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Die neuesten Liebes und Beziehungsfragen
Liebes Fragen : Beziehungsprobleme

In jeder Beziehung inszeniere ich Dramen, warum?

Wanda, 25

Liebe Beatrice,

ich lese sehr gern Deine Seite und Du hast mir - schon durch das Lesen der Briefe anderer Menschen - oft viele "Problemchen" geloest. Nun schreibe ich Dir heute selber einmal, da ich bei mir ein Verhaltensmuster festgestellt habe, ueber das ich mich erstens wundere, und welches ich zweitens leider nicht geloest bekomme. Vielleicht schildere ich erst einmal, was ich meine: Jedesmal, sobald ich verliebe und dann der Mann sich auch fuer mich interessiert, das heisst, so viel fuer mich interessiert, dass wir fest zusammen sind, kommt bei mir folgende Reaktion: nach ca 3 Monaten fange ich an zu zweifeln, ob er mich auch wirklich mag. Diese Zweifel sind nicht so, dass ich mich wundere, ob er in mich verliebt ist, denn, wenn ich ernsthaft darueber nachdenke, stelle ich fest, dass der Mann das ist (das kann ich ja noch ein bisschen ueberpruefen, indem ich beobachte, wie er sich mir gegenueber verhaelt, kurz gesagt). Jedoch bekomme ich dann so kleine Ausraster, zum Beispiel war mal eine Situation, dass ich mit meinem Freund auf einer Party war, mich ploetzlich nicht mehr wohl fuehlte, eifersuechtig wurde, und dann das totale Theater veranstaltet habe, nicht mehr viel geredet habe, und zum Schluss geweint habe. Damals konnte ich das zwar noch gut erklaeren hinterher, da ich zu dieser Zeit Stress hatte, aber wenn ich ehrlich bin, dann war dies nicht der Grund. Bei allen Maennern, die mir etwas bedeutet haben, war es so: nach ca 3 Monaten fange ich an zu weinen, es ist egal warum, und mache ein Drama. Das ist dann so, dass ich wirklich gleichzeitig neben mir stehe und mich beobachte, und mir denke, Mensch Wanda, du blamierst dich, gleichzeitig versuche ich mich zu analysieren und trotz allem, ich kann NICHTS dagegen tun. Die Maenner reagierten dann, je nachdem wie sie mich liebten, entweder verstaendnisvoll mit troesten (was sehr hilft), absolut geschockt und eher peinlich beruehrt (was nicht hilft) oder eben eher abgeklaert (was aber auch hilft).! Ich habe mir schon sehr den Kopf ueber mich selber zerbrochen und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:
1. nach 3 Monaten ist man ja bekanntlich verliebt, aber nicht mehr sooo verknallt, das bedeutet, der Mann ist nicht mehr 150% aufmerksam wie ganz am Anfang, vielleicht verunsichert mich das.
2. ich behaupte von mir selber, dass ich eine "starke Frau" bin, zu 90% Prozent, ich arbeite, bin in einer fremden Stadt und habe mir hier Freunde, Arbeit, habe mir also alles selber "geschaffen"... vielleicht suche ich nach einem Grund, auch mal schwach sein zu koennen? Denn so wie ich eigentlich bin, bin ich stark, vielleicht schaffe ich mir eine Situation, um eben mal meiner Seele die Anspannung zu nehmen?
3. Vielleicht teste ich den Mann ganz unterbewusst, will sagen, ich schaue, ob er mich versteht, wenn ich es brauche, hat er an mir, meinem Geist, meinem Ich ueberhaupt Interesse... teste ich, ob es sich ueberhaupt lohnt, mit diesem Mann zu sein?
4. Schaffe ich unterbewusst eine Situation (eigentlich ist ja alles in Ordnung), die nicht schoen ist, um alles wieder kaputtzumachen, was ich mir aufgebaut habe?
Will ich Drama, weil ich ein "nettes" Nebeneinander her zu langweilig finde? Oder weil es mir zu eng wird?
5. Schaue ich, ob der Mann "so tief" in seinen Gefuehlen ist wie ich, kann er auch mal trauern, toben, kennt er das von sich selber und versteht (!) mich?
6. Versuche ich, der Beziehung vielleicht selber dadurch mehr "Tiefe" zu geben...? Natuerlich liebt man sich danach nicht stärker, was ich aber festgestellt habe bei den Maennern, wo ich eine lange Beziehung mit hatte (2 x 2 Jahre ca), dass man sich nach so einer Situation einander so geoeffnet hat, dass man sich mehr verbunden fuehlt!
7. Bin ich einfach nur verrueckt?
Natuerlich kennst Du mich nicht, aber vielleicht faellt Dir auch etwas dazu ein? Ich bin mit mir selber sehr im Reinen, ich denke auch viel ueber mich nach, ich analysiere auch gerne mal andere Menschen. Was mich wirklich stoert, und eigentlich ja behindert, ist, dass ich gemerkt habe, dass ich diesem Verhaltensmuster nicht entkomme!!! Ich finde das schade, dass ich mir damit mindestens eine Beziehung kaputtgemacht habe. Dies war dann, wie ich nachher feststellte, auch nicht so besonders schlimm, da der Mann nicht viele Gefuehle hatte, was ich dann feststellte, als ich eben heulte... (im Grunde schon ein guter Selbstschutz, den ich mir da aufgebaut habe :-)... aber was ist, wenn ich mal die Liebe meines Lebens treffe und es mir durch mein seltsames Verhalten versaue?

