Nach vielen Unterleibsoperationen will meine Frau nichts Körperliches mehr, seit 3 Jahren!
Hallo Beatrice,
Also ich bin seit 16 Jahren verheiratet, meine Frau hatte vor 5 Jahren eine Totaloperation, nach langer Krankheit und unzähligen Operationen vorher.
Wir haben uns immer ein Kind gewünscht, es hat aber nie geklappt. Am Krankenbett hat Sie mich gefragt ob ich sie nun verlasse, weil sie ja keine Kinder mehr bekommen kann und ich versprach ihr, bei ihr zu bleiben. In guten und in schlechten Tagen.....
Nun haben wir seit drei Jahren keinen Sex mehr. ich habe es oft versucht mit ihr intim zu werden, doch sie blockt immer ab und weist mich zurück. Wir haben auch schon eine Sexberatung mit einer Ärztin hinter uns und alles hat nichts genutzt. habe mich immer bemüht und auch oft gefragt. sobald ich ihr näher kam, hat sie mich mit Ausreden dann weggedrückt und gesag, ich bin müde, ich habe schmerzen usw... Auch scheint sie sich vor mir zu schämen. wenn sie mal nackt ist, tut sie so komisch, als wäre es ihr unangenehm dass ich sie sehe. Auch sagte ich ihr mal dass ich noch kein Opa sei, der das nicht mehr braucht. Und sie fragt auch immer, ob ich eine Freundin habe und so.. wir haben ein Verhältnis wie Brunder und Schwester.....ein Bussi hier, eins da, ja, aber keinen leidenschaftlichen Kuss, wie es sein sollte. das mag sie auch nicht....Ich bekomme kaum Streicheleinheiten, die ich mir so sehr wünsche. ich traue mich aber nicht, sie zu verlassen, weil ich es ihr am Krankenbett versprochen habe, wo es ihr so schlecht ging.
Was soll ich machen?
Gruß Uwe
Hallo Uwe,
Normalerweise würde ich zu eurerm Problem das selbe sagen wie zu den Schreibern der Briefe
* Sie will ihre Ehe bewahren, aber nichts Körperliches mehr
* Sieben Monate kein Sex mehr ...!
Die findest du in meinem Sex-Briefarchiv unter "Sexfrust".
Aber bei euch ist die Problematik erschwert durch den Leidensweg deiner Frau. Ich kann es verstehen und es ist ja auch durch Studien belegt, dass Frauen, die Schlimmes mit ihren Fortpflanzungsorganen durchmachen mussten bis hin zur totalen Gebärmutterentfernung (das meinst du ja mit "Totaloperation", nicht?), oftmals auch ihre ganze Sexualität verlieren, teilweise dann sogar körperlich komplett "dichtmachen". Von daher muss man mit solchen Frauen besonders behutsam umgehen, so schwer das für den Partner auch ist. Ich muss dich ja bewundern, dass du nach so vielen Jahren noch nicht aufgegeben hast!
Worauf du die Betonung legen solltest, ist nicht der Sex, sondern die Zärtlichkeit. Indem du Sex forderst, überforderst du deine Frau. Das ist, wie wenn du von einem Menschen, der einen Berg-Absturz hinter sich hat, verlangst, dass er mit dir einen Fünftausendeer besteigt. Du musst erst mal mit winzigen Hügeln anfangen und ihn sanft und langsam an die größeren Sachen ranführen.
Der Weg zum Sex führt für Frauen immer über die Zärtlichkeit. Das Wichtige ist, dass deine Frau keinerlei sexuellen Druck von dir spürt, denn dann blockiert sie. Du sagst ja auch selbst, dass dir die Streicheleinheiten so sehr fehlen. Da musst du erst mal wieder hinkommen, bevor du überhaupt an Sex denkst. Bitte lies dazu auch in meinem Sex-Briefarchiv unter "Sexlust":
"Wie kann ich zärtlich sein?"
Aber Zärtlichkeit bedeutet ja nicht nur Körperkontakt, küssen, streicheln und dergleichen, sondern das geht schon im Alltag los. Du kannst zu einer Person auf vielerlei Weise zärtlich sein: durch liebe Worte, Komplimente, Rücksichtnahme, kleine Liebesbotschaften, Zuhören, aufmerksam sein, kleine Gesten, die ihr zeigen, dass sie zu jeder Zeit in deinem Herzen ist...
Nur über das Herz erreichst du, dass sie sich dir auch wieder körperlich öffnet. Aber dann musst du extrem behutsam vorgehen und deine Triebe gut im Zaum haben*. Mit der Tür ins Haus zu fallen, sobald sie zum Schmusen bereit ist, würde sie verschrecken und euch wieder zurückwerfen.
Die Frage ist natürlich auch: Liebst du sie noch genug, um so viel Geduld und Behutsamkeit und Zuwendung aufzubringen?
Ich möchte dich bitten, es wenigstens zu versuchen, nochmals um sie zu "werben": Denn manchmal passiert es, dass dann auf wundersame Weise auch beim Werbenden wieder mehr Liebe und Zuversicht entsteht.
Parallel möchte ich dir raten, nochmals eine Beratung mit deiner Frau zu machen. Die Ärztin war vielleicht nicht die Richtige. Mir scheint, euch wäre besser gedient mit einer einfühlsamen Psychologin, die auf Eheberatung und Sexualtherapie geschult ist. Denn deine Frau hat durch ihren Leidensweg verlernt, Genuss an körperlichen Dingen zu haben. Möglich ist auch, dass sie sich durch die TotalOP nicht mehr als "richtige Frau" fühlt. Hier bist du überfordert, da braucht sie eine einfühlsame Fachfrau.
Rede offen mit ihr darüber, zeig ihr, wie ernst es dir ist und dass du zu vielem bereit bist, um eure Ehe zu retten und zu verbessern.
* (Vielleicht ist es möglich, dass du dich vorübergehend anders befriedigst? Durch Masturbation o.ä.? Aber zeig und sag es ihr nicht. Sie könnte denken, du willst ihr ein schlechtes Gewissen machen oder sowas.)
Herzlichst
Beatrice
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