Ich denke, sie mag mich sehr, aber schon beim Küssen verkrampft sie
Liebe Beatrice,
Nach 12 Jahren Ehe nun seit 2 Jahren geschieden und zufriedener, wenn auch nicht voll glücklicher Single, gelang es mir vor einigen Wochen eine junge Frau anzusprechen, die ich schon seit längerem sehr nett finde. Schon das erste Date ergab viele Gemeinsamkeiten und die berühmte "gleiche Wellenlänge", brachte allerdings einen Altersunterschied (knapp 18 Jahre), der etwas größer ausfällt als angenommen und auch die Tatsache ans Licht, dass sie erst vor wenigen Wochen eine Trennung erlebete, die sie nicht wollte.
Besagtem ersten Date folgten Tage mit intensivem Gedankenaustausch und
Flirten via Telefon, SMS und kurzer Treffs. Dabei machte ich auch keinen
Hehl daraus, dass es mich ziemlich erwischt hat. Umgekehrt war sie sehr
nett, gab mehr als deutliche Signale, sprach aber nie davon, genauso zu
empfinden.
Nach ein paar Tagen endete ein erster, vorsichtiger Annäherungsversuch
in einem kleinen Desaster, da sie extrem anspannte - was sie hinterher
damit begründete, offenbar doch noch nicht frei bzw. "so weit" zu sein.
Was bleibt einem, wenn man(n) es Ernst meint, anderes übrig als dies -in
der Hoffnung auf den Zeitfaktor- zu aktzeptieren? Obwohl es mir schon zu
diesem Zeitpunkt sehr schwer gefallen wäre, wollte ich mich daraufhin
etwas zurückziehen - doch sie hielt weiter Kontakt und suchte bei zwei
weiteren Treffen auch Nähe im Form von Umarmung und "Kuscheln"... aber
ein situationsgem?? naheliegender Kuss war undenkbar, schon der
vorsichtige Ansatz dazu ließ sie sofort verkrampfen. Mir ist es wie
gesagt sehr ernst und so ignorierte ich das so gut es ging; was
angesichts der doch intensiveren Enge/Nähe beim letzten
Aufeinandertreffen nicht leicht und zugegeben auch etwas verletzend war.
Insgesamt empfand ich diese letzte Situation jedoch als kleinen Schritt
vorwärts, zumal wir uns verbal sehr nahe gekommen waren und auch von ihr
immer wieder Aussagen vielen, die mehr als Sympathie signalisierten.
Doch schon einen Tag später war die Reaktion auf meinen Anruf sehr unterkühlt. Tags darauf erneut, was mich dazu veranlasst hat, dies auch anzusprechen. Antwort: Es ist zu viel Nähe aufgekommen, obwohl sie ja einfach noch nicht so weit ist. Sie kennt meine Gefühle, fühlt sich dadurch aber momentan beengt.
Meine ehrliche Antwort war einerseits Verständnis für ihre derzeitige Situation, aber auch die Aussage, meinerseits nun nicht mehr auf sie zuzukommen, sondern abzuwarten. Auch habe ich sie gebeten, sich nur zu melden wenn auch sie entsprechende Gefühle hat. Mit ihrer Aussage, dass wir uns sicher wieder sehen, war unser letztes Gespräch zu Ende. Seither warte ich wie ein Teenager darauf, wieder von ihr zu hören und werde mir meiner manchmal sehr negativen Eigenschaft bewusst, nicht einfach abwarten zu können, sondern immer selbst agieren zu wollen.
Wie soll ich das bisher Geschehene werten? Ich halte menschlich viel von ihr und bin mir sicher, dass sie bewusst keine Spielchen abzieht - andererseits ist der Wechsel zwischen Nähe suchen um doch wieder auf Distanz zu gehen und schließlich den Kontakt ganz zu unterbrechen, merkwürdig und -ehrlich gesagt- auch schmerzhaft.
Kann ich etwas unternehmen und wenn ja, was? Oder bin ich viel zu vernarrt, um nicht erkennen zu können dass im Grund nichts erwidert wird?
Vielleicht sehen Sie klarer - vorab schon Mal vielen Dank,
Mark
Lieber Mark,
Ich vermute, sie mag Sie sehr, sie fühlt sich zu Ihnen hingezogen, aber Sie preschen bei jedem Treffen einen Tick zu sehr vor und es wird ihr zu heiß. Aber ich bin mir auch sicher, dass sie sich bald melden wird. Wenn Sie dieses Mädel halten wollen, müssen Sie unbedingt zurückschalten auf eine frühere Phase - nämlich die, wo ihr beide noch nicht körperlich wart - und ihr sagen, dass Sie zurückschalten. Versprechen Sie ihr dies und lassen Sie ihr alle Zeit, die sie braucht. Nur so haben Sie eine reelle Chance, dass aus euch irgendwann "mehr" wird.
In der Praxis für Sie heißt dies: Keine Berührungen, keine Küsse - und zwar exakt so lange, bis das Mädel dies von selbst initiiert und dabei weich und offen ist, nicht angespannt und "zu". Ferner keine Äußerungen, von denen sie sich bedrängt fühlen k?nnte (z.B. Ankündigungen späterer körperlicher Freuden, gemeinsame Urlaubspläne usw.).
Herzlichst
Beatrice
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