Sex Fragen : Sexfrust
Ich bin 35 und hatte noch nie eine sexuelle Beziehung
G., 35
Liebe Beatrice!
Ich möchte gerne wissen, ob du mir einen Tipp geben kannst. Ich habe bis jetzt (bitte staune nicht) keine sexuelle Beziehung. Ich habe mein Bedürfniss immer versucht zu unterdrücken. Auf der einen Seite hatte ich starkes Bedürfniss auf der anderen habe ich dies mental immer sehr stark unterdrückt und total vernachläßigt auch Fantasiemäßig. Ich habe das Gefühl asexuell geworden zu sein, ich fühle als hätte ich die Lustempfindung in mir stumpf gemacht. Ich fühle mich momentan wie ein Stein.
Es war immer ein Kampf in mir. Ich habe dieses Bedürfnis total eingefroren. Ich fühle mich damit im Moment überhaupt nicht nicht wohl. Ich weiß ich bin damit lange Zeit falsch umgegangen! Der Körper und auch Fantasie reagieren nicht auf sexuelle Anreize! Ich möchte dies gerne ändern, wenn es geht!
Weißt du eine Lösung? Wenn ich mich heute frage warum ich so gehandelt habe weiß ich keine Anwort! Jedenfalls ich glaube dies kann mich von meiner jetztigen Lage nicht rausholen! Ich weiß, durch meine Unterdrückung hat sich der Körper vielleicht damit abgefunden. Aber das wollte ich nicht so haben. Wie kann ich mit meiner sexualität wieder in Einklang kommen?
Es war immer ein Kampf in mir. Ich habe dieses Bedürfnis total eingefroren. Ich fühle mich damit im Moment überhaupt nicht nicht wohl. Ich weiß ich bin damit lange Zeit falsch umgegangen! Der Körper und auch Fantasie reagieren nicht auf sexuelle Anreize! Ich möchte dies gerne ändern, wenn es geht!
Weißt du eine Lösung? Wenn ich mich heute frage warum ich so gehandelt habe weiß ich keine Anwort! Jedenfalls ich glaube dies kann mich von meiner jetztigen Lage nicht rausholen! Ich weiß, durch meine Unterdrückung hat sich der Körper vielleicht damit abgefunden. Aber das wollte ich nicht so haben. Wie kann ich mit meiner sexualität wieder in Einklang kommen?
Liebe/r G.!
Dein Problem ist sehr komplex, so dass es mir nicht leicht fällt, etwas Brauchbares dazu zu sagen. Ich kann es versuchen, aber vorher möchte ich dir ein paar Rückfragen stellen.
1) Bist du männlich oder weiblich?
2) Warum hast du bis jetzt deine sexuellen Bedürfnisse unterdrückt?
3) Hattest du überhaupt schon mal eine ‘Beziehung‘? Wenn ja, wie verlief sie?
4) Erzähl mir etwas über dein Aussehen und deinen Körper! Alles, was dir dazu einfällt!
5) Magst du deinen Körper? Falls nein, warum nicht?
6) Hast du schon mal fachliche Hilfe zu deinem Problem in Anspruch genommen? Wenn ja, wo und wie lief‘s?
7) Was ist mit deinem Bedürfnis nach Liebe?
8) Lebst du allein?
9) Fühlst du dich oft einsam?
10) Hast du dir schon mal Literatur zu der Thematik besorgt, die du oben ansprichst? Wenn ja, was kam dabei raus?
11) Wenn du sexuelle Szenen im Fernsehen siehst oder über so etwas liest - welche Empfindungen hast du dabei? Nenne alle unterschiedlichen Regungen, die du da schon hattest!
12) Hast du dich je intim angefasst?
13) Hast du je darunter gelitten, noch keinen Sex gehabt zu haben?
14) Hast du Menschen, denen du dich damit anvertrauen kannst - die davon wissen?
Ich weiß, das sind sehr intime Fragen, aber ich denke, wenn man ein sexuelles Problem angehen will, muss man eben offen drüber reden. Außerdem ist das hier ja alles total anonym.
Beatrice
1) Bist du männlich oder weiblich?
2) Warum hast du bis jetzt deine sexuellen Bedürfnisse unterdrückt?
3) Hattest du überhaupt schon mal eine ‘Beziehung‘? Wenn ja, wie verlief sie?
4) Erzähl mir etwas über dein Aussehen und deinen Körper! Alles, was dir dazu einfällt!
5) Magst du deinen Körper? Falls nein, warum nicht?
