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Liebes Fragen : Liebe: Verschiedenes

Unsere Beziehung ist am Ende, doch sie ist schwanger, und ich will partout nicht Vater werden!

Daniel, 25

Liebe Beatrix,

Ich befinde mich in einer äußerst heiklen Lage, ich hoffe sehr du kannst mir helfen und nimmst meine Probleme ernst. Also, meine Freundin hat gestern einen Schwangerschaftstest gemacht, der positiv ausfiel. Wir sind seit 2,5 Jahren zusammen, jedoch war (und ist) unsere Beziehung mehr ein Scherbenhaufen denn Harmonie. Das krasse war ja, dass das Kind gezeugt wurde, als wir jetzt gerade auseinander waren. Und ich war schon fast glücklich, solo zu sein, mir fiel buchstäblich eine last von den schultern, denn ich war ein Semester im Ausland, habe mich entwickelt und will meine Freiheit. Nun ist sie schwanger, will das Kind natürlich behalten, ich stecke noch mitten im Studium (Bachelor) und wollte einen Master im Ausland anhängen, das wäre im nächsten Jahr. Und ich kann mich von dieser Vorstellung einfach nicht lösen, soll es das schon gewesen sein? Klar, mit dem Kind kommt was neues, tolles, aber dann heisst es, Freiheit ade. Ich habe schon jetzt dass Gefühl, dass ich mich ins Unglück stürze. So von wegen, irgendwann später im Leben alles bereuen, Job angenommen nur um Kind zu ernähren, nicht dahin gekommen, wohin ich wollte, und auch nicht mit der Liebe meines Lebens. Ich habe immer noch ein sehr romantisches, vielleicht auch klischeebelastetes Bild und will eine Familie unter den richtigen Bedingungen, ich will dass es meinem Kind einmal gutgeht.

ich bin schon jetzt total überfordert, unreif ein Kind zu erziehen, abgesehen von momentan keinen Berufsaussichten und gerade von der Freundin getrennt. Wenn sie das Kind hat, muss ich ja in ihre nächste Nähe, allein schon wegen dem Kind. Das heisst, ich habe jetzt eine Verantwortung, mit der ich nicht klarkomme, denn es ist wie gesagt nicht die Frau fürs Leben. Ich stehe erst noch am Anfang, was soll ich bloß tun? Es mir jetzt schön reden und dann später im Leben sagen, ja shit, hätteste man, dann wärste jetzt vielleicht glücklich, jetzt sind deine besten jahre vorbei und dein leben verpfuscht, du machst einen Job, der dich nicht glücklich macht, genauso wenig wie die Mutter deines Kindes, klingt nach Tragödie... Ganz zu schweigen von den Alimenten...wie kann ich psychisch damit fertig werden? denn sie wird das Kind austragen...
Daniel





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Hi Daniel,

wenn deine Freundin dich überhaupt nicht in ihre Entscheidung mit einbezieht, ist es auch dein gutes Recht, dich nicht einbeziehen zu lassen, wenn es darum geht, sich um das Kind zu kümmern. Das ist zwar moralisch vielleicht nicht so sauber, aber gesellschaftlich und rechtlich kannst du dich weitgehend entziehen. Niemand kann dich verpflichten, auch nur eine Minute mit dem Kind zu verbringen oder gar in seiner Nähe wohnen zu müssen. Die einzige Verpflichtung ist, dass du einen gewissen Anteil deines Einkommens für den Unterhalt aufbringen musst. Als Student und Arbeitsloser zahlst du in der Regel nichts, es sei denn, du hast offizielle Nebenerwerbsquellen, die in einer beträchtlichen Höhe liegen.
Ich rate dir ganz dringend, deine berufliche Karriere konsequent weiterzuverfolgen, denn erstens würdest du es tatsächlich eines Tages bitter bereuen (und eine Bitternis gegenüber Mutter und Kind empfinden), zweitens kommt es ja auch dem Kind zugute, wenn du mal gut verdienst und mit dir im Lot bist.

Du solltest jetzt schnell ganz saubere Grenzen ziehen und nicht herummauscheln. Das heißt: Bekenne dich ganz offen dazu, dass du weder die Beziehung noch das Kind willst, auch wenn du selber dann als der Böse dastehst. Letztlich ist es auch für die werdende Mutter besser, wenn sie ganz klar weiß, woran sie ist, statt die ganze Zeit drauf zu hoffen, dass das Kind euch wieder zusammenschweißt, und daran zu verzweifeln.
Trenne dich und kappe den Kontakt.
Später, wenn deine Karriere in geregelten Bahnen und dein Kopf frei ist, kannst du immer noch Kontakt zu Mutter und Kind aufnehmen und sehen, inwieweit du dich als Vater kümmern möchtest. Normalerweise funktioniert das.

Zigtausende von Vätern ziehen sich erst mal aus der Affäre. Das ist einerseits unschön, andererseits fast Normalität - und gewiss besser, als wenn zwei Leute zwangsweise aneinanderkleben, die sich nicht mehr lieben.

Wenn du genau wissen willst, welche Pflichten und Rechte du als Vater hast, kannst du auch ein Beratungsgespräch bei Pro Familia machen.

Herzlichst
Beatrice (nicht Beatrix)

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