Erstes Mal mit 32: Es war so leidenschaftlich, dass er ganz verwirrt ist
Hallo Beatrice,
Jedoch waren die nächsten Tage ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits ging ein Traum in Erfüllung, andererseits wusste ich nicht mehr genau, wer ich wirklich bin und was mich überkam. Bisher konnte ich mich nie so richtig fallen lassen und hatte Ängste und Hemmungen. Eigentlich bin ich ein eher ruhig-zurückhaltender Typ und wohl auch ein sensibles Muttersöhnchen. Aber ich ging voll ab, als sich unsere Lippen berührten, genoss heiße Zungenküsse, war ganz wild auf ihre Brüste, machte nach einer Massage aus purer Neugier zuerst Französisch bei ihr (irgendwie träumte ich davon!), so weit ich kam, ließ mich dann von ihr oral verwöhnen (irgendwie ein sehnlicher Wunsch!), wurde dann abgeritten und kam schließlich von Hinten zum Orgasmus. Irgendwie lief ein Programm in mir ab und ich konnte es nicht mehr stoppen. Mir war überhaupt nichts peinlich, hatte fast keine Schamgefühle und auch unsere Kommunikation war von Offenheit, Spontaneität, Humor und auch Vertrautheit geprägt, obwohl wir uns vorher noch nie real begegnet sind.
Meine Frage ist nun, ob sich bei mir nur aufgestaute Bedürfnisse entluden oder ich soeben eine völlig neue Eigenschaft meiner Persönlichkeit entdeckt habe. Wie könnte ich diese für die Zukunft nutzen? Oder spielte auch der Frust eine große Rolle, weil ich seit längerer Zeit beruflich in der Warteschleife stecke und jetzt mal ein Ventil brauchte? Muss ich mir ein schlechtes Gewissen machen, wenn Taschengeld im Spiel war (sie ist nicht professionell, lebt aber was aus!) und ich eine aufregende Unterrichtsstunde bekam? Gehört gegenseitiges Französisch (bei uns als langes Vorspiel) heute wirklich zum Standardprogramm oder muss ich mich schämen, dass ich beim ersten Mal gleich so intim mit dem anderen Geschlecht gewesen bin? Und soll ich über mein Abenteuer Andeutungen im Familien- bzw. Freundeskreis machen (ob sie es überhaupt glauben?) und mich etwas öffnen oder soll ich alles für mich behalten?
Gruß
Peter
Lieber Peter,
Ferner möchte ich dir versichern, dass ich an deiner Beschreibung nichts Beunruhigendes finden kann. Du fragst: "ob sich bei mir nur aufgestaute Bedürfnisse entluden oder ich soeben eine völlig neue Eigenschaft meiner Persönlichkeit entdeckt habe ... Oder spielte auch der Frust eine große Rolle, weil ich seit längerer Zeit beruflich in der Warteschleife stecke und jetzt mal ein Ventil brauchte?"
Weder noch. Es ist völlig normal und sogar wünschenswert, dass man sich vom Feuer der Leidenschaft forttragen lässt und Dinge tut, die einen im "nüchternen" Zustand erröten ließen! Und ja, gegenseitiges Französisch gehört bei den meisten Leuten zum Liebesspiel - bei manchen immer, bei anderen gelegentlich.
"Muss ich mir ein schlechtes Gewissen machen, wenn Taschengeld im Spiel war (sie ist nicht professionell, lebt aber was aus!) und ich eine aufregende Unterrichtsstunde bekam?"
Nein, im Gegenteil (siehe auch mein Eingangssatz). Manche Männer in deiner Situation mögen ernüchternde und abschreckende Erlebnisse haben, wenn sie in billigen Absteigen mit billigen Frauen landen. Aber du hast ja offenbar weder Kosten noch Mühen gescheut, um für dein erstes Mal eine passende Gefährtin und eine passende Lokalität auszusuchen.
"Wie könnte ich diese für die Zukunft nutzen?"
Die positive Erfahrung, dass Sex etwas Schönes ist und ganz leicht geht und dass Intimität mit einer anderen Person nichts Erschreckendes haben muss, sollte dich dazu motivieren, dich der Frauenwelt weit mehr zu nähern und zu öffnen, als dies bisher der Fall war. Dass du dabei auch ein paar Körbe und Schlappen einstecken wirst, solltest du von vornherein einkalkulieren. Wie in jedem Bereich des Lebens muss man auch in der Liebe durch "trial and error" Erfahrungen sammeln und erst mal lernen.
Sprich: Häng deine Hoffnungen und Gefühle jetzt bloß nicht an käufliche Mädchen (und mögen sie auch noch so nett sein), sondern mach dich auf die Suche nach einer Frau, die dich liebt.
