen Rat geben kannst.
Im voraus schon mal vielen Dank und liebe Grüße
Christine
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Liebe Christine,
ich wüsste gern noch von dir:
1) Hast du es ihm schon mal genau so gesagt wie mir? Wenn ja, was war dann? Wenn nein, warum nicht?
2) Was genau stört dich daran, dass es dann zum Sex kommt? Ich meine, wenn der Sex schön ist, ist doch eigentlich nichts dagegen einzuwenden? Überlege bitte mal sehr gründlich, was dich eigentlich stört, und schreib es mir auf. (Oft sind es ja mehrere Sachen...)
Bis bald?
Beatrice
1) Hast du es ihm schon mal genau so gesagt wie mir? Wenn ja, was war dann? Wenn nein, warum nicht?
2) Was genau stört dich daran, dass es dann zum Sex kommt? Ich meine, wenn der Sex schön ist, ist doch eigentlich nichts dagegen einzuwenden? Überlege bitte mal sehr gründlich, was dich eigentlich stört, und schreib es mir auf. (Oft sind es ja mehrere Sachen...)
Bis bald?
Beatrice
Hallo Beatrice,
vielen Dank für deine Antwort! Ja, ich habe es ihm schon einige Male gesagt. Seine Reaktion ist jedes Mal gleich: Ihm fällt nicht auf, dass er mich lustloser streichelt, wenn er vorher weiß, dass nicht mehr sein soll. Er sagt, dass er das gleiche auch oft will bzw. nicht will. Dass er mal nur streicheln möchte, aber sich nicht mehr unter Kontrolle hat, wenn er erst mal angefangen hat. Vielleicht deutet er auch meine "Wonne-Zeichen" so, dass er meint, ich wollte auch mehr, das ist aber oft nicht so. Er meint, wenn man eine Murmel den Berg runterrollt, würde sie es auch nicht schaffen können, mittendrin anzuhalten :-))
Mich stört, dass es dann oftmals zum Verkehr kommt, obwohl ich eigentlich mal nur genießen wollte, ohne das volle (und leider fast immer gleiche) Programm abzuspulen. Mich stört, dass er immer nur die üblichen Stellen als erogene Zonen betrachtet, ohne beispielsweise meinen Rücken oder Nacken oder oder oder miteinzubeziehen. Wenn er einmal bei Brust und Muschi gelandet ist, ist er sozusagen festgefahren und alles ist auf diese Stellen reduziert. Wenn ich es ihm sage und er sich (wenn es hoch kommt) die ersten beiden Male danach daran erinnert, macht er es eher lustlos und ich merke, er tut es zwar, aber er sieht nicht wirklich einen Sinn darin.
Ich hatte erst vor ca. 2 Jahren meinen ersten Orgasmus mit ihm, obwohl wir schon an die 20 Jahre zusammen sind. Seitdem habe ich eigentlich immer das Gefühl, ich könnte mich nicht beschweren, denn ich habe ja nun regelmäßig einen Orgasmus, also kann es ja kaum sein, dass es mir nicht gefällt oder? Und doch bin ich oftmals nach dem Sex nicht zufrieden, weil mir irgendwas gefehlt hat.
Ich hoffe, es ist jetzt etwas verständlicher geworden, ich kann es einfach nicht anders erklären. Ach ja, nochwas: Ich habe eine Zeitlang sehr oft versucht, mit ihm darüber zu reden, aber er ist mehr der Zuhörer und schweigt dann. Ich habe nicht die allerbesten Erfahrungen damit gemacht, denn jedesmal danach war er so verunsichert, dass es erst mal gar keinen Spaß mehr gemacht hat.
Liebe Grüsse
Christine
Mich stört, dass es dann oftmals zum Verkehr kommt, obwohl ich eigentlich mal nur genießen wollte, ohne das volle (und leider fast immer gleiche) Programm abzuspulen. Mich stört, dass er immer nur die üblichen Stellen als erogene Zonen betrachtet, ohne beispielsweise meinen Rücken oder Nacken oder oder oder miteinzubeziehen. Wenn er einmal bei Brust und Muschi gelandet ist, ist er sozusagen festgefahren und alles ist auf diese Stellen reduziert. Wenn ich es ihm sage und er sich (wenn es hoch kommt) die ersten beiden Male danach daran erinnert, macht er es eher lustlos und ich merke, er tut es zwar, aber er sieht nicht wirklich einen Sinn darin.
