Sie hat beim Liebesspiel zu zweit keinen Orgasmus
Ich bin nicht durchweg orgasmusunfähig - mache ich es mir selber, wenn ich alleine bin, klappt es ganz gut. Aber mit ihm zusammen - ein ziemlicher Krampf...
Die häufigsten Gründe, warum Frauen dabei nicht kommen:
- Sie trauen sich nicht, ihm zu sagen, welche Praktiken und Stellungen sie am meisten erregen oder wie er sie genau stimulieren soll.
- Das Vorspiel ist zu kurz oder nicht erregend genug (z.B. zu wenig einfallsreich).
- Die Frau braucht nun mal im Durchschnitt einiges länger als der Mann, um den Höhepunkt zu erreichen. Wenn er regelmäßig nicht lange genug durchhält, sollte er sie schon vor dem Verkehr entsprechend in "Stimmung" bringen oder sogar befriedigen.
- Sie halten daran fest, dass der Orgasmus unbedingt ohne extra Stimulation der Klitoris eintreten muss. Bloß: das Lustknöpfchen ist bei jeder Frau unterschiedlich empfänglich, darum reicht die Reibung durch den Penis mindestens jeder zweiten Frau nicht aus, und der G-Punkt scheint auch nur bei einem kleinen Teil zu funktionieren (siehe oben).
- Sie haben Angst, beim Orgasmus die Kontrolle zu verlieren oder sich zu sehr gehenzulassen, und können deshalb im entscheidenden Moment nicht loslassen.
- Sie setzen sich so unter Druck oder sind so verkrampft, dass sie noch nicht einmal die nötige Erregungsphase erreichen.
- Dem Partner zeigen oder sagen, was sie sich wünschen (siehe "Wie soll ich meine sexuellen Bedürfnisse ausdrücken?"). Falls eine Frau nicht genau weiss, was sie gerade am meisten anheizen würde, kann sie ihn bitten, auf "Erkundungsgang" über ihren Körper zu gehen oder verschiedene Streichelvarianten auszuprobieren.
- Um den Orgasmus wird mittlerweile so viel Wirbel gemacht, dass nicht wenige Frauen regelrecht unter Leistungszwang geraten. Und dann geht gar nichts mehr. Der sexuelle Höhepunkt ist ein sensibler, störanfälliger Vorgang, und sein Zustandekommen hängt genauso von seelischen wie von körperlichen Voraussetzungen ab.
- Lust findet vor allem im Kopf statt. Die meisten Frauen wissen aus eigener Erfahrung, dass Stimulation allein nicht genügt. Auch die Stimmung muss stimmen. Schamgefühle, beruflicher Stress, Müdigkeit, dicke Luft oder unausgesprochene Probleme in der Beziehung - und schon bleibt die Libido aus. Drum darf eine Frau mit Orgasmusproblemen ruhig egoistisch im Bett sein und die Spielregeln aufstellen.
- Für die meisten Sexualtherapeuten gilt heute die Fähigkeit zur Selbstbefriedigung als Schlüssel zum Orgasmus mit dem Partner. Denn der ist ja kein Hellseher. Um ihm vermitteln zu können, was sie in Ekstase bringt, muss sie´s erst selbst genau wissen. Außerdem: je mehr sie ihren Körper in Eigenregie darauf "trainiert", ihr auch unter nicht optimalen Bedingungen Lust zu spenden, desto besser reagiert er auch auf die Stimulation eines anderen.
- Sexuelle Phantasien sind für die meisten Frauen wesentlicher Bestandteil der Masturbation - warum nicht auch beim Liebesspiel? Der Liebhaber braucht´s ja nicht zu wissen. Viele tolle Anregungen bieten zum Beispiel die Bücher der Amerikanerin Nancy Friday zum Thema.
- Viele Spezialisten meinen, dass eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur die sexuelle Empfindungsfähigkeit wesentlich steigere, ja vielfach sogar Voraussetzung für den Höhepunkt sei. Denn kurz davor ist sie kräftig angespannt: Frauen ohne Orgasmusprobleme machen das automatisch, alle anderen sollten die Muskeln bewusst einsetzen. Nicht nur als Sprungbrett zum Gipfel, sondern ruhig auch schon während des Koitus: um zu erspüren, ob das mehr Lust bringt.
- Wenn alle Versuche nicht fruchten: gezielte Sexualtherapien haben gute Erfolgsquoten - jedoch nur, wenn die Betroffene sich mit ihrem Therapeuten oder in ihrer Gruppe wohlfühlt. Manchen hilft es, den Partner mitzunehmen. Allerdings fangen heute auch immer mehr Frauen an, das Thema lockerer zu sehen: wenn der Sex auch "ohne" Spaß macht, verzichtet frau lieber auf den Orgasmus, statt sich deswegen verrückt zu machen.
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