Warum wollen die Männer immer nur mit mir befreundet sein?
Hallo Beatrice,
Daher möchte ich mich heute mit meinem Problem an dich wenden. Mein Problem ist eigentlich mein Selbstbewußtsein, zumindest mein Selbstbewußtsein in Bezug auf Männer.
Eigentlich bin ich ein Mensch, der sich selbst mag. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich eine Frau, die nicht perfekt ist und nicht gerade eine Traumfigur hat, aber ich mag mich so wie ich bin und ich möchte eigentlich auch nichts an mir gegen irgendetwas anders tauschen. Auch sonst gehe ich eher selbstbewußt und frühlich durchs Leben und ich denke auch nicht, dass das gespielt ist - sondern so bin ich wirklich. Ich habe Freunde und Bekannte, von denen ich auch weiß, dass sie sich sehr gerne mit mir umgeben.
Wenn es allerdings um Männer geht, da meine ich manchmal, ich hätte wirklich eine Schraube locker.
Ich bin jetzt seit 8 Jahren Single (vorher hatte ich 11 Jahre eine feste Beziehung) und ich habe es immer wieder erlebt, dass Männer mich zwar sehr mögen, gerne mit mir befreundet sind und mir sagen, dass man mit mir Pferde stehen und viel lachen kann, aber mehr auch nicht. Und ehrlich gesagt: ich bin die "gute Freund-Nummer" leid. Gute Freunde habe ich mittlerweile ziemlich viele - ich möchte aber einen Partner finden. Im Laufe der Zeit habe ich mir eingeredet, dass es an meiner Optik liegen muss, dass die Männer mich nicht mögen. Woran auch sonst, wenn der "Mensch" ok zu sein scheint.
Ich glaube, ich habe mir dies mehr eingeredet, als ich mir überhaupt je eingestehen wollte.
Eigentlich quatsch, denn wenn mich jemand mag, dann soll er mich ja schließlich mögen wie ich bin und nichts anderes.
Das weiß ich auch und das ist für mich eine Grundvoraussetzung für eine Beziehung.
Vor einiger Zeit habe ich dann jemanden kennengelernt, den ich sehr
mochte. Es begann zwischen uns auch sehr vielversprechend, nur hat er
mir mitten in der ersten "Knutscherei" eröffnet, dass er das nicht
könnte... aber er möchte mit mir befreundet sein.
Irgendwie war mir das jetzt ein mal zuviel, das mir so etwas passiert ist.
Mich hat das total runtergezogen und seit dem bin ich total deprimiert.
Das ist jetzt 3 Monate her und ich möchte mich immer noch am liebsten in
ein Erdloch setzen und da sitzen bleiben. Ich dachte, dass wird wieder
besser mit der Zeit, aber es wird eher immer bedrückender für mich.
Ich habe mit einer Freundin darüber geredet und die meinte, ich soll nur
aufpassen, dass sich dieses negative Denken nicht Zug und Zug
einschleicht, denn irgendwann wird das zur Gewohnheit und ich komme gar
nicht mehr aus meinen Tief heraus und vor allem, dass ich dann Männern
gegenüber total zumache.
Ein solches Tief kennt man auch sonst von mir nicht. Bei Problemen oder Liebeskummer heule ich mal anständig und dann wird es auch wieder gut. Aber was soll ich machen? Was kannst du mir raten?
Ich habe jetzt erst mal meine Kontakte zu Männern, die "gute Freunde"
sein wollen, abgebrochen (auch wenn es mir weht tut, weil ich sie ja
gerne habe). War das richtig?
Das interessante daran ist für mich, dass sie sich damit nicht einfach
abgeben wollen.
Warum passiert mir das immer wieder? Bin ich zu nett, zu wenig zickig,
zu kumpelhaft, zu natürlich und ehrlich?
Was könnte ich an mir oder meinem Verhalten ändern um vielleicht mehr
als Frau wahrgenommen zu werden?
Und warum ziehe ich immer einen Typ Mann an (oder suche ihn mir aus),
der "Miss Wunderful" mit "weltbest Charakter" sucht und dann feststellt:
die Charakterseite würde ja bei mir schon mal stimmen, aber der Rest nicht.
Und was kann ich tun, um aus meinem derzeitigen depressiven Zustand
rauszukommen? Rate mir bitte jetzt keine Männer an!
Eigentlich ist das ganze ja ein wenig verrückt, wenn ich so drüber
nachdenke. Es gab sogar schon ein oder zwei Männer, die wirklich keine
Beziehung mit mir anfangen wollten, weil sie an dieser "Freundschaft"
festhalten wollten. Aber was soll so ein Quatsch?
Gehört für Männer Freundschaft nicht zu einer Beziehung dazu? Wollen die
das trennen? Dann muss ich mich aber wundern, wie deren Beziehungen dann
dauerhaft funktionieren sollen.
Oder ist das nur eine Ausrede, um mir nicht sagen zu müssen, dass es
gefühlsmäßig nicht reicht und mich trotzdem nicht ganz zu verlieren?
Einmal hat mir sogar jemand den Schritt zur "guten Freundschaft" damit
begründet, dass er es sich mit mir "einfach und problemlos" vorgestellt
hat, aber dann feststellen musste, das ich für ihn "etwas viel zu
wertvolles" bin.
Jetzt habe ich dich ganz schön mit Fragen bombardiert. Aber vielleicht ist deine Sichtweise ja eine ganz neue für mich.
vielen lieben Dank vorab! und viele Grüße
Nina
Hi Nina,
"Gehört für Männer Freundschaft nicht zu einer Beziehung dazu? Wollen die das trennen?"
Manche schon, aber ich denke, die Mehrzahl findet eine Kombination aus Beziehung und Freundschaft sehr gut.
"Oder ist das nur eine Ausrede, um mir nicht sagen zu müssen, dass es
gefühlsmäßig nicht reicht und mich trotzdem nicht ganz zu verlieren?"
Vermutlich. Aber woran das liegt, kann ich dir nicht sagen - es kann
alles Mögliche sein, z.B. dass du zu burschikos und zu wenig weiblich
wirkst, oder dass sie eine gewisse Verzweiflung spüren, oder dass du
deine Sympatie auf zu viele verteilst (jeder Mensch möchte ja in der
Liebe das Gefühl haben, dass er für den anderen einzigartig und der
"Einzige" ist), oder auch was ganz Banales wie Körper- oder Mundgeruch
oder oder oder.
Was es bei dir ist, können dir nur die Männer selber sagen, die du gern
gehabt hättest. Statt ihnen die Freundschaft zu kündigen, solltest du
lieber so viele wie möglich fragen, woran es wirklich liegt. Du solltest
sie ernsthaft bitten, dir die ganze Wahrheit zu sagen, auch wenn sie
nicht schmeichelhaft ist.
Du hast ja nichts zu verlieren.
Liebe Grüße
Beatrice
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