6) Hast du schon mal fachliche Hilfe zu deinem Problem in Anspruch genommen? Wenn ja, wo und wie lief‘s?
7) Was ist mit deinem Bedürfnis nach Liebe?
8) Lebst du allein?
9) Fühlst du dich oft einsam?
10) Hast du dir schon mal Literatur zu der Thematik besorgt, die du oben ansprichst? Wenn ja, was kam dabei raus?
11) Wenn du sexuelle Szenen im Fernsehen siehst oder über so etwas liest - welche Empfindungen hast du dabei? Nenne alle unterschiedlichen Regungen, die du da schon hattest!
12) Hast du dich je intim angefasst?
13) Hast du je darunter gelitten, noch keinen Sex gehabt zu haben?
14) Hast du Menschen, denen du dich damit anvertrauen kannst - die davon wissen?
Ich weiß, das sind sehr intime Fragen, aber ich denke, wenn man ein sexuelles Problem angehen will, muss man eben offen drüber reden. Außerdem ist das hier ja alles total anonym.
Beatrice
Liebe Beatrice!
1- Männlich.
2- Keine Ahnung, welcher tiefer Grund dahinter steckt. Ich wollte nicht von meinem Bedürfnis gezogen werde, ich wollte die totale Kotrolle darüber haben! Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl davon mental und physisch weglaufen zu wollen!! Warum weiß ich nicht direkt!
3-Ich hatte eine Beziehung aber ohne richtigen Sex (kein Geschlechtverkehr). Es verlief gut aber weil die Frau noch Probleme mit Ihrem Ex hatte, wollte ich mit Ihr Sex nur dann haben, wenn die Verhältnisse geklärt wären. Diese hat sie aber nicht so gewollt!
4- Ich sehe, wie andere mir sagen, gut aus, gegeteiliges kann ich nicht behaupten.
5-Nicht ganz. Ich habe das männlich Glied teilweise als störend gefunden und dachte immer, daß Frauen dies nicht mögen.
6-Ja hier vor einiger Zeit, als ich die innerliche Mauer in mir gebrochen habe, Ich suchte 2 Urologen auf und sie sagten mir, sie konnten keine organische Ursache feststellen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß ich in Enthaltsamkeit lebe und vielleicht psychische Ursache dahinter stecken konnte.
7- Ich habe seit einem bestimmten Zeitpunkt, in dem ich vor ca. 15 Jahren eine Frau heiraten wollte, auf diesen Wunsch verzichtet. sowohl mein Bedürfnis als auch die schönen Liebegefühle in mir ‘‘erstickt‘‘. Ich ahbe das Gefühl, ich habe mich bestraft, weil ich nicht dem Mut aufbrachte, diese Frau zu heiraten! Seitdem fühle ich mich wie vom Gipel eines Berges gefallen und orientierungslos geschleudert! Einfach aus dem Gleichgewicht!
8- Ja.
9- Nicht so.
10- Verstehe nicht ganz was du meinst.
11- Wie soll ich dir das erklären. Ich glaube es istnicht einfach nachzuvollziehen! Wenn ich jetzt solche szenen sehe werde ich nicht gereitzt! Ich habe das Gefühl als ob ich die ganzen sexuellen und Empfindungen taub bzw. stumpf gemacht habe! Ich habe das Gefühl, es gibt einen großen Abstand zwischen meinen Gefühlen und der Wirklichekeit in Sachen Liebe und Sex und daß es iregndwelche Kontrolle in meinem Kopf gibt, die das ganzen Reaktioenen in der Richtung messerscharf kontrolliert und meistens verbietet.
12- Ja. Als bei der Bopertät. Dann bekamm ich damals Angst und sehr starke Gewissenskonflikte. Seit dem habe ich immer versucht das Bedürfes zu unterdrücken, weil es mich zu‘‘falschem‘‘ Verhalten geführt hat! (Eine Art Selbstbestrafung). Bis vor 15 Jahren wo ich das Gefühl hatte, daß ich das ganze legetim erleben kann, wenn ich diese Frau heirate! Aber leider es nicht gemacht!
13- Mit der Zeit nicht mehr, da ich mich soweit brachte, daß ich das ganze so stark unterdrückte
14- Noch außer dir keine
Ich danke dir herzlich für schnelle Antwort!
2- Keine Ahnung, welcher tiefer Grund dahinter steckt. Ich wollte nicht von meinem Bedürfnis gezogen werde, ich wollte die totale Kotrolle darüber haben! Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl davon mental und physisch weglaufen zu wollen!! Warum weiß ich nicht direkt!