Ich bin gespannt auf Deine Gedanken!
Wanda





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Liebe Wanda,

ich hätte da noch ein paar Fragen:
1) Welche Beziehuungsmuster hast du in deiner Kindheit erlebt? Wie gingen deine Eltern (oder nächsten Bezugspersonen) mit ihren Partnern um? Wie gingen sie mit dir um?
2) Hast du in deinen längeren Beziehungen ofter ein "Drama inszeniert"? Wenn ja, weswegen und was war dann?
3) Gibt es einen Anlass oder Auslöser für deine Dramen, der immer wiederkehrt?
4) Sind deine Dramen der Hauptgrund, warum sich Männer von dir abwenden?
Bis bald?
Beatrice



Liebe Beatrice,

zu 1) Nach aussen hin bin ich in einer "normalen" Familie aufgewachsen, und dazu mit der damals typischen Rollenverteilung: mein Vater ist arbeiten gegangen, meine Mutter hat sich um das Haus und die Familie gekuemmert. Mein Vater ist ein sehr energischer Mann, beruflich sehr erfolgreich und ein "Macher-Typ", sehr laut, sehr selbstbewusst, ich habe ihn immer dafuer bewundert. Meine Mutter dagegen ist eher der ruhige Typ, sehr sozial. Als Kind habe ich es immer so empfunden, das mein Vater das alleinige Sagen hat - jetzt wo ich aelter bin, merke ich, dass wohl meine Mutter mehr Macht hat in der Beziehung, und auf eine ruhige Art meinen Vater leitet. Auch muss ich dazu sagen, dass meine Mutter heute viel mehr Selbstbewusstsein hat als frueher, und sie einen sehr grossen Charme hat, der einfach auf die Leute wirkt. Mein Vater kann zwar 20 Leute gleichzeitig unterhalten, aber meine Mutter wirkt einfach durch ihre Art. Meine Mutter und ich haben viel gestritten, schon als ich ein Kind war, ich denke einfach, dass sie mit ihrer Rolle nicht so "einig" war. Seltsamerweise hat mein Vater sich bei diesen Streitereien immer auf meine Seite gestellt. Ich habe noch 1 aelteren Bruder, der aber 12 Jahre aelter ist als ich und dann auch nicht oft da war, als ich aufwuchs. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich heute das Gefuehl, als haetten meine Mutter und ich 20 Jahre kontinuierlich um meinen Vater gekaempft. Ich gewann meist (damals war ich noch ein Kind und jung und ich habe dieses Beziehungsgeflecht nicht durchschaut). Was ich meinem Vater zur Last lege, ist, dass er sich dann fuer mich einsetze, statt auch mal die Seite meiner Mutter zu ergreifen. Er sagt dazu, dass sie "staerker" gewesen sei als ich, und er mich "beschuetzen" wollte. Also, ich habe in dieser Beziehung ein "Prinzessinenbild" bezueglich der Maenner (= mein Vater) und mir. Vielleicht brauche ich deswegen dieses gefuehl von andauernder Aufmerksamkeit von Maennern?! Mein Vater war immer sehr liebevoll mit mir, ich wurde immer von ihm gelobt, angehimmelt, alles was ich tat, war toll fuer ihn. Meine Mutter dagegen hat mich zur Selbststaendigkeit erzogen und mich kaum gelobt - der eigenstaendige Mensch, der ich heute bin, das habe ich alles nur ihr zu verdanken. Wenn ich mich nur auf meinen Vater verlassen haette, waere ich heute sicher arbeitslos und nur am jammern, wie boese die Welt zu mir ist. Da ich aber auch viel von meiner Mutter mitbekommen habe, bin ich heute eigenstaendig. In den wichtigen Sachen in meinem Leben hat immer sie zu mir gehalten. Meine Eltern gingen, abgesehen von 1 x Riesenzoff im Jahr, liebevoll miteinander um. Wenn sie jedoch stritten, hat mein Vater meine Mutter dermassen ueberrannt, dass sie nicht mehr viel zu sagen hatte. Abgesehen davon sind sie aber shcon gluecklich miteinander, er hat ihr immer Geschenke mitgebracht und auch nie andere Frauen angeschaut.

