Die Beziehung und ihr Kind überfordern mich

Hallo Beatrice,
ich habe eine Beziehung mit einer Frau, sie ist 22, ich bin 20. Sie hat ein Kind und wir sind jetzt 5 Monate zusammen. Mittlerweile wohne ich bei ihr, nur das Problem ist, ich komm mir total überfordert vor.
„ComicWir haben uns in den letzten Monaten auch verdammt viel gestritten und es ging eigentlich immer nur um Kleinigkeiten, wo dann ein riesengroßer Streit entstand. Dann wohnt noch ein sehr guter Freund von ihr mit in der Wohnung, mit den sie nichts hat und auch noch nie hatte, nur ich komm halt manchmal nicht damit zurecht, sie mit jemandem teilen zu müssen.
Dann hat sie noch starken Kontakt zu ihrem Ex, mit dem sie 3 Jahre zusammen war, besser gesagt sehen sie sich jeden Tag und sie sagt immer nur, dass sie mit ihm befreundet ist und sie nur reden. Ich seh das irgendwie nicht richtig ein. Ich musste für sie mein ganzen Leben umstellen, hatte früher nur Party und kurze und flüchtige Beziehungen, war nur unterwegs. Bloß, jetzt merke ich, wie sehr mir das alles fehlt.
Sie ist auch ein ganz schwieriger Typ von Mensch, sie versteht sich mit meinen Freunden überhaupt nicht und wenn ich irgendwas mit paar Leuten unternehmen will, muss ich immer alleine hin.
Aber wenn wir z.B. mal einen oder zwei Tage getrennt sind, merk ich, dass sie mir fehlt, und ich muss immer an sie denken. Der Sex ist richtig gut mit ihr.
Alle von meinen Kumpels sagen, mit den ich darüber gesprochen habe, dass es bei uns nichts mehr bringt und ich die Sache kurz und bündig beenden soll. Meine Freundin sieht verdammt gut aus und wirkt auf den ersten Blick sehr eingebildet. Und wenn ich mich von ihr trennen müßte, ginge es mir total scheiße. Es liegt nicht daran, dass ich nicht alleine leben könnte, das ginge problemlos (finanziell gesehen), aber ich kann mir ein Leben alleine nicht mehr vorstellen. Bloß ich bin halt irgenwie auch total unzufrieden und überfordert mit den Haushalt und dem Kind und so. Was soll ich tun?
Mike (20)

Hi Mike,
lass es mich kurz zusammenfassen:
Argumente für sie: Deine Freundin sieht gut aus, der Sex ist gut, sie fehlt dir, wenn du sie ein paar Tage nicht siehst, und du magst nicht mehr allein leben.
Argumente gegen sie: Du bist total unzufrieden und überfordert mit den Haushalt und dem Kind, ihr streitet dauernd, sie ist ein ganz schwieriger Typ von Mensch, sie versteht sich mit deinen Freunden überhaupt nicht, ihr Mitbewohner stört dich, und noch mehr stört dich, dass sie täglich Kontakt zu ihrem Ex hat (sie SEHEN sich jeden Tag??? Das würde mich, mit Verlaub, TIERISCH NERVEN!!!), und dein früheres unbekümmertes Party-Leben fehlt dir.

Naaaa? Da ist ziemlich viel auf der Contra-Seite und recht wenig auf der Pro-Seite, nicht? Und auf der Pro-Seite sind auch noch größtenteils keine wirklich wichtigen Argumente. Ich sehe auch nirgends, dass du ihr Liebe, tiefe Gefühle und Fürsorge entgegenbringen würdest – was eigentlich die Grundlage für so eine feste Beziehung mit gemeinsamer Wohnung und Kind wäre (dass sie dir fehlt, wenn du sie ein paar Tage nicht siehst, ist KEIN Beweis für Liebe). Guten Sex und schöne Frauen kriegst du auch anderswo, und das mit dem Alleinleben musst du lernen, das gehört nun mal zum Erwachsen-Werden. Die erste Zeit ist schwierig, aber du wirst die Vorteile sehr schnell schätzen lernen! Genauso verhält es sich mit einer Trennung. Klar würde es dir erst mal schlecht gehen. Das ist normal bei einer Trennung, und da muss man leider durch. Aber danach wird es dir viel besser gehen als jetzt. Denn ja, deine Freunde kennen dich gut und haben von daher vermutlich recht: das bringt bei euch nicht mehr viel.
Vielleicht ziehst du lieber erst mal mit einem Kumpel zusammen?
Schöne Grüße
Beatrice Poschenrieder