Im Übrigen schließt eine akademische Laufbahn den Kontakt zum anderen Geschlecht keineswegs aus, sondern lässt sich sehr gut vereinbaren. Das Vergraben in Arbeit ist allerdings ein probates Mittel, um sich vor allzu intimen Kontakten zu schützen. Zum Beispiel weil man Angst vor Misserfolg, Ablehnung, Verletzung hat; weil man sich für zu wenig liebenswert hält.
"soll ich über mein Abenteuer Andeutungen im Familien- bzw. Freundeskreis machen (ob sie es überhaupt glauben?) und mich etwas öffnen oder soll ich alles für mich behalten?" In dem Fall rate ich allerdings nicht zur Öffnung. Du und ich und etliche andere, wir mögen das locker sehen, aber es gibt immer noch sehr viele Leute, die käufliche Liebe von vornherein verdammen. Grade im Familienkreis fehlt da oft das Verständnis, und auch im Freundeskreis wirst du hier und da Ablehnung ernten. Ich rate dir: Erzähl es niemandem, nicht mal deinen künftigen Partnerinnen, sondern hüte es als dein süßes kleines Geheimnis. Naja, immerhin mit einer Person durftest du es teilen: mit mir... ;-)
Sehr viele Tipps zum Knüpfen von Kontakten und Beziehungen findest du auf meinen Seiten sowohl im Liebes-FAQ als auch im Liebes-Briefarchiv jeweils unter der Rubrik "Beziehungen knüpfen".
Sex-Tipps gibt´s in den entsprechenden Sex-Archiven und in meinem Sexratgeber für Männer (Beatrice Poschenrieder, "Der beste Sex aller Zeiten", Rowohlt Taschenbuch, 8,90 Euro - ein lustiges und erotisches Lesebuch zum Thema, wie Frauen sexuell ticken und wie man sie im Bett so richtig glücklich macht!).
Ich wünsche dir, dass alles gut wird
Beatrice
Hallo Beatrice,
Da ich gleich beim ersten Mal aufregendes Französisch hatte und wohl auch sonst sexuell sehr offen, neugierig und verspielt bin, bauen sich bei mir irgendwie Erwartungen, Wünsche und erotische Phantasien für die Zukunft auf. Könnte ich damit Probleme bekommen, oder ist man heute tatsächlich viel freizügiger und hemmungsloser, was den Sex betrifft?
Nach meinem späten, ersten Mal habe ich das Gefühl, noch aufgeweckter (vielleicht auch schärfer?) auf das andere Geschlecht zu sein. Allerdings bin ich ein Mensch, der eher die Stille sucht und inne hält, große Menschenansammlungen in der Regel meidet und alles andere als ein Drauf- und Partygänger ist. Außerdem stecke ich momentan beruflich in einer sehr schwierigen Situation, die psychisch und gesundheitlich nicht gerade förderlich ist und womöglich in Kürze eine völlige Neuorientierung erfordert (ich habe ja jetzt Mut geleckt!). Kann unter diesen Umständen wirklich gegenwärtig eine erste, feste Partnerschaft sinnvoll sein (wie ich wohl auf Beziehungsstress reagieren werde?) oder soll ich in nächster Zeit meine jahrelang unterdrückte Sexualität in einer diskreten Affäre zunächst ausleben und weitere Erfahrungen sammeln? Davon hat das Wohlbefinden auch etwas, oder?
Ich freue mich auf Deine Antwort!
Gruß
Peter
Lieber Peter,
Ich verstehe, dass du dein schönes Erlebnis gern mit anderen teilen würdest, aber behalt es erst mal besser für dich und verwende deine Energie lieber darauf, eine richtige Freundin zu finden. Was auch bereits die Antwort auf deine letzte Frage liefert. Du wirst von einer "bezahlten" Geliebten niemals den ehrlichen Sex und vor allem die ehrliche Zuneigung bekommen wie von einer wirklichen Partnerin. Selbst wenn du dich mit deinem Callgirl toll verstehst, wirst du dich doch immer fragen müssen, ob sie vor allem deswegen so nett zu dir ist, weil sie dein Geld bekommt. Also gewöhn dir das lieber gar nicht an, sonst wird es zur Sucht und du wirst nie in der Lsge sein, eine reelle und seelisch wie körperlich befriedigende Beziehung aufzubauen.
"Da ich gleich beim ersten Mal aufregendes Französisch hatte und wohl auch sonst sexuell sehr offen, neugierig und verspielt bin, bauen sich bei mir irgendwie Erwartungen, Wünsche und erotische Phantasien für die Zukunft auf. Könnte ich damit Probleme bekommen..."
Nur dann, wenn du deine Partnerin überrollst und zu wenig auf ihre Signale achtest. Feingefühl heißt das Zauberwort.
"oder ist man heute tatsächlich viel freizügiger und hemmungsloser, was den Sex betrifft?"
Das ist von Frau zu Frau und von Akt zu Akt seeeeehr unterschiedlich. Man kann sich ja auch verbal oder über Körpersprache austauschen, um zu erfahren, was angesagt ist.
Viel Erfolg
Beatrice
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