Mein Freund gibt sexuell sehr wenig wegen Missbrauch in der Kindheit?
hallo beatrice,
Ich bin nun schon seit 1 1/2 Jahren mit meinem Freund (24) zusammen. Wir
lieben uns sehr und haben große Zukunftspläne!
Leider leidet unser Sex-Leben ein wenig. Was heißt, ein wenig. Ihm ist es
recht so, wie es läuft, nämlich nur am Wochenende...- vielleicht liegt
das daran, daß er von 13.30-22.00h arbeitet und ich von 09.00-17.00?!
Allerdings habe ich mehr Lust auf Sex als mein Freund - auch während der
Woche! Wie haben immer 1-2 Mal die Woche Sex. Und zwar Samstag und
Sonntag. Manchmal Donnerstags während der Woche, wenn ich ihm mal einen
blase.
Das nervt mich, diese Routine!
Ich habe auch schon alles probiert!!!!
Ich habe mit ihm darüber gesprochen, dass es mir zu wenig ist. Ich habe
es ihm mit Gesten versucht zu erklären! Er sagt, er wäre müde von der
Arbeit und will einfach nur schlafen ...
Dann versuche ich mich abends im Bett manchmal an ihn
Ranzuschmeicheln ... er sagt dann, ich solle mit dem Zappeln aufhören.
Versuche ich sein Glied zu berühren, schiebt er meine Hand stöhnend weg
und meint, ich solle nicht nerven.
Versuche ich ihn zu küssen, umarmen und streicheln, sagt er, ich solle mit
der Hibbelei aufhören!!!
Aber ich brauche das und ich verstehe nicht, wie das alles so einschlafen
Konnte ... Ich sagte ihm auch schon, dass ich das brauchen würde, doch
er sagt daraufhin, ich würde das immer so exzessiv verlangen und das
kann man nicht planen. Das muss so kommen!
Ja nur leider kommt es ja NICHT SO!!!! Und ich muss auch sowieso immer die
Initiative ergreifen!
Als wir zusammenkamen, hatten wir die Woche mindestens jeden Tag an die
2 mal Sex und danach die Woche so 5 Mal Sex...und ausgiebig!!!
Nun ist es (fast) nur noch am Wochenende und dann zieht er mich auch
meistens nur rüber zu sich und er streichelt mich nur ganz kurz an
meiner Scheide oder dem Busen und dann geht's schon los mit dem
Geschlechtsverkehr!
Also so gut wie kein Vorspiel... aber da war er noch nie Weltmeister
drin. Wenn ich das dann anspreche, heisst es immer, das wäre nur
Rumgefiddel und oft wäre er kitzelig oder das nervt ihn nur!
Morgens während der Woche holt er sich regelmässig einen runter... - so
jeden 2. Tag (ich natürlich dann auch, da mir der Sex fehlt!!!).
Ich finde seine Unterhosen mit Spermaflecken, wenn ich von der Arbeit
komme, und bin dann immer total beleidigt, dass er sich lieber einen
runterholt, als mit mir abends zu schlafen! Richtig wütend werde ich dann manchmal!
Und er sagt dann, das wären die doofen Arbeitszeiten und er glaubt, er
müsse das besser mal ändern!
Ich habe ihm nun auch ein Privat-Pornvideo mit mir aufgenommen, wo ich
mich befriedige, so dass er es sich anschauen kann, wenn er es tut. Er
fand das voll toll und er hatte sich an dem Abend, als ich es ihm gab,
ein wenig angeschaut, hörte nach 3 Minuten auf es sich anzuschauen und
meinte, er hätte schon 'nen Ständer bekommen und fände das so geil und
toll! Ich sähe so gut aus ... er war richtig begeistert!!!
Als ich ihn mal auf das Masturbieren angesprochen hatte, ich sagte, ich
hätte 'ne Unterhose von ihm gefunden, sagte er nach erstem Verneinen und
er wüsste nicht was das ist, dass ich ihn in eine peinliche Situation
bringe und ihm das peinlich wäre worauf ich dann nur sagte dass das
absolut ok sei und was natürliches!!!
Er meinte dann, er würde es tun, da ich ja morgends nicht da bin und er
sei eben ein "Horny Bastard! " :-)
Wir haben auch schon probiert, die Szene zu wechseln,...in der Wohnung,
oder mit Kerzenlicht, Musik, Aromaölen etc. Aber wie gesagt, es scheint
als ob ihn das alles nur nervös macht!
Und manchmal, wenn er zum Beispiel einen Ständer hat,...am Wochenende
nach dem Duschen und dann mit seinem Handtuch vor mir steht, wenn ich
noch im Bett liege,...redet er wie mit Babysprache und sagt, er hätte nun
einen Harten und "ja guck mal... " blablabla. Als ob ihm das
irgendwie peinlich ist!!
Ich finde Babysprache ja ganz süß, aber kann es sein, dass er irgendwie
"verklemmt" ist?
Oder dass er denkt, meinen Sex-Anforderungen nicht zu entsprechen?
Natürlich sage ich ihm oft, wie schön der Sex doch nun war usw. und dass
ich ihn liebe...auch als wir die Phase nach 5 Monaten zusammensein
hatten, wo er irgendwie nicht mehr in mir kommen konnte,...sondern nur
noch durch Abwichsen auf mir oder zuerst wichsen und dann in mir drin
kommen ...
Also ich weiß nicht mehr weiter!
Irgendwie scheint er manchmal "verklemmt" zu sein, oder auch
"gehemmt"???
Und nicht so viel küssen und anfassen und schmusen...warum???Jetzt auf
einmal nicht mehr!
Aber unsere Liebe zueinander ist 110%, wenn du versteht was ich meine!
Er hat mir vor 3 Monaten übrigens erzählt, daß er als 8-9 Jähriger
Junge von seinem Pflegevater missbraucht wurde. Mit Finger in den Po
stecken und anfassen beim Baden und vor ihm onanieren etc.
Kann das unser Liebesleben und das manchmal scheue und ablehnende
Verhalten beeinflußen???
Warum nicht vom Anfang unserer Beziehung, sondern erst jetzt???Nach 1
1/2 Jahren.....?????
Bitte antworte mir, da ich hier gar keine Lösung mehr weis und gar nicht
mehr weiß was ich sonst noch alles ausprobieren soll!!!!!!!!!!!
Lea
Liebe Lea,
Ich vermute, dass es eine ganze Reihe von Ursachen gibt, unter anderem:
- Er fühlt sich von dir unter Druck gesetzt, und unter Druck machen viele Männer auf stur und geben fast gar nichts mehr.
- Du kommst ihm mit der Sex-Initiative immer zuvor.
- Unter der Woche ist er einfach zu müde und dementsprechend genervt, wenn du seinen Wunsch nach Schlaf nicht respektierst, sondern "herumzappelst".
- Wie bei vielen Männern ist sein Sextrieb morgens am stärksten, aber werktags bist du dann ja nicht da, also onaniert er.
- Er onaniert auch deswegen, weil das weniger anstrengend ist als Sex zu zweit; außerdem macht es weniger Angst, und möglicherweise sind da tatsächlich tief verborgene Ängste, die noch vom Missbrauch herrühren. Warum sollten die sich erst jetzt bemerkbar machen und nicht schon am Anfang der Beziehung? Weil du am Anfang noch nicht "Bezugsperson" für ihn warst. Jetzt schon. Und mit einer Bezugsperson geschah ja wohl auch der Missbrauch. Das Unterbewusstsein stellt solche Bezüge her und dementsprechend brechen tief drinnen Ängste auf.
Was ist zu tun?
- Sprich nochmal mit ihm drüber, und zwar ernsthaft und ausführlich, aber ohne Anklage und vor allem nicht im Bett. Dreh das Gespräch so, dass DU ein Problem hast und nicht ganz glücklich bist. Er sollte sich nicht angegriffen fühlen.
- Einer von euch beiden sollte seine Arbeitszeiten ändern, sodass ihr mehr Zeit miteinander habt.
- Er sollte zumindest mal mit jemandem über seinen Missbrauch sprechen. Du könntest ihm erzählen, dass du im Internet Stellen gefunden hast, die männliche Mißssbrauchsopfer kostenlos und anonym beraten, und dass er da vielleicht einfach mal anrufen kann.
Diese Stellen findest du im Sexbriefarchiv unter "Verschiedenes" im Brief "Gibt es Anlaufstellen für männliche Missbrauchsopfer?" Erzähle ihm aber nicht, dass du dich mit eurem Problem an mich gewandt hast. - Unterlasse für ein paar Monate alle Aktionen, die ihn "nervös" machen, setz ihn sexuell in keiner Hinsicht unter Druck, halte dich sexuell sehr zurück, lebe deine Lust mit dir selber aus.
Sexlust
* Sie ergreift nie die Initiative!
* Wie wird meine zurückhaltende Frau zum Luder?
* Romantische Leidenschaft wie in meinen Büchern - wie krieg ich das mit meinem Freund hin?
* Schlechtes Gewissen gegenüber Freundin, weil ich onaniere, um Druck loszuwerden
Sexfrust:
* Vor lauter Stress hat er keine Energie mehr für Sex
* Genüge ich ihm nicht?
* Mein Freund hat überhaupt keine Lust auf Sex
* Beziehung gut, Sex gut, aber viel zu wenig
* Keine Lust auf Sex wegen Missbrauch in der Kindheit?
* Ich masturbiere lieber, statt mit meiner Freundin zu schlafen
* Er will so selten!
* Er ist so wenig experimentierfreudig!
* Schon nach fünf Monaten keine Lust mehr - ist das normal?
Alles Gute
Beatrice
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