Ich bin verliebt in den Freund meiner Mutter, ihre Alkoholsucht schweißte ihn und mich zusammen
Hallo Beatrice,
In der zeit hatte ich auch noch einen Freund, ich beendete die Beziehung, weil es eher eine Last für mich war in meiner momantanen Situation (obwohl ich arbeitslos bin) und auch weil ich Ihn, also den Freund meiner mutter, kennen lernte.
An einen Abend hatte ich dann etwas gefeiert. Meine Mutter war nicht da, aber ihr Freund. Als ich in die Küche ging und ich mich umdrehte, küsste er mich.
Im ersten moment war ich sprachlos. Weil ich ihn in der zeit sehr geschätzt habe, aber immer nur als "der Freund meiner Mutter".
Am Abend schrieb er mir noch, das er den Kuss sehr schön fand. Ich wusste nicht wie ich darauf Antworten sollte. Also schrieb ich erstmal nichts.
Ich hatte bzw. habe ein totall schlechtes gewissen gegenüber meiner Mutter.
Es ist nicht In Ordnung, und ich hätte es selber nie gedacht dass alles so verlaufen würde.Als meine Mutter dann zum Entzug fuhr, hatten wir 2 schöne Wochen, in denen wir zusammen waren.
Ich wusste womit ich rechnen muss. Und ich hatte ihn auch sehr oft gefragt "Liebst du sie?" Ich bekam darauf eine unehrliche Antwort, wie sich rausstellte. Als sie wieder kam und trocken war, habe ich gemerkt, dass er auch nicht so recht wusste damit umzugehen, ich habe gemerkt, dass ich da keinen Platz habe - um das Glück meiner Mutter zu zerstören.
Ich machte Schluß, war sehr traurig.Weil es so aufging wie ich dachte.Aber ich wusste, das meine Mutter nicht trocken bleiben würde.Die hatten dann auch eine schöne Zeit danach...als sie nicht trank.Und nun ist es so :
Sie trinkt wieder. Er und ich unterhalten uns des öfteren, genauso wie davor.Ich weiß dass er in bezug auf Sie ein Fehler gemacht hat. Denn Wir, also Er und ich, wären glücklich gewesen.
Er fragte mich vor paar Tagen, ob ich es mir mit ihm nochmal vorstellen könnte, ich sagte Nein!
Und wenn ich ehrlich bin, vermisse ich ihn sehr. Ich sehe Ihn jeden Tag bzw. fast jeden Tag! Es tut weh. Kannst du mir sagen wie ich mich verhalten soll? Ist es gegenüber meiner Mutter hinterhältig?
Ich komm mir so vor. Und weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll. Wie ich ragieren soll. Wie mein Verhalten gegenüber ihm am besten ist!
Ich hoffe du kannst mir etwas Rat geben.
Danke im vorraus.
Viele liebe Grüße
Maike
Liebe Maike,
Ich frage mich da folgendes:
Hätte eine Beziehung mit diesem Mann wirklich Zukunft für dich? Mir scheint er ein wenig wankelmütig: Wenn es mit deiner Mutter mal wieder gut läuft, will er mit ihr zusammen sein, wenn es nicht gut läuft, wechselt er zur Tochter über (bzw. verbringt mehr Zeit mit dir, wendet sich dir mehr zu).
Würde ein anderer Mann nicht besser zu dir passen? Einer, der eher in deiner Altersklasse ist und der nur dich haben will, statt immer zwischen zwei Frauen zu schwanken?
Ferner:
Deine Mutter hat die Verantwortung für eine Tochter, und sie hat einen neuen Freund. Sie sollte eigentlich glücklich sein. Warum, verdammt nochmal, säuft sie dauernd und kann es nicht lassen, obwohl sie sich dadurch alles kaputtmacht?
Ist es nicht ihre eigene Schuld, wenn sich Freund und Tochter von ihr abwenden?
Warum solltest du Rücksicht auf sie nehmen, wenn sie kaum Rücksicht auf dich nimmt, sondern dich mit ihrer Sucht belastet?
Auf jeden Fall ist es nicht deine Aufgabe, dich dauernd mit der Abhängigkeit deiner Mutter zu befassen und zu versuchen, ihr zu helfen.
Das ist doch eine viel zu schwere Aufgabe für ein Mädchen und eine viel zu große Last! Du hattest ja deswegen nicht mal die Kraft, deine Exbeziehung zu halten, und vielleicht auch nicht die Kraft, dich um dein eigenes Leben (Arbeit, Wohnung usw.) zu kümmern.
Die Überlegung ist ja da auch: Bei den meisten Süchtigen ist es so, dass, solange sie jemanden haben, der sich um sie kümmert und sie stützt, sie nicht aufhören mit der Sucht.
Mein Rat ist daher: Hör auf, dich mit der Sucht und den Problemen deiner Mutter zu befassen, kümmere dich um dein eigenes Leben, such dir einen Job, nimm dir eine eigene Wohnung, werde eigenständig und nable dich von ihr ab. Dann kannst du auch tun und lassen, was du willst, und mit jedem Mann zusammenkommen, den du willst.
Mach auch je einen Gesprächstermin bei einer Familienberatung und bei einer Beratung für Co-Abhängige. Die können dich nicht nur seelisch unterstützen, sondern evtl sogar finanziell oder mit einer Wohnung.
Alles Gute
Beatrice
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