3-Ich hatte eine Beziehung aber ohne richtigen Sex (kein Geschlechtverkehr). Es verlief gut aber weil die Frau noch Probleme mit Ihrem Ex hatte, wollte ich mit Ihr Sex nur dann haben, wenn die Verhältnisse geklärt wären. Diese hat sie aber nicht so gewollt!
4- Ich sehe, wie andere mir sagen, gut aus, gegeteiliges kann ich nicht behaupten.
5-Nicht ganz. Ich habe das männlich Glied teilweise als störend gefunden und dachte immer, daß Frauen dies nicht mögen.
6-Ja hier vor einiger Zeit, als ich die innerliche Mauer in mir gebrochen habe, Ich suchte 2 Urologen auf und sie sagten mir, sie konnten keine organische Ursache feststellen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß ich in Enthaltsamkeit lebe und vielleicht psychische Ursache dahinter stecken konnte.
7- Ich habe seit einem bestimmten Zeitpunkt, in dem ich vor ca. 15 Jahren eine Frau heiraten wollte, auf diesen Wunsch verzichtet. sowohl mein Bedürfnis als auch die schönen Liebegefühle in mir ‘‘erstickt‘‘. Ich ahbe das Gefühl, ich habe mich bestraft, weil ich nicht dem Mut aufbrachte, diese Frau zu heiraten! Seitdem fühle ich mich wie vom Gipel eines Berges gefallen und orientierungslos geschleudert! Einfach aus dem Gleichgewicht!
8- Ja.
9- Nicht so.
10- Verstehe nicht ganz was du meinst.
11- Wie soll ich dir das erklären. Ich glaube es istnicht einfach nachzuvollziehen! Wenn ich jetzt solche szenen sehe werde ich nicht gereitzt! Ich habe das Gefühl als ob ich die ganzen sexuellen und Empfindungen taub bzw. stumpf gemacht habe! Ich habe das Gefühl, es gibt einen großen Abstand zwischen meinen Gefühlen und der Wirklichekeit in Sachen Liebe und Sex und daß es iregndwelche Kontrolle in meinem Kopf gibt, die das ganzen Reaktioenen in der Richtung messerscharf kontrolliert und meistens verbietet.
12- Ja. Als bei der Bopertät. Dann bekamm ich damals Angst und sehr starke Gewissenskonflikte. Seit dem habe ich immer versucht das Bedürfes zu unterdrücken, weil es mich zu‘‘falschem‘‘ Verhalten geführt hat! (Eine Art Selbstbestrafung). Bis vor 15 Jahren wo ich das Gefühl hatte, daß ich das ganze legetim erleben kann, wenn ich diese Frau heirate! Aber leider es nicht gemacht!
13- Mit der Zeit nicht mehr, da ich mich soweit brachte, daß ich das ganze so stark unterdrückte
14- Noch außer dir keine
Ich danke dir herzlich für schnelle Antwort!
Lieber G.!
Zuerst einmal möchte ich dir sagen, ich finde es schön, dass du den Mut gefunden hast, deine doch recht intimen Probleme anzugehen und damit an jemanden heranzutreten. Die Sexualität ist ja ein wichtiger Teil unseres Lebens, sie gehört dazu wie Geselligkeit oder der Genuß am Essen und Trinken, und es ist schade, wenn jemand sich dieses Quells der Freude und Energie beraubt. Du tust dir nur Gutes, wenn du dich diesem Bereich nun allmählich öffnest!
Ich nehme an, dass dir in deiner Kindheit auf irgendeine sehr nachhaltige Weise mitgegeben wurde, dass alles, was mit Sex zu tun hat, verachtenswert, schmutzig oder auf andere Weise negativ belegt ist. Dies hast du so stark verinnerlicht, dass es dir zur zweiten Natur geworden ist. Zum Beispiel du befriedigst dich nicht selbst. Du hattest Ansätze dazu in der Pubertät, wie sie jeder gesunde Junge hat, aber irgendwer oder irgendwas hat es dir verboten. Noch vor 20 und 30 Jahren haben viele Eltern bei ihren Kindern das Spielen mit den eigenen Genitalien rigide unterdrückt, weil das als unanständig galt. Nun, die meisten onanieren später trotzdem, aber viele mit latenten Schuldgefühlen. Heute ist man auf dem Stand, dass man Selbstbefriedigung als etwas durchweg Positives betrachtet, weil es dazu verhilft, ein gutes Verhältnis zu seinem Körper und seiner Sexualität zu haben. (Siehe dazu auch in meinen "FAQ‘s Sex" den Brief "Onaniere ich zu oft?")
