Seit Monaten jede Woche nette Dates, aber nichts weiter?
Liebe Beatrice,
Nach einem recht schweren Liebeskummer habe ich nach einem Jahr einen Mann kennengelernt, der mir sehr gut gefällt - und das beruhte wohl auch auf Gegenseitigkeit. Wir sind jetzt seit drei Monaten fast jede Woche miteinander ausgegangen, zum Essen, ins Konzert etc. und haben wirklich immer sehr nette Abende miteinander verbracht. Ich hatte gleich von Anfang an das Gefühl, dass er sehr von mir fasziniert ist, er konnte seine Nervosität nicht wirklich verbergen und musste sich sichtlich Mühe geben, souverän zu bleiben. Er hat immer sehr herzliche und liebevolle SMS geschrieben, war sehr zuverlässig, charmant und ausgesprochen zuvorkommend. - Kurz - eine wirklich vielversprechende Begegnung. Die Treffen - so nett sie auch sind - finden jedoch irgendwie mit sehr angezogener "Handbremse" statt. Ich habe irgendwie das Gefühl, ich muss aufpassen, dass ich ihm nicht zu sehr auf die Pelle rücke - was in diesem Fall schon ein herzlich gemeinter Abschiedskuss auf die Wange ist. Für mich ein verwirrendes Gefühl, da ich mich selber noch für recht "geschädigt" aus meiner letzten Erfahrung halte und irgendwie auch für ein bischen "zugeknöpft" beim Flirten halte.
Er ist seit 5 Jahren geschieden und hat zwei Kinder, um die er sich sehr liebevoll kümmert. Ich bin sicher, dass er auch irgendwie noch ein Trauma aus dieser Scheidung mit sich herumschleppt. Bei mir sieht's genauso aus - ich habe mich vor fast zwei Jahren einmal in einen Mann verliebt, mit dem ich auch schon über ein halbes Jahr freundschaftlich verbunden war; wir mochten uns sehr gerne, haben viel Zeit miteinander verbracht und irgendwann waren wir verliebt; mit dem Beginn einer Liebesbeziehung hat auch sofort die Katastrophe angefangen - nach wenigen aufreibenden Wochen, in denen wir zwischen Verliebtheit und seinen sehr verletzenden "Distanz-schaffen-Maßnahmen" uns aufgerieben haben, habe ich ihn schweren Herzens verlassen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Heute weiß ich, dass dieser Mann schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr in der Lage ist, eine Beziehung mit einer Frau einzugehen und letztendlich jede Begegnung in einem ähnlichen Drama endet.
Das möchte ich weiss Gott nicht noch einmal erleben und ich habe Angst, dass ich mir einen ähnlichen Fall wieder eingehandelt habe. Beide Männer sind Mitte 40 und geschieden. Da ich selber viele Jahre keine Beziehung hatte und deshalb auch wenig Erfahrung mit geschiedenen Männern in diesem Alter habe, möchte ich Dich um Rat fragen. Sicherlich kann man nichts Pauschales sagen, aber mich beschleicht doch ein wenig die Angst, ob der vermeintlich vorhandenen Parallelen.
Hast Du einen Rat für mich?
Sabrina
Liebe Sabrina,
Dein Bauch sagt dir in Bezug auf diesen Mann zwei Dinge:
"Ich habe irgendwie das Gefühl, ich muss aufpassen, dass ich ihm nicht
zu sehr auf die Pelle rücke" und "ich habe Angst, dass ich mir einen
ähnlichen Fall wieder eingehandelt habe" (wie den Bindungsunfähigen).
Mein Gefühl sagt das Gleiche. Aber was ich nicht weiß (und du vielleicht
auch nicht so recht), ist, inwieweit sich dieser neue Mann eines Tages
wird einlassen können. Denn Menschen sind ja nicht unabänderlich.
Ich denke, nach drei Monaten des intensiven Datens kannst du deinen
Galan ruhig mal offen fragen, warum er dich schon so lange datet, aber
nicht weitergeht. Und warum du bei ihm dieses Gefühl hast, dass du ihm
nicht zu dicht auf die Pelle rücken darfst. Frag ihn auch, unter welchen
Bedingungen er sich dir mehr öffnen könnte.
Berichte ihm außerdem offen von deinen eigenen Ängsten. Dann wird es
ihm leichter fallen, über die seinen zu sprechen.
Herzlichst
Beatrice
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