Ich hatte erst vor ca. 2 Jahren meinen ersten Orgasmus mit ihm, obwohl wir schon an die 20 Jahre zusammen sind. Seitdem habe ich eigentlich immer das Gefühl, ich könnte mich nicht beschweren, denn ich habe ja nun regelmäßig einen Orgasmus, also kann es ja kaum sein, dass es mir nicht gefällt oder? Und doch bin ich oftmals nach dem Sex nicht zufrieden, weil mir irgendwas gefehlt hat.
Ich hoffe, es ist jetzt etwas verständlicher geworden, ich kann es einfach nicht anders erklären. Ach ja, nochwas: Ich habe eine Zeitlang sehr oft versucht, mit ihm darüber zu reden, aber er ist mehr der Zuhörer und schweigt dann. Ich habe nicht die allerbesten Erfahrungen damit gemacht, denn jedesmal danach war er so verunsichert, dass es erst mal gar keinen Spaß mehr gemacht hat.
Liebe Grüsse
Christine
Liebe Christine,
ich kenne das Problem, denn das hatten ich und die meisten meiner Freundinnen mit vielen Männern - auch mit solchen, die eigentlich "gute Liebhaber" waren. Es liegt teilweise daran, dass Frauen Zärtlichkeit wichtiger ist und Männern eben Sex und Höhepunkt; aber zum Teil ist es auch Einstellungssache. Zum Beispiel meine Freundin Sandra will manchmal auch nur einfach schmusen, aber wenn sie das mit ihrem Freund macht und es (wie bei euch) dann zum Sex kommt, hat sie auch nichts dagegen, weil Sex und ein Orgasmus ja auch was Schönes sind und im Prinzip nichts, was man abwehren muss. Meine Freundin Daniela tut das aber tatsächlich oft, und zwar weil sie unterbewusst noch die Dauerberieselung durch ihre Mutter im Hinterkopf hat: "Die Männer wollen doch immer nur das eine!" Die Botschaft lautet: Das "Eine" ist etwas, was wir Frauen eigentlich nicht wollen, aber die Männer bleiben nur bei uns, wenn wir´s ihnen geben. So bekommt Sex etwas "Aufgezwungenes" und einen negativen Touch, selbst wenn er gar nicht aufgezwungen und unangenehm ist.
Was manchmal noch hinzukommt: dass die Frau sich unterschwellig ärgert, dass der Partner ihren Wunsch nicht respektiert und es einfach bei Zärtlichkeit belässt, sondern sich doch wieder durchsetzt.
Und dann wäre da noch etwas, was viele Frauen beklagen, so auch du:
"Mich stört, dass es dann oftmals zum Verkehr kommt, obwohl ich eigentlich mal nur genießen wollte, ohne das volle (und leider fast immer gleiche) Programm abzuspulen. Mich stört, dass er immer nur die üblichen Stellen als erogene Zonen betrachtet, ohne beispielsweise meinen Rücken oder Nacken oder oder oder miteinzubeziehen. Wenn er einmal bei Brust und Muschi gelandet ist, ist er sozusagen festgefahren und alles ist auf diese Stellen reduziert."
Er reduziert deinen Körper, der so viele empfängliche Bereiche hat, auf "die üblichen Stellen", spult das immergleiche Programm ab.
Vielleicht könntet ihr erst mal hier ansetzen. Zum Beispiel indem du ein paar Sexvarianten anregst, die mehr Abwechslung bringen. Drück ihn ruhig weg, wenn er wiedermal wie auf Autopilot "das Übliche" macht, und nimm die Regie in die Hand. Oder besorgt euch gute erotische Fachbücher, lest zusammen darin herum und markiert die Dinge, die ihr ausprobieren wollt, mit Klebezetteln.
Hier noch ein paar Ideen:
- Er möchte Verkehr und Orgasmus, du möchtest Zärtlichkeit: befriedige ihn vorher oder zwischendrin mit der Hand (oder dem Mund), dann hat er vielleicht nicht mehr so einen großen "Druck", Vögeln zu wollen, und kann sich mehr auf dich konzentrieren.