Hinzu kommt bei dir eventuell noch eine Tendenz zur Selbstbestrafung; das heißt, du bist zu streng mit dir, und für Fehler, die du gemacht hast, bestrafst du dich, indem du dir etwas verbietest. In dieser und auch in der sexuellen Hinsicht gilt es, dass du milder mit dir selbst wirst; dass du dir selbst verzeihen kannst; dass du die Fähigkeit erlangst, dir etwas zu gönnen. Die Ursprünge für selbstbestrafendes Verhalten liegen fast immer auch in der Kindheit, und das macht es so schwer, sie zu knacken: denn dadurch, dass dieses Verhalten, diese unbewussten Verknüpfungen und Gedankengänge so früh angelegt wurden, sind sie ganz tief in dir verankert und können nur durch eine Therapie gelöst werden. Bitte erschrick nicht - heutzutage ist ja auch schon ganz normal, zum Psychologen zu gehen, wenn man in einer Krise steckt oder einfach Dinge an sich ändern will, die sich aus eigener Kraft nicht so recht lösen lassen. Ich denke, eine Therapie würde sich bei dir auf jeden Fall lohnen, da sie dir einen großen Zugewinn an Lebensfreude bringen wird. Gesetzt den Fall, du willst es wirklich - und du findest einen guten Therapeuten, der zu dir passt. Aber wie findest du den (oder die)? Denn es gibt ja auch viele Therapieformen, und viele davon werden dir nicht zusagen.
Ich persönlich würde einen Psychologen empfehlen, der nicht nur auf eine Therapieform festgelegt ist (z.B. Psychoanalyse) und außerdem eine Zusatzausbildung "Sexualtherapie" gemacht hat (keine Angst, man muss sich dabei nicht ausziehen!). Ich finde z.B. Individualtherapie und Verhaltenstherapie ganz gut, weil sie zielorientiert sind und nicht endlos in den Ursachen herumstochern; aber das ist individuell verschieden.
Du kannst beim Berufsverband Deutscher Psychologen nachfragen. Der Verband hat einen Info-Dienst im Internet: www.psychotherapiesuche.de
Mit meiner Frage Nr. 10 meinte ich, ob du dir schon mal Fachliteratur zum Thema Sexualität besorgt hast. Ich meine nicht Sex- oder Porno-Bücher, sondern seriöse Psycho-Fachbücher. Wenn du magst, dann geh doch mal in eine große Buchhandlung in die Psycho-Abteilung und stöbere eine Weile in den Büchern über Sexualität herum - vielleicht ist was dabei, was dich anspricht.
Und noch ein Wort zum Therapeuten: Wenn dir der erste nicht zusagt (man hat ja erst mal ein Einführungsgespräch), dann geh zu einem andern. Such so lange, bis du jemanden findest, bei dem du dich wohl fühlst. Der (oder die) wird dir dann garantiert auch helfen können.
Mit einer Form der Selbsthilfe kannst du heute oder morgen schon anfangen: mehr Zugang zu deinem Körper finden. Lausche immer mal wieder in dich hinein, wie sich dein Körper anfühlt, was ihm gut tut, was nicht; gib ihm mehr von den Dingen, die ihm gut tun.
Gönne dir dies alles: Sauna, Whirlpool, ein paar verschiedene Massagen bei einem guten Masseur, Thermalbad, Solarium, ein richtig feines Essen, Bewegungsformen, die dir Spaß machen, usw.... Ein Mensch muss sich solche Sachen ab und zu gönnen, denn wir sind ja nicht nur Maschinen - wir haben auch ein Recht auf Freude und Entspannung!
Gib dich dem Genuss hin, versuche, dich in das schöne körperliche Gefühl hineinfallen zu lassen, erspüre auch, was dir Unbehagen bereitet, und versuche herauszufinden, was das Unbehagen verursacht.
Viel Vernügen!