Zu 2) In meiner bis jetzt laengsten Beziehung (2 Jahre) habe ich dieses "Drama" 2 x veranstaltet. An was ich mich noch erinnere ist, dass wir einmal auf einer Party waren, und er einer anderen Frau (derselbe typ Frau wie ich... und ich hatte mir schon vorher gedacht "wenn er auf eine fliegen wuerde, dann auf diese Frau") wirklich ziemlich offensichtlich mehrmals auf den Hintern schaute und mit ihr flirtete. Dies war nach 1 Jahr Beziehung mit mir, und ich war wirklich am Boden zerstoert, da ich mir "vom Thron gestossen" vorkam... er hatte bis dahin nie eine andere Frau angeschaut.
In meiner anderen langen Beziehung war das, weil mein Freund verabredet war mit seiner Exfrau, und sie nach dem Treffen mit mir noch treffen wollte und sie auf ihn wartete und er lsomusste. Inwieweit er noch Gefuehle hatte fuer diese Frau weiss ich bis heute nicht. Dies war eine sehr schwierige Beziehung fuer mich, da sie noch eine Firma miteinander haben und er eben noch sehr mit ihr verbandelt war. Ich habe in diesem Moment ploetzlich schwarzgesehen und angefangen zu weinen und auch wenn es sich laecherlich anhoert, in diesem Moment kam alles hoch, aller Schmerz den ich jemals hatte, und ich bin noch heute froh, dass ich damals nicht mit dem Auto wieder nach Hause fahren musste, sondern mit der Bahn.

Zu 3) Was als Anlass immer wiederkehrt, ist, dass diese "Inszenierungen" immer dann auftauchen, wenn ich mit meinem Freund auf andere Frauen treffe. Ich kann sehr gut Leute beobachten (zum Beispiel merke ich sofort, wer mit wem heute noch "in der Kiste" landet, viel schneller als meine Freunde ueberhaupt nur merken, dass ueberhaupt Funken fliegen), und somit bekomme ich - leider - auch sofort mit, wenn mein Freund eine andere Frau anschaut. Ich habe mich mal selber dabei beobachtet, im Moment habe ich einen Liebhaber, mit dem ich aber auch ausgehe, ansonsten verbindet uns nicht so viel, ausser halt Sex. Bei ihm merke ich auch sofort, wenn er eine andere Frau interessant findet... das bereitet mir aber eher Vergnuegen, mir das anzuschauen, wie er als Mann die Frauen abcheckt. Da ich eben nicht "die grosse Liebe" fuer ihn empfinde. Gehe ich dann aber mit meinem Freund weg, also meinen Exfreunden, dann merke ich das auch sofort, und das ist dann alles andere als lustig. Dann werde ich schnell zickig (im Kopf) und male mir die schlimmsten Dinge aus. Nach aussen hin bin ich ruhig, aber sehr unkommunikativ. Sehr oft kommt es dann vor, dass ich gehen moechte. Als mir das das letze Mal passiert ist, da hab ich draussen auf der Strasse gedacht "Jetzt hab ich ihn wieder fuer mich alleine, jetzt bin ich sofort ruhiger". Trotzdem ist dann so viel Stress in mir aufgebaut, dass ich dann schon mal anfange zu heulen. Dieses Gefuehl von Eifersucht kommt bei mir nur hoch, wenn ich auf Frauen treffe, die ich nicht kenne, mein Freund kann meinetwegen mit meinen Freundinnen flirten, das macht mir dann nichts.

