Er kritisiert sexuell an mir herum

Hallo Beatrice!
Ich bin mit meinem Freund (19) nun seit über einem Jahr zusammen (mit etwa 5 Wochen Unterbrechung, gehört aber zu: Vergangenheit).
Dadurch, dass wir vor kurzem getrennt waren und dann wieder zusammengekommen sind, haben wir natürlich andere Ansprüche oder “Forderungen” gestellt. Nun ich bin ein eher schüchterner Mensch, habe in letzter Zeit viel an
Selbstbewusstsein und Vertrauen verloren und auch an Mut. Deshalb hab ich auch in der Liebe sehr viele Hemmungen. Ich traue mich mittlerweile nicht mal mehr, meinen Freund nur anzufassen, woran er aber auch
Schuld dran hat. So hat er mich z.B. oft verarscht oder gesagt, ich sei schei.., und meinte, er würde lieber keinen Sex mit mir haben, und wenn er es sich selbst macht, wäre das besser.
„IchNaja, wie soll ich bei solchen Sprüchen noch Mut und Spaß haben? Wenn ich ihn frage, wie ich ihn berühren soll und wo, sagt er, ich solle mir selbst was einfallen lassen, die Initiative ergreifen und herausfinden, was gut ist. Wenn ich dann mal was mache, komme ich mir 1. doof vor, 2. dreht er sich weg oder 3. er sagt nix; irgendwann schlafen wir miteinander und zum Schluss regt er sich wieder drüber auf, dass ich keinen Orgasmus hatte.
Ich meine, ich würde ja gerne mehr aus mir herausgehen und mich kreativer am Liebesspiel beteiligen, aber ich hab eben einfach nur ANGST! Ich bin so oft von ihm verarscht worden, und er weiß das auch, dass ich mich nicht mehr traue.
Sicher liegt das Problem nicht nur an mir, aber ich würde halt gern wissen, was ich von mir aus tun kann, um das zu ändern und zu bessern.
Wir haben es im Moment sehr schwer, es ist nicht nur das, da sind noch andere Dinge, aber wenn das mit der Zärtlichkeit und im Bett mal wieder funktionieren würde, wäre das schon mal was, es muss ja nicht immer nur Sex sein, ich rede ja auch von einfachen Zärtlichkeiten (bei denen ich mir schon wie ein Vollidiot vorkomme).
Wir lieben uns sehr und wir möchten die Beziehung nicht einfach so wegschmeißen, aber im Moment sind wir beide unglücklich.
Was noch zu erwähnen wäre, ist, dass, wenn ich bei ihm bin, er sich nicht für mich interessiert. Er sitzt nur vorm PC und unternehmen tut er auch nix mit mir, sagt, er hätte kein Geld, oder er will, dass ich Sachen mache, die ich nicht tun möchte, wobei es so viele Dinge gibt, die uns beiden gefallen könnten. Aber er will nur immer das eine tun, was ich absolut hasse! Dann lässt er mich bei sich zu Hause rumsitzen und fährt weg, sagt, er kommt dann und dann wieder und zum Schluss sind´s 3 Stunden mehr.
Sicher trage ich zu seinem Verhalten auch bei… aber irgendwie muss man da doch was tun können? Ich versteh nicht, wie sowas aus uns werden konnte… 🙁
Ich bedanke mich… schon alleine für das Lesen.
Chrissy (18)

Hey Chrissy,
was ich dir jetzt sagen will, wird dir nicht schmecken, aber vielleicht helfen…
Du behauptest: “Wir lieben uns sehr”. Nein, meine Liebe, DU liebst ihn sehr. Er liebt dich nicht. Vielleicht kann er gar nicht lieben. Er verletzt, kränkt, frustet dich ständig, er trampelt auf dir herum, er ist gemein, unzuverlässig, unpartnerschaftlich, nicht kompromissbereit. Wenn man liebt, dann benimmt man sich nicht so!!!
Am gemeinsten finde ich, was er mit dir in sexueller Hinsicht macht. Da könnt ich eine richtige Wut kriegen. Wie sollst du jemals Spaß am Sex haben, wenn er sich da so verhält?!
Ein liebender Mann, der wirklich daran interessiert ist, dass seine Partnerin im Bett mehr Spaß hat und auch ihm mehr Freude bereitet, würde das mit Zärtlichkeit, liebevollen Worten und neckischen Spielereien tun. Der deine dagegen verhält sich wie das letzte A-loch, wie ein alter Proll, der seine langjährige Ehefrau eigentlich nicht mehr so recht leiden kann, aber eben noch ab und zu mit ihr schläft, wo sie schon mal da ist. Und damit sie immer schön kuscht, gibt er ihr desöfteren eins auf den Deckel.
Und was du über die anderen Bereiche erzählst, passt genau dazu. Kein Wunder, dass du “in letzter Zeit viel an Selbstbewusstsein und Vertrauen verloren” hast “und auch an Mut”.
Du hängst mit so einer verbissenen Liebe an ihm, dass du dich lieber ständig kränken und herabsetzen lässt und dein Selbstbewusstsein verlierst, statt über die einzig richtige Lösung nachzudenken: dich zu trennen.
Du schreibst: “Sicher liegt das Problem nicht nur an mir, aber ich würde halt gern wissen, was ich von mir aus tun kann, um das zu ändern und zu bessern.”
Armes Mädchen, ich würde dir ja gern was raten, aber es hat keinen Sinn. Bei so einem Typen ist alles verlorene Liebesmüh. Er mag ja vielleicht auch ein paar gute Seiten haben, aber die schlechten überwiegen! Und vor allem gibt es da draußen so viele Jungs und Männer, die dich viel glücklicher machen würden als er.
Kurzum: Lass dich nicht länger runterziehen und gib ihm den Laufpass.
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder