Mein Freund hat Erektionsstörungen
Ich habe eine wunderbare Beziehung mit einem wunderbaren Mann. Bloß im Bett ist tote Hose - sprich: bei ihm geht meist nichts. Er bekommt einfach keinen hoch. Sex findet fast nur morgens statt, da dann die Morgenlatte ausgenutzt werden kann.
Mein Problem ist, dass ich deutlich triebhafter als mein Freund bin. Zuviel Sex gibt es für mich gar nicht. Aber alle Versuche, ihn zu mehr zu animieren, sind fehlgeschlagen. Mir fehlt auch mal wieder so richtig leidenschaftlicher Sex. Einmal die Woche ist mir einfach zu wenig. Was kann ich tun ausser mir einen Lover zu suchen?
Leider schreibst du nicht, warum er Erektionsstörungen hat. In deinem Brief bekommt man den Eindruck, als ob er es einfach so hinnimmt und gar nichts dagegen unternimmt, und das sollte ja der erste Schritt sein.
Wenn ihr beide wirklich so eine wunderbare Beziehung habt, sollte ihm daran gelegen sein, dass euer Sexualleben funktioniert. Ohne das geht´s halt nicht, und dass du dir einen Lover suchst, ist gewiss keine gute Lösung.
Erektion: Hier erst mal ein kleiner Exkurs
Für eine Erektion müssen sich die Gefäße öffnen (Blut fließt in die Schwellkörper), aber dann auch wieder "dicht" verschließen (eingeflossenes Blut bleibt im Penis).Hier kommen die Faktoren, die u.a. auf dieses System einwirken:
- Nikotin verengt und verhärtet die Gefäße (d.h. es fließt nicht so viel Blut ein, wie es könnte, und die Gefäße sind nicht mehr so beweglich)
- Alkohol weitet sie und hält sie offen (d.h. Blut fließt zwar ein, aber es kann z.T. auch wieder rauslaufen) - daher im Zusammensein mit der Freundin bitte wenig trinken!
- Fettreiche, ungesunde Ernährung verursacht Ablagerungen in den Gefäßen, d.h. sie werden enger und unelastisch. Achte hier drauf.
- Erkrankungen/ Störungen, die das Gefäßsystem und den Blutkrieslauf beeinträchtigen: Diabetes, Bluthochdruck, u.a.
- Sport allgemein und Beckenboden-Übungen verbessern die Durchblutung des Unterleibs, fördern auch die Produktion männlicher Hormone, die ja auch beträchtlich zur Potenz beitragen.
- Ein Mangel an Bewegung lässt das Gefäßsystem schneller altern und die Unterleibsmuskulatur erschlaffen.
- Was die Hormone betrifft: auch hier gilt, je gesünder dein Lebenswandel, desto besser die Hormonproduktion.
- Angst, Stress, Unsicherheit oder Wut führt oft zu einer unbewussten Anspannung der Unterleibsmuskulatur (wieder der Beckenboden!) und dann kann oft zu wenig Blut einfließen.
Sein erster Gang sollte zu einem Urologen sein, der abklärt, ob körperliche/ organische Ursachen vorliegen. Die Morgenlatte ist nicht unbedingt ein Beweis, dass körperlich alles stimmt. Sollte sich herausstellen, dass da alles in Ordnung ist, kann er sich auch einen PDE-5-Hemmer (Viagra, Levitra, Cialis) verschreiben lassen - übergangsweise, bis ihr die Lösung des Problems gefunden habt.
Psychologisch können Erektionsstörungen ja alle möglichen Ursachen haben: er hat Angst vor irgendwas, etwa Versagens- oder Bindungsangst, oder fühlt sich von dir sexuell unter Druck gesetzt, oder in der Beziehung stimmt was nicht, oder... (bei den Sex-Fragen unter der Rubrik "Erektion" gibt´s dazu massig Briefe!) Ihr müsst unbedingt offen drüber reden, und zwar ausführlich.
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