Wieso springen so viele schwule Männer ab, sobald sie keinen Eroberungsreiz mehr verspüren?
Hallo Beatrice,
Ich bin auch nicht hässlich (habe vor einem Jahr auch gemodelt). Ich bin auch ziemlich kontaktfreudig und habe relativ viele gute Freunde. Allerdings eher hetero.
Das Problem liegt daran, dass ich sehr viele Probleme mit Männern habe. Ich stehe auf einen seltenen Typ von Männern, nämlich auf die, die gut aussehen und einen Heterolook besitzen. Und falls ein solches Exemplar mir über den Weg läuft und dazu noch auf mich steht (du kannst dir die Wahrscheinlichkeit ausrechnen, wie selten alle diese Faktoren zusammentreffen), verliebe ich mich sehr schnell.
Danach folgen Bettgeschichten, die ich sehr genieße. Allerdings passiert danach etwas Seltsames. Fast alle Männer verschwinden irgendwie vom Horizont, indem sie sich weniger melden und alles hinauszögern, bis alles einschläft. Und diese "zweite Phase" lässt mich sehr leiden. Man rätselt, warum und was überhaupt passiert ist. Die meisten rechtfertigen sich dann mit dem Mangel an Zeit. Ich habe auch mit einigen anderen Schwulen gesprochen, die mir dies teilweise auch bestätigten.
Jetzt meine Frage: kann es sein, dass die meisten schwulen Männer ein psychologisches Problem haben, das vielleicht in der Kindheit hervorgerufen wurde. Dass sie, sobald sie merken, dass man nicht erobert werden muss, d.h.
wenn sie keinen Eroberungsreiz mehr verspüren, abspringen? Gab es irgendwelche Studien, die das bestätigten? Oder hast du schon von solch einem Phenomen gehört?
Falls es an mir liegen soll, an meinem Charakter oder ähnlichem wäre es ja nicht so schlimm, denn daran könnte man arbeiten.
Ansonsten sähe es ja ziemlich düster aus, wenn man eben schwul ist.
Vielen Dank,
Josh
Lieber Josh,
Also. Spezielle Studien, dass dies bei schwulen Männern so wäre, kenne ich nicht.
Aber das Phänomen, dass Männer, wenn sie keinen Eroberungsreiz mehr verspüren, abspringen, das kenne ich sehr gut - denn es betrifft nicht nur schwule Männer, sondern genauso viele Heteromänner. Und zwar überwiegend die gut aussehenden - einfach darum, weil sie es sich leisten können, viele Sexualpartner zu haben, ohne sich festlegen zu müssen. Anders gesagt: Unattraktivere (oder weniger
selbstbewusste) Männer gehen eher eine feste Bindung ein, um regelmäßigen Sex zu haben.
Natürlich spielt auch der Faktor "Liebe" eine Rolle, aber vielen Männern scheinen promisker Sex und Freiheit wichtiger zu sein als Liebe und Bindung.
Tja, und da liegt der Kasus Knackus bei dir: du bist zu fixiert auf einen sehr begehrten Typus. Nämlich den Typus, der SEHR viele Partner haben kann und deshalb wenig Lust hat, sich auf einen einzigen festzulegen.
Der zweite Knackpunkt bei dir ist, dass du dich zu schnell verliebst. Das bewirkt zweierlei: Erstens, du nimmst dir zu wenig Zeit, um den Typen besser kennenzulernen und herauszufinden, ob er deine Liebe wirklcih verdient.
Zweitens, den Typen geht das zu schnell. Sie spüren, dass du sehr schnellverliebt bist und "mehr" möchtest. Vielleicht würden sie dir sogar mehr geben, wenn du es nicht so eilig hättest. Niemand will das Gefühl haben, in etwas zu schnell hineingedrängt zu werden.
Mein Rat: Nimm dir Zeit, um die Männer mit deinem Herzen zu erfassen und nicht nur mit den Augen und dem Trieb - dann wirst du erkennen, dass viele Männer, die zuerst nicht so top aussehen, oft viel "schöner" sind als oberflächlich hübsche Typen.
Ich möchte dir mein Buch "Mister Aussichtslos" ans Herz legen - das ist zwar eher für Frauen geschrieben, aber es ist für dich genauso gut geeignet.
Darin findest du nicht nur die Anzeichen, an denen du erkennst, ob ein neuer kerl für eine Beziehung geeignet ist (oder nicht), sondern auch ein Kapitel mit "Goldenen Regeln" für dich, was du beachten musst, um Reinfälle und Enttäuschungen zu verhindern. Schau mal in meine Beatrice Buchliste.
Liebe Grüße
Beatrice
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