- Mach mit ihm ab: einmal läuft´s nach deiner Fasson, einmal nach seiner. Zum Beispiel euer Schäferstündchen am Samstag läuft ganz nach seinen Wünschen, das am Sonntag ganz nach deinen. Dann könntest du zum Beispiel deine Unterwäsche anbehalten und ihm strikt verbieten, sie auszuziehen oder drunterzugehen.
- Bitte ihn, sich hinzulegen und zu entspannen, und dann demonstriere ausführlich an ihm, was du haben möchtest. Er soll dabei gar nichts (!) tun. Falls er das nicht kann, fessle ihn. Er soll lernen, wie schön es ist, einfach mal nur Zärtlichkeit und erotische Berührungen und Hingabe zu genießen und sie als einen eigenständigen Genuss zu betrachten statt als Vorspiel. Da du diejenige bist, die eine Veränderung will, liegt es auch an dir, diese Veränderungen einzuleiten. Verbinde es mit kreativen Ideen, Spaß und Spielchen, so dass es ihm gefällt und sich nicht wie eine lästige Pflichtübung anfühlt. Mach dir ruhig eine Ideenliste, schreib auf, was dir einfällt.
Siehe dazu auch in meinem Sex-FAQ:
Was manchmal noch hinzukommt: dass die Frau sich unterschwellig ärgert, dass der Partner ihren Wunsch nicht respektiert und es einfach bei Zärtlichkeit belässt, sondern sich doch wieder durchsetzt.
Und dann wäre da noch etwas, was viele Frauen beklagen, so auch du:
"Mich stört, dass es dann oftmals zum Verkehr kommt, obwohl ich eigentlich mal nur genießen wollte, ohne das volle (und leider fast immer gleiche) Programm abzuspulen. Mich stört, dass er immer nur die üblichen Stellen als erogene Zonen betrachtet, ohne beispielsweise meinen Rücken oder Nacken oder oder oder miteinzubeziehen. Wenn er einmal bei Brust und Muschi gelandet ist, ist er sozusagen festgefahren und alles ist auf diese Stellen reduziert."
Er reduziert deinen Körper, der so viele empfängliche Bereiche hat, auf "die üblichen Stellen", spult das immergleiche Programm ab.
Vielleicht könntet ihr erst mal hier ansetzen. Zum Beispiel indem du ein paar Sexvarianten anregst, die mehr Abwechslung bringen. Drück ihn ruhig weg, wenn er wiedermal wie auf Autopilot "das Übliche" macht, und nimm die Regie in die Hand. Oder besorgt euch gute erotische Fachbücher, lest zusammen darin herum und markiert die Dinge, die ihr ausprobieren wollt, mit Klebezetteln.
Hier noch ein paar Ideen:
- Er möchte Verkehr und Orgasmus, du möchtest Zärtlichkeit: befriedige ihn vorher oder zwischendrin mit der Hand (oder dem Mund), dann hat er vielleicht nicht mehr so einen großen "Druck", Vögeln zu wollen, und kann sich mehr auf dich konzentrieren.
- Mach mit ihm ab: einmal läuft´s nach deiner Fasson, einmal nach seiner. Zum Beispiel euer Schäferstündchen am Samstag läuft ganz nach seinen Wünschen, das am Sonntag ganz nach deinen. Dann könntest du zum Beispiel deine Unterwäsche anbehalten und ihm strikt verbieten, sie auszuziehen oder drunterzugehen.
- Bitte ihn, sich hinzulegen und zu entspannen, und dann demonstriere ausführlich an ihm, was du haben möchtest. Er soll dabei gar nichts (!) tun. Falls er das nicht kann, fessle ihn. Er soll lernen, wie schön es ist, einfach mal nur Zärtlichkeit und erotische Berührungen und Hingabe zu genießen und sie als einen eigenständigen Genuss zu betrachten statt als Vorspiel. Da du diejenige bist, die eine Veränderung will, liegt es auch an dir, diese Veränderungen einzuleiten. Verbinde es mit kreativen Ideen, Spaß und Spielchen, so dass es ihm gefällt und sich nicht wie eine lästige Pflichtübung anfühlt. Mach dir ruhig eine Ideenliste, schreib auf, was dir einfällt.
Siehe dazu auch in meinem Sex-FAQ:
- Wie beschere ich meinem Freund eine tolle Liebsnacht?
- Wie bringen wir wieder Spannung in unser Liebesleben?
- Wie soll ich meine sexuellen Bedürfnisse ausdrücken?
Liebe Grüße
Beatrice
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