Bin ich echt so mies im Bett oder warum macht sie mich da dauernd runter?

Hallo Beatrice!
Ich hab mal die gesamten Fragen und das Sex-FAQ durchstöbert und auch einige hilfreiche Antworten gefunden. Trotzdem besteht mein Problem und macht mir echt Bauchschmerzen.
Also ich hab seit kapp 8 Monaten eine Freundin (1 Jahr jünger als ich, die erste Frau, mit der ich schlafe). Ganz am Anfang der Beziehung hat sie mir all ihre Ängste eröffnet. Nämlich dass sie absolut nicht umgänglich sei und dass sie Angst habe, mich mit ihrer Art zu vergraulen „sie (sie schnauzt mich öfters mal wegen irgendwas an). Und sie hat mir auch gesagt, sie hatte schon eine ganze Menge (ca. 6) Exfreunde, die alle so die selbe Altersdifferenz hatten wie ich zu ihr, wobei sie mir sagte, dass das eigentlich nur mehr oder weniger Sexbeziehungen für sie waren, von ihrem Gefühl her. Haben auch immer nur ein paar Monate gedauert, weil oft halt dann er Schluss gemacht hat, eben weil er mit ihrer Art nicht klar gekommen ist.
Mein Hauptproblem ist eigentlich, dass es bei uns im Bett nicht grade gut läuft, wir haben, wenn es hoch kommt, 1 – 2 mal im Monat Sex und der ist für sie meistens nicht gut. Sie erklärt mir dann immer, dass sie es nicht versteht, mit ihren Exfreunden hatte sie solche Probleme nie (da war es mehrmals in der Woche), und dann meint sie, ich würde sie nicht geil machen können. Sie könne sich nicht fallen lassen, weil ich sie nicht von ihren Gedanken ablenken kann etc. Ich würde sie nicht richtig berühren und jedes Mal sei es so, dass sie schon die Ausgangshaltung hat, „es wird eh wieder mies“. Sie zeigt bzw. sagt mir dann auch, was ich machen soll, was ihr gefällt, nur, wenn ich das dann das nächste Mal tu, dann meint sie, das war zu sehr abzusehen und darauf hat sie schon fast gewartet (also kein Überraschungseffekt).
Anfangs hab ich ihr da blöderweise sicher Druck gemacht, was sie mir auch gesagt hat. Hab ihr da schon erklärt, dass ich gern öfter Sex hätte und das schon wenig ist. Wir haben auch schon viel drüber geredet, wissen beide, dass wir mehr und besseren Sex wollen, und haben beschlossen, dass wir es eben langsamer angehen. Nur ändert das nix, weil ich mich unter Leistungsdruck gesetzt fühle (wodurch ich seit neuestem nicht mehr komme) und sie trotzdem den Sex mit mir automatisch mit ihren vorherigen Partnern vergleicht.
Mittlerweile macht sie sich es schon lieber selber als mit mir “schlechten Sex” zu haben, was mich ziemlich kränkt (sie hat mir auch mal offenbart, dass sie es neben mir, wie ich geschlafen hab, selber gemacht hat, was mich noch mehr gekränkt hat). Da ich mich schon informiert hab über das Thema, wie man eine Frau verführt, und das alles erfolglos blieb, weiß ich nicht weiter. Bin ich einfach echt zu plump in Sachen Sex und zu absehbar und kann sie nicht geil machen?
Ich hab mir aber auch überlegt, dass sie Mega Verlustängste hat und sie sich deswegen selber unter Druck setzt und dadurch sich nicht gehen lassen kann. Dass sie also immer nur dran denkt, wann ich wohl Schluss machen werde. Das merk ich auch daran, dass sie mit „Bindungsversicherungen“ wie z.B. Heiraten und Kinderwunsch kommt (nach eben 8 Monaten). Ich selber kann mir das mal vorstellen, aber über sowas mach ich mir keine Gedanken, solang das so bei uns läuft.
Meine Frage ist, bin ich echt so verdammt mies im Bett, dass ich sie nicht von ihren Gedanken abbringen kann und sie sich deswegen nicht gehen lassen kann? Wenn, wie kann ich sie verführen? Oder liegt es eher daran, dass sie eben Verlustängste hat und sie nur noch daran denkt, wann ich mit ihr Schluss mache?
Ich hab auch das Gefühl, wenn wir mal Sex haben, dann nur noch, damit ich wieder Ruhe damit gebe. (Hat sie mir auch mal bestätigt).
Ich muss sagen, nach drei Monaten war ich echt auch mal an dem Punkt, wo ich ihr gesagt hab, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr – danach haben wir uns ausgesprochen und seitdem passt es wieder, sie hat nur gemeint, das hat ihr einen riesen Dämpfer gegeben.
Wie kann ich ihr am besten zeigen, dass ich es ernst meine, dass mir das mit ihr wichtig ist? Seitdem ich weiß, dass ich ihr mit dem Ganzen Druck mache, versuch ich ihr wirklich damit nicht auf den Nerv zu gehen, einfach mal nur zum Knuddeln zu kommen ohne Absichten, ich nehme ihr Arbeit ab, damit sie nicht so unter Stress steht. Das haut soweit auch alles gut hin, nur wenn ich es dann wiedermal versuch, kommen bei ihr wieder die ganzen Gedanken hoch (Waaaah, lieber kein Sex als schon wieder schlechten Sex) und langsam bin ich echt frustriert und weiß nicht mehr weiter. Was kann ich denn noch machen?
So verbleibe ich hoffend auf eine Antwort
Anonym (26)

Lieber Anonymer,
du führst verschiedene Gründe auf, warum es im Bett mit deiner Freundin und dir nicht gut klappt. Nun, es ist kein einzelner Grund, sondern sie treffen alle zusammen zu und verstärken sich gegenseitig.
Vier Gedanken von mir hierzu:
1) Ich denke, deine Freundin hat ein ziemliches Psychoproblem – sie hat nicht nur Verlustängste, sondern gleichzeitig auch massive Angst vor Nähe und davor, sich richtig und tief einzulassen (das kommt auch beim Sex raus, und zwar bei dir – und nicht bei den anderen, weil erst mit dir eine richtige tiefe Bindung möglich war/ wäre). Das kannst du aber nicht lösen, sondern nur sie selbst – aber dafür müsste sie es erst mal wollen und sich ziemlich reinhängen (u.a. Therapie machen).

2) Mag ja sein, dass sie Verlustängste hat – aber das gibt ihr niemals das Recht, so unsensibel und verletzend mit dir umzuspringen!! Ich hab den Eindruck, sie ist eine ungeheuer negative Person voller Abwehr – statt das Gute zu sehen, richtet sie ihr Augenmerk lieber darauf, was sie negativ, blöd, unangenehm finden kann. Und natürlich tut sie deshalb auch nicht wirklich etwas dafür, dass es besser wird. Sie sucht direkt nach Dingen, die sie an dir schlecht finden kann. Für mich klingt sie wie eine echt schreckliche Person, und sie muss verdammt hübsch sein, dass du trotzdem an ihr festhältst (oder bist du ein wenig masochiostisch und lässt dir gern den Tag verderben?).
Lass dir wenigstens nichts gefallen! Wie du selbst gemerkt hast, hat es euch beiden gut getan, als du ihr mal eins vor den Bug gegeben hast. Solltest du viiiiel öfter tun!!! Und zwar jedesmal, wenn sie sich verletzend verhält oder auch nur mies drauf ist. Bitte lies dazu unbedingt den Brief „Sie verletzt mich immer wieder, doch ich komme nicht von ihr los!

3) Du könntest rausfinden, ob du ungeschickt im Bett bist, indem du mit anderen Frauen Sex hast und sie danach fragst. Ich fände das ganz legitim gegenüber deiner Freundin, nachdem sie mit dir ja echt unsanft umspringt. Ferner kann es nicht schaden, wenn du dir meinen Sexratgeber für Männer, „Der beste Sex aller Zeiten. Eine Expertin verrät, wie Sie jede Frau glücklich machen“ zu Gemüte führst. Darin erfährst du, was für die meisten Frauen guter Sex ist (bzw was ihnen sexuell gefällt) und was nicht. Aber vielleicht noch wichtiger wäre für dich mein Buch «Sexbewusstsein: So finden Sie erotische Erfüllung», es enthält wichtige Hinweise, Tipps und Übungen, um zu mehr sexuellem Selbstbewusstsein zu kommen. Ich vermute, dass deine Berührungen sich für sie nicht so gut anfühlen, weil sie mehr von Angst als von Lust gesteuert werden – das erkläre ich ganz genau in meinen beiden Videos zu dem Thema; Teil 1 findest du unten.

4) Falls du „schlecht im Bett“ bist, ist sie es auch. Denn zu „gut im Bett“ gehört auch, dass man dem Partner auf liebevolle Weise beibringt, wie man selbst sexuell „funktioniert“. Ihre Art ist eher dazu geeignet, Männer zu vertreiben (war bisher ja auch so). Außerdem möchte ich wetten, dass sie sich herzlich wenig drum kümmert, was deine sexuellen Wünsche sind (= schlecht im Bett).
Solange sie voller Abwehr ist, wird sie den Fokus immer darauf haben, was sie an dir und deinen Handlungen negativ finden kann, aber sie ist voller Abwehr, weil sie Bindungsängste hat. Daher funktioniert das auch nicht so gut, dass sie dir beibringt, wie du “besser im Bett” werden kannst. Tja. Wie´s aussieht, habt ihr unterschiedliche Ängste, und die Ängste des einen verschlimmern wiederum die Ängste des anderen. Es liegt viel Arbeit vor euch.
Herzlichst, Beatrice Poschenrieder