Beatrice
Ich nehme an, dass dir in deiner Kindheit auf irgendeine sehr nachhaltige Weise mitgegeben wurde, dass alles, was mit Sex zu tun hat, verachtenswert, schmutzig oder auf andere Weise negativ belegt ist. Dies hast du so stark verinnerlicht, dass es dir zur zweiten Natur geworden ist. Zum Beispiel du befriedigst dich nicht selbst. Du hattest Ansätze dazu in der Pubertät, wie sie jeder gesunde Junge hat, aber irgendwer oder irgendwas hat es dir verboten. Noch vor 20 und 30 Jahren haben viele Eltern bei ihren Kindern das Spielen mit den eigenen Genitalien rigide unterdrückt, weil das als unanständig galt. Nun, die meisten onanieren später trotzdem, aber viele mit latenten Schuldgefühlen. Heute ist man auf dem Stand, dass man Selbstbefriedigung als etwas durchweg Positives betrachtet, weil es dazu verhilft, ein gutes Verhältnis zu seinem Körper und seiner Sexualität zu haben. (Siehe dazu auch in meinen "FAQ‘s Sex" den Brief "Onaniere ich zu oft?")
Hinzu kommt bei dir eventuell noch eine Tendenz zur Selbstbestrafung; das heißt, du bist zu streng mit dir, und für Fehler, die du gemacht hast, bestrafst du dich, indem du dir etwas verbietest. In dieser und auch in der sexuellen Hinsicht gilt es, dass du milder mit dir selbst wirst; dass du dir selbst verzeihen kannst; dass du die Fähigkeit erlangst, dir etwas zu gönnen. Die Ursprünge für selbstbestrafendes Verhalten liegen fast immer auch in der Kindheit, und das macht es so schwer, sie zu knacken: denn dadurch, dass dieses Verhalten, diese unbewussten Verknüpfungen und Gedankengänge so früh angelegt wurden, sind sie ganz tief in dir verankert und können nur durch eine Therapie gelöst werden. Bitte erschrick nicht - heutzutage ist ja auch schon ganz normal, zum Psychologen zu gehen, wenn man in einer Krise steckt oder einfach Dinge an sich ändern will, die sich aus eigener Kraft nicht so recht lösen lassen. Ich denke, eine Therapie würde sich bei dir auf jeden Fall lohnen, da sie dir einen großen Zugewinn an Lebensfreude bringen wird. Gesetzt den Fall, du willst es wirklich - und du findest einen guten Therapeuten, der zu dir passt. Aber wie findest du den (oder die)? Denn es gibt ja auch viele Therapieformen, und viele davon werden dir nicht zusagen.
Ich persönlich würde einen Psychologen empfehlen, der nicht nur auf eine Therapieform festgelegt ist (z.B. Psychoanalyse) und außerdem eine Zusatzausbildung "Sexualtherapie" gemacht hat (keine Angst, man muss sich dabei nicht ausziehen!). Ich finde z.B. Individualtherapie und Verhaltenstherapie ganz gut, weil sie zielorientiert sind und nicht endlos in den Ursachen herumstochern; aber das ist individuell verschieden.
Du kannst beim Berufsverband Deutscher Psychologen nachfragen. Der Verband hat einen Info-Dienst im Internet: www.psychotherapiesuche.de
Mit meiner Frage Nr. 10 meinte ich, ob du dir schon mal Fachliteratur zum Thema Sexualität besorgt hast. Ich meine nicht Sex- oder Porno-Bücher, sondern seriöse Psycho-Fachbücher. Wenn du magst, dann geh doch mal in eine große Buchhandlung in die Psycho-Abteilung und stöbere eine Weile in den Büchern über Sexualität herum - vielleicht ist was dabei, was dich anspricht.
Und noch ein Wort zum Therapeuten: Wenn dir der erste nicht zusagt (man hat ja erst mal ein Einführungsgespräch), dann geh zu einem andern. Such so lange, bis du jemanden findest, bei dem du dich wohl fühlst. Der (oder die) wird dir dann garantiert auch helfen können.
Mit einer Form der Selbsthilfe kannst du heute oder morgen schon anfangen: mehr Zugang zu deinem Körper finden. Lausche immer mal wieder in dich hinein, wie sich dein Körper anfühlt, was ihm gut tut, was nicht; gib ihm mehr von den Dingen, die ihm gut tun.
Gönne dir dies alles: Sauna, Whirlpool, ein paar verschiedene Massagen bei einem guten Masseur, Thermalbad, Solarium, ein richtig feines Essen, Bewegungsformen, die dir Spaß machen, usw.... Ein Mensch muss sich solche Sachen ab und zu gönnen, denn wir sind ja nicht nur Maschinen - wir haben auch ein Recht auf Freude und Entspannung!
Gib dich dem Genuss hin, versuche, dich in das schöne körperliche Gefühl hineinfallen zu lassen, erspüre auch, was dir Unbehagen bereitet, und versuche herauszufinden, was das Unbehagen verursacht.
Viel Vernügen!
Beatrice
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