Nähe zulassen, wie schaffe ich das?
Liebe Beatrice,
Sogesehen habe ich immer Männer die mir eigentlich nicht zu Nahe kommen können. Nur "dumm" das Jörg so vernarrt in mich war. Dann habe ich wohl so nen Helferinstinkt. Wie oft habe ich analysiert warum er sich trennen sollte, es war mir wichtig das er mich liebt, auf mich habe ich nicht wirklich geschaut.
Ich weiß nicht wie ich wieder zu mir und meinen Gefühlen finden kann, die ich bis jetzt ehlich nur hatte, als ich 17 war. Heftig, ich weiß, vor allem da ich demnächst 30 werde. Ich möchte keine Angst mehr vor Nähe haben, ich möchte fühlen können, ich möchte lieben können, und Sexualität nicht als Lockmittel für Männer , sondern als Austausch empfinden. Nur wie soll ich das anstellen???
Hast Du ne Idee????
Lilly
Hi Lilly,
Ich habe unter anderem gelernt, dass ich es ja auch mit meinem Partner absprechen kann, wieviel Nähe ich zulassen möchte und wie wir die Beziehung gestalten. Und dass "eine lange Beziehung führen" nicht bedeutet, dass sie automatisch so werden wird wie die meiner Eltern.
Ich denke, man muss halt schon für sich definieren, welche Art von Beziehung man aushalten könnte, und das dann relativ am Anfang einer neuen Liebe abklären, ob das mit den Vorstellungen des andern vereinbar ist. Ich zum Beispiel mache meinen Kerls ziemlich schnell klar, dass ich nicht die Frau zum Heiraten und Familie-Gründen bin und auch nicht die, mit der mann sich ein gemütliches nestchen bauen kann. Ich will mit meinem Partner was erleben, aktiv sein, reisen, Sport machen, was lernen. Seit ich das für mich klar definiert habe und auch vermittle, kann ich mit dem ganzen Beziehungskram unbefangener umgehen.
Und als dann mal einer kam, der mich wirklich wollte und sehr um mich warb, einer von den "Netten" und "Beziehungsbrauchbaren", da hab ich ihn nicht wie üblich weit von mir geschoben, sondern mich hineingewagt, und siehe da, wir waren drei glückliche Jahre zusammen, und wir wären es noch, wenn wir nicht so tierisch verschieden wären (auch in unserer Lebenseinstellung und -gestaltung). Bei aller Liebe war das nicht mehr unter einen Hut zu kriegen.
Ich kann dir nur raten: Trenn dich von dem Verheirateten und mach mit dir selber einen Neuanfang - am besten auch mit Hilfe einer Fachfrau.
Viel Glück
Beatrice
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