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Liebes Fragen : Affären - Treue

Mein Mann ist zu seinem Kurschatten gefahren, wie soll ich damit umgehen?

Martina, 37

Hallo Beatrice,

ich bin seit 14 Jahren mit meinem Mann zusammen, davon 10 Jahre verheiratet. Wir haben eine 13Jährige Tochter aus dieser Beziehung. Selbstverständlich hatten wir unsere Höhen und Tiefen wie in jeder Beziehung auch, aber es war nichts dabei, woran man hätte nicht "arbeiten" können. Treue war für uns immer das oberste Gebot, da wir beide bereits schlechte Erfahrungen damit hatten und uns das gegenseitig nicht antun wollten. Er ist mit mir in 3. Ehe.
Jetzt hatte er einen fünf-wöchigen Kuraufenthalt, dabei hätte er sich in eine Andere verliebt und war vier Wochen mit ihr zusammen. Am Montag ist er nach Hause gekommen, da ich es schon bereits an seinem Verhalten bei unseren Telefonaten gespürt habe, habe ich ihn direkt darauf angesprochen und er hat es gleich zugegeben.
Er ist sich immer noch nicht sicher gewesen, für welche von uns beiden sich entscheiden soll und stellte mir die Frage, ob ich für einen Neuanfang bereit wäre, da er mich immer noch lieben würde, aber die andere eben auch.

Ich habe ihm meine Bereitschaft für einen Neuanfang mitgeteilt, unter der Bedingung, dass er sofort Schluß mit der anderen macht. Er meinte, dass könne er nicht sofort entscheiden, ich sollte ihm Zeit bis Dienstag abend geben, gesagt getan. Es war Dienstag abend, er könne sich immer noch nicht entscheiden und hätte Angst, dass ich ihm doch nicht verzeihen könne, wollte noch einen Tag Bedenkzeit. Mittwoch abend meinte er, bitte noch mehr Zeit. Ich verstand die Welt nicht mehr, da er mir die ganze Zeit über erzählt, dass ihm sehr viel an unserer Beziehung läge. Ich fuhr am Mittwoch mit meiner Tochter zu einer Freundin, da er mir gedroht hat auszuziehen, wenn ich ihn weiter unter Druck setze. Ich dachte, wenn wir uns ein paar Tage nicht sehen, kann er sich in Ruhe entscheiden. Am Freitag habe ich Ihn angerufen, um nach seiner Meinung zu fragen, da war er gerade unterwegs nach Köln (da kommt seine Neue her, wir wohnen in München). Als ich ihn dann fragte, was das soll ob er sich für die andere entschieden hat, war er sich immer noch nicht sicher und wollte mit ihr darüber sprechen, da man sowas nicht am Telefon bereden könne, und fragt mich, ob ich für einen Neuanfang immer noch bereit sei, was ich ihm verneint habe, da die Fahrt nach Köln bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Heute hat er mich wieder angerufen und mitgeteilt, dass er mit ihr Schluß gemacht hätte, aber doch noch bis kommenden Dienstag in Köln bleiben wollte, um dort mit Kumpels, die er auch in der Kur kennengelernt hat, zu feiern.

Jetzt meine Frage an Sie liebe Beatrice, hat das ganze noch einen Sinn? sollte ich mich auf einen Neuanfang einlassen? Wie ist Ihre Meinung dazu?

Würde mich auf eine Antwort von Ihnen freuen und es würde mir sehr weiterhelfen, da ich im Moment nicht mehr weiterweis.