Zu 4) Seltsam aber wahr: Meine Dramen sind nie der Hauptgrund gewesen, warum eine Beziehung kaputtging. Mein einer Freund hat mich dann immer getroestet, mein anderer Freund eher ausgelacht. Dieses Auslachen hat mich weiter gebracht als das Troesten, da ich begann, ueber den Grund nachzudenken, warum ich so empfinde.
Da ich nun offensichtlich diese andauernde Bestaetigung von einem Mann brauche, und nicht damit umgehen kann, wenn ich sie nicht habe bzw das Gefuehl habe, die Kontrolle ueber "meinen Mann" zu verlieren, wuesste ich gerne, was ich machen kann. Dass ich Parties oder "Menschenansammlungen mit Frauen" ja nicht vermeiden kann, und es mir, jetzt wo ich darueber nachgedacht habe, sehr kontrollierend und klammernd vorkommt, und ich ja auch einem Mann zugestehen moechte, dass er mal andere Frauen anschaut, er ist ja nicht bei mir eingesperrt... haette ich gerne ein paar Ideen von Dir!
Was ich noch sagen moechte, ist, dass dieses "ausflippen" selten ist und ich meistens schon mit Humor damit umgehen kann. Wenn aber doch mal so eine Situation war, dann kann ich nichts dagegen machen, weder mit Verstand noch mit Witzen gegen mich selber. Teilweise ist mir dann schon aufgefallen, dass ich das Gefuehl habe, dass ich meinen eigenen Gefuehlen nicht trauen kann. Ich weiss dann nie, wieweit ist das richtig, was ich sehe oder mir einbilde zu sehen, dann sage und mache ich nichts, auch nichts negatives, und stelle hinterher fest, dass wirklich nichts (!) war. Ich habe mich durch diese "Dramen" uebrigesn schon ein paar Mal boese blamiert in meinem Leben, das kannst Du Dir vorstellen!

Diese Unruhe in mir und dieses Gefuehl, dass ich nicht richtig unterteilen kann, ob jetzt, total uebertrieben gesagt, gleich mein Freund mich wegen einer anderen Frau verlaesst oder er sie eben nur nach einem Glas Wasser gefragt hat... das ist sehr nervenaufreibend. Ich wuesste von Dir gerne, was ich dagegen machen kann - meinetwegen gehe ich auch sehr gerne zum "Klapsendoktor" :-)

