Wie soll ich Frauen anlächeln, wenn sie nicht mal herschauen? Teil 2

Hallo Beatrice,
vielen Dank für Deine Antwort! (siehe „Wie soll ich Frauen anlächeln, wenn sie nicht mal herschauen? Teil 1„)
Ich möchte das Thema nicht allzu sehr auswalzen, aber ich glaube, Deine Antwort geht ein wenig an meiner Frage vorbei, deswegen zwei Ergänzungen:

1. Blick-Kontakt
Deine Ausführungen scheinen sich vor allem auf Diskotheken und Clubs zu beziehen und dort treffen sie wohl zu. Ich meinte aber mehr den normalen Alltag, z.B. Fußgängerzone, Kaufhaus, S-Bahn, Eisdiele, Kino etc.. Dort wo die Menschen nicht „aktiv suchen“ wie in der Disco, registrieren die meisten ihre Umwelt in keinster Weise. Und dass dies nicht auf das Verhältnis Mann-Frau beschränkt ist, zeigt sich daran, dass auch Freunde und Geschäftspartner einen nicht wahrnehmen, selbst wenn sie in zwei Meter Entfernung an einem vorbeilaufen.

2. Blickkontakt und Optik
Meine „Blickkontakt-Quote“, wie Du es nennst, ist in der Tat sehr niedrig, und das hängt auch mit meiner Optik zusammen, allerdings läßt sich daran nichts ändern, es liegt nämlich an der „Höhe“. Dass Größe nichts mit Körperlänge zu tun hat, sollte sich eigentlich inzwischen herumgesprochen haben, Tom Cruise, Albert Einstein, Bill Gates und viele andere sind ausreichend Beispiele. Tatsächlich fängt für viele Frauen der (männliche) Mensch aber erst ab 1,85 an. Paradoxerweise stellen sie umso höhere Anforderungen, je kürzer sie selbst sind. Wenn eine Frau, die selbst 1,56 m ist, in Singlebörsen schreibt, „Männer unter 1,85, vergesst es“, darf sie sich nicht wundern, wenn sie nur bei Männern mit zweifelhaften Neigungen auf Interesse trifft.
Wie siehst Du das? Vielen Dank für Deine Antwort!
Rob (35)

Hi Rob,
meine Ausführungen bezogen sich keineswegs nur auf Discos und dergleichen. Du meinst: „Dort wo die Menschen nicht aktiv suchen wie in der Disco, registrieren die meisten ihre Umwelt in keinster Weise.“
Das glaube ich nicht. Die Leute registrieren genau so viel von ihrer Umwelt, wie sie registrieren WOLLEN (und das ist vielleicht weniger als du gern hättest, aber mehr, als du denkst). Das heißt: eine Frau, die dafür offen ist, auf der Straße, im Supermarkt, oder wo auch immer, Kontakte zu knüpfen, die wird auf jeden Fall herumschauen, die Augen offen halten und Blicke austauschen. Hingegen eine Frau, die selbstversunken in ihr Buch oder auf den Boden stiert, ist in dem Moment nicht drauf aus, jemanden kennenzulernen.
Ich merk das jeden Tag an mir selber, zum Beispiel beim Joggen: Wenn ich lieber für mich sein will, mustere ich zwar die andern mit einem unauffälligen, flüchtigen Blick (ich wette, 90 % denken, ich hätt sie gar nicht registriert!), aber ich kuck nicht in einer Weise hin, dass sie es sehen könnten. Wenn ich gut drauf bin und „flirty“, dann schau ich den Läufern, die ich in meinem Park treffe, ganz offen ins Gesicht oder nicke auch mal einen angedeuteten Gruß; allerdings nur denen, die mir evtl gefallen könnten, sprich, abgecheckt wird jeder, aber nicht jeder wird es merken, dass ich ihn abgecheckt habe. (Übrigens haben kleine Männer bei mir ebenso eine Chance wie Größere; eine weitaus gewichtigere Rolle als die Höhe spielen Ausstrahlung, Figur, Körpersprache und Outfit – siehe auch die Beitragsreihe, auf den ich letztens hingewiesen habe! „Was muss ein Mann haben, damit er bei Frauen gut ankommt?“
Teil 1
Teil 2
Teil 3)

Nun gehörst du aber vielleicht zu denen, die finden, „Manche Leute muss man zu ihrem Glück zwingen“, in deinem Fall zu der Gelegenheit, ein Schnäppchen wie dich kennen zu lernen. Okay, dagegen ist nichts einzuwenden – wenn du Körbe vertragen kannst.
Nehmen wir mal an, ich wäre eine offene, attraktive Frau Mitte 30, die oft angesprochen wird (was bei mir Mitte 30 der Fall war). Und nehmen wir an, ich hab also einen Tag, wo ich so in mich selbst versunken bin, dass ich selbst ein Schnäppchen wie dich nicht bemerke. Also kommt es darauf an, dass du mich erst mal auf dich aufmerksam machst. Bitte auf keinen Fall mit der Tür ins Haus fallen à la „ich will dich kennenlernen“ oder „hallo, ich bin der Rob, wer bist du?“!!! Ich soll dich ja erst mal nur wahrnehmen, ohne mich gleich bedränngt zu fühlen. Also sagst oder machst du was Unverfängliches: Bittest um Feuer, um einen Stift, um den Wechsel eines 2-Euro-Stücks in zwei Einer o.ä.
Schau, wie ich reagiere. Freundlich? Unfreundlich? Neutral? Im Anschluss etwas sagen darfst du nur, wenn ich freundlich reagiere. In den andern Fällen hältst du die Klappe und siehst mich nur ab und zu an (oder begegnest mir im Supermarkt noch ein paarmal „rein zufällig“). Erwidere ich nun deine Blicke? Nein? Hak´s ab. Ja? Dann kannst du dein eingangs erwähntes Lächeln ausprobieren. Erwidere ich dein Lächeln? Okay, dann darfst du was sagen. Stell am besten eine situationsbedingte Frage, und möglichst eine, auf die ich nicht nur mit ja oder nein antworten kann. Zum Beispiel „Welcher Wein passt denn am besten zu Spargel?“ oder „Weißt du zufällig, was man alles für ein Pilzragout braucht?“ oder „Wie komm ich denn am schnellsten nach …..?“
Nun bin ich ja eigentlich grade nicht drauf vorbereitet, einen Kerl kennen zu lernen. Dementsprechend bin ich völlig ungeschminkt, die Haare sind einfach nur zusammengebunden, die Klamotten eher unauffällig und schlicht (Jeans, T-Shirt). Fühle mich also nicht besonders attraktiv und weiß nicht, ob du tatsächlich nur den Weg (oder das Rezept) wissen willst oder mich kennen lernen. Also musst du mir jetzt ein kleines Kompliment machen, etwa: „Welch eine glückliche Fügung, wenn eine so niedliche Frau auch noch kochen kann!“ oder „Du musst nicht zufällig auch dorthin? Mit so einer attraktiven Begleitung wär der Weg nicht so lang.“
Siehst du, so etwas ist charmant. Also bei mir käme das gut an (gesetzt den Fall, der Kerl sieht einigermaßen ansprechend aus).
Jede Menge gute Tipps zum Thema „Frauen kennen lernen“ findest du auf meiner Webseite „TippsFuerSingles.de„.
Übrigens, du meinst: „Paradoxerweise stellen sie umso höhere Anforderungen, je kürzer sie selbst sind.“ Stimmt auch nicht. Du solltest nicht von ein paar Negativ-Beispielen auf die Allgemeinheit schließen. Im Übrigen gibt es auch reichlich Angehörige deines Geschlechts, die utopische Ansprüche haben.
Viel Erfolg
Beatrice Poschenrieder „“