Liebe Grüße
Martina





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Liebe Martina,

ich fürchte, Ihr Problem ist viel zu verzwickt und zu gefühlsbeladen, als dass ich da wirklich helfen könnte. Stattdessen möchte ich Ihnen etwas raten:
Teilen Sie Ihrem Mann ruhig mit, wie verdammt wütend und verletzt Sie sind. Lassen Sie ruhig Ihre ganzen Gefühle raus, haben Sie keine Angst, er könnte deswegen endgültig gehen. Nur so kann ihm begreiflich werden, was er mit seinem (Verzeihung) beschissenen Verhalten in Ihnen ausgelöst hat. Wenn er Sie wirklich noch liebt, wird er es nicht zum Anlass für eine endgültige Trennung nehmen.
Wenn Sie sich wieder beruhigt haben, fordern Sie Wiedergutmachung. Das steht Ihnen zu. Bitten Sie ihn, mit Ihnen zusammen zur Eheberatung zu gehen, denn das ist meines Erachtens die einzige Chance, um diesen tiefen Riss wieder zu kitten und/ oder um Entscheidungen zu treffen (ob es noch Sinn macht bzw. unter welchen Voraussetzungen) und um herauszufinden, was zum Seitensprung führte.

Wählen Sie den Berater oder die Beraterin sorgfältig aus, testen Sie ruhig mehrere an - es muss jemand sein, mit dem Sie sich beide wohl fühlen.

Alles Gute
Beatrice




Hallo Beatrice,

er ist nicht wie versprochen am Dienstag gekommen, sondern hat mich wieder bis Donnerstag vertröstet. Als er am Donnerstag dann endlich da war, gestand er, dass er mit Ihr doch noch nicht Schluss gemacht hätte. er war auch nicht bei seinem Kumpel, sondern bei Ihr. Hier bei mir hat er geweint und gejammert dass er mich sehr liebe und sie eben auch. Hätte sich jetzt aber doch für mich entschieden. Telefonisch Schluss machen kam für Ihn wieder nicht in Frage und er fuhr heute wieder nach Köln, um Schluss zu machen. Ich habe ihn fahren lassen weil ich nicht einen leidenden Mann an meiner Seite haben will, der nicht weiß was er will. War das ein Fehler? Was blieb mir anderes übrig? er versprach mir hoch und heilig, dass er mit Ihr reden, schluss machen und sofort wieder nach Hause fahren will. Unsere Tochter ist zum Glück für ein paar Tage bei Ihrer Freundin und bekommt den Schlammassel nicht mit. Am Samstag wird sie um 10.00 Uhr wieder da sein, bis dahin will er auf jeden fall wieder da sein. Sie will Ihren Vater nicht mehr sehen und will, dass er für immer geht. Ich kann sie verstehen und lasse sie toben und versuche viel mit Ihr zu reden. Aber sie bleibt stur. Sie nennt ihn auch nicht mehr Papa sondern nur noch das A..........auch das tut mir sehr weh und ich frage mich, was wäre besser für das Kind? ich möchte auf gar keinen Fall, dass sie darunter länger leidet, weiss aber nicht wie ich ihr helfen kann.
Liebe Grüße
Martina



Liebe Martina,

ich hab das Gefühl, Sie machen das alles instinktiv schon ziemlich richtig. Ihn ziehen zu lassen ist das Beste, was Sie tun konnten, denn wie Sie ja selbst wissen. Etwas zu verbieten, macht die Sache für den andern umso reizvoller.
Auch bei Ihrer Tochter tun Sie meines Erachtens das Richtige, indem Sie sie toben lassen, aber den Kontakt zu ihr halten und ihr immer wieder ein Angebot machen zu reden. Wenn Sie die Chance haben, dann erklären Sie ihr in aller Ruhe, warum Sie trotzdem an Ihrem Mann festhalten, obwohl er Sie so verletzt hat. Der Hass Ihrer Tochter ist ja auch in Angst begründet: Angst, den Vater zu verlieren, Angst, dass die Familie auseinanderbricht. Sprechen Sie mit ihr über diese Ängste, beruhigen Sie sie (ohne ihr aber falsche Versprechungen zu machen).
Ich weiß nicht, ob es besser für das Kind wäre, dass Sie sich vom Vater trennen. Auch solche Dinge kann ich nicht beurteilen. Dafür wäre die Paarberatung wirklich gut, deshalb möchte ich Ihnen das nochmal ans Herz legen (und alles andere, was ich Ihnen in der letzten Mail geraten habe).
Alles alles Gute
Beatrice
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