Liebe Gruesse, Wanda




Hi Wanda,

glaub nicht, dass du zum "Klapsendoktor" musst! Zumal du selber so viel Einblick in deine seelischen Zusammenhänge hast und außerdem sehr klug bist. Durch eingehende Beschäftigung damit wirst du selbst noch auf viele Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten kommen.
Also meiner Einschätzung nach bist du einfach eine interessante, intelligente, lebhafte juge Frau mit einem leicht erhöhten Geltungsbedürfnis ("Prinzessinnen-Komplex" - wie du schon nahelegst: für Papa warst du die Prinzessin, dein Unterbewusstsein erwartet das auch von deinen Partnern). Aber das noch in einem durchaus tolerierbaren Rahmen. Es gibt Frauen, bei denen das viel schlimmer ist. Zum Beispiel mein bester Freund hat so eine. Er ist wirklich der liebste, einfühlsamste, verständnisvollste Mensch, den ich kenne, eigentlich zu gut für diese Welt, aber seine Freundin findet immer etwas, was sie ihm vorwerfen kann und woraus sie ein Drama stricken kann. Das kommt mindestens einmal die Woche vor. Er macht das jetzt schon fast ein Dreivierteljahr mit, ich hab ihm schon gesagt, dass jeder andere Mann diese Frau längst aus seinem Leben gekickt hätte.
Aber mit dir hat ja noch nie einer deswegen Schluss gemacht, also wird das bei dir noch akzeptabel sein.
Die Gründe für deine Dramen, die du im ersten Brief aufgelistet hast, treffen wahrscheinlich alle zusammen zu - warum sollte nur einer zutreffen? Für jede unserer Verhaltensweisen gibt es in der Regel mehr als nur ein Motiv.
Deine Hauptgründe sind wahrscheinlich Eifersucht (sprich: Geltungsdrang vermischt mit Verlustangst) und die Nummer 3: "Vielleicht teste ich den Mann ganz unterbewusst, will sagen, ich schaue, ob er mich versteht, wenn ich es brauche, hat er an mir, meinem Geist, meinem Ich ueberhaupt Interesse... teste ich, ob es sich ueberhaupt lohnt, mit diesem Mann zu sein?"
Dieser Punkt erhellt, dass so ein Drama auch sein Gutes haben kann (zumindest für dich), nämlich herauszufinden, ob dein Freund so viel Liebe, Toleranz, Geduld, Nachsicht und Einfühlungsvermögen aufbringen kann, wie du das tatsächlich von einem Partner brauchst. Es mag den einen oder andern abschrecken, aber trennt sozusagen die Spreu vom Weizen. (Du nennst es sehr richtig "Selbstschutz".)
Sprich, damit dein Herz sich einem Mann öffnen kann, braucht er zwei Eigenschaften: 1) eine Art väterliche Liebe zu dir (mit Geduld, Toleranz usw.), 2) du bist für ihn die Prinzessin: die Schönste, Tollste, Einzige, sprich, du beanspruchst Exklusivität. Verstößt er dagegen, kriegst du Panik, weil du deine ganze Kindheit lang ein anderes Muster gelernt hast. Bei Frauen, die du kennst, kommt die Panik nicht oder kaum auf (vielleicht setzt dein Unterbewusstsein sie mit der Mutter gleich, von der du nichts "zu befürchten" hattest?). Ein Lösungsansatz wäre also darin zu suchen, dass du diese Frauen kennenlernst. Zum Beispiel wenn dein Freund auf einer Party eine andere anschmachtet, solltest du einen Anlass finden, dich mit ihr zu unterhalten (die meisten Frauen freuen sich, wenn sie nicht nur von Männern angequatscht werden). Im Beispiel mit der Exfrau hättest du deinen entsprechenden Freund bitten können, sie dir vorzustellen, und dann mal in einer zweisamen Minute oder einem Telefonat mit ihr reden, so nach dem Motto: "Ich hab da ein kleines Problem mit Eifersucht... muss ich mir da bei XY irgendwelche Gedanken machen?"

" Wenn aber doch mal so eine Situation war, dann kann ich nichts dagegen machen, weder mit Verstand noch mit Witzen gegen mich selber. Teilweise ist mir dann schon aufgefallen, dass ich das Gefuehl habe, dass ich meinen eigenen Gefuehlen nicht trauen kann. Ich weiss dann nie, wieweit ist das richtig, was ich sehe oder mir einbilde zu sehen..."
Eine Hilfstechnik wäre: sich der Situation entziehen - z.B. aufs Klo gehen, tief durchatmen, Dampf ablassen (eine Bekannte von mir macht dann Liegestütz!) und dann versuchen, sozusagen aus seinem Kopf herauszutreten und sich von oben anzuschauen.

"Da ich nun offensichtlich diese andauernde Bestaetigung von einem Mann brauche, und nicht damit umgehen kann, wenn ich sie nicht habe bzw das Gefuehl habe, die Kontrolle ueber "meinen Mann" zu verlieren, wuesste ich gerne, was ich machen kann." Schwierig, da etwas zu raten. In diesem Punkt kommt´s extrem auf deinen Partner an. Ein Mann, der viel Bestätigung von anderen Frauen braucht, ist definitiv der Falsche für dich. Außerdem wäre zu hoffen, dass du mit den Jahren an Reife und Selbstwertgefühl gewinnst und allmählich nicht mehr so viel Bestätigung von außen brauchst.
Bei manchen hilft auch die "Konfrontations-Therapie": sprich, die Kontrolle bewusst aus der Hand zu geben, also solche Situationen zu suchen und zu inszenieren. Muss aber in kleinen verdaulichen Häppchen stattfinden, sonst geht´s nach hinten los.
Liebe Grüße